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Yosemite-Nationalpark Regenbogen bei Nacht

Schillernde Farben im Mondschein: An den Wasserfällen im kalifornischen Yosemite-Park leuchten nächtliche Regenbögen. Mit bloßem Auge sind sie kaum zu erkennen - jetzt hat ein Filmemacher das seltene Naturphänomen mit der Kamera sichtbar gemacht.

Die Nacht hat sich über Kalifornien gelegt, über den Yosemite Falls funkeln die Sterne am klaren Himmel. Im Schein des Mondes stürzt donnernd das Wasser von einem schroffen Felsen - und im Sprühnebel der prasselnden Fluten leuchtet ein Regenbogen in all seinen Farben.

Was klingt wie eine kitschige Phantasie, ist ein seltenes Naturphänomen: Nächtliche Regenbögen gibt es tatsächlich, und sie entstehen, wenn das vom Vollmond reflektierte Sonnenlicht bei klarer Luft auf Wassertropfen trifft. Dem bloßem Auge zeigen sich diese Mondregenbögen allerdings meist in einem schwachen Weiß - erst durch eine Kameralinse fotografiert schillern sie in den Farben des Spektrums.

Auf diese Weise hat auch der Fotograf und Filmemacher Steven M. Bumgardner das nächtliche Schauspiel sichtbar gemacht: Zwei Jahre lang jagte er mit seinem Team den Mondregenbögen nach, nahm nasse Linsen und dunkle Wolken in Kauf. Ein Video zeigt nun seine spektakulärsten Aufnahmen im Zeitraffer. "Es war gar nicht so einfach", berichtet Bumgardner in einem weiteren Film zur Entstehung der Bilder. "Das Wetter spielte oft nicht mit." Schließlich ist es ihm aber doch gelungen.

An den berühmten Wasserfällen im kalifornischen Yosemite-Nationalpark  ist das nächtliche Schauspiel besonders gut im Frühling und Sommer zu beobachten, wenn die Luft klar, das Mondlicht hell und das Wasser ausreichend ist. Zumindest was den letzten Punkt angeht, stehen die Chancen in diesem Jahr besonders gut: Wegen einer üppigen Schneeschmelze rauschen die Yosemite-Wasserfälle so mächtig wie selten über die Granitfelsen. An diesem Wochenende leuchtet erneut der Vollmond über dem Park - und zahlreiche Besucher werden mit ihren Kameras vor den Wassermassen ausharren.

aal
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