Kalifornien Zweiter Tourist im Yosemite-Park vermutlich an Pest erkrankt

Der Yosemite-Nationalpark in Kalifornien hat schon seit Langem mit Pest bei Tieren zu kämpfen. Jetzt haben sich kurz nacheinander wohl zwei Touristen beim Campen mit der Infektionskrankheit angesteckt.

Yosemite National Park: Eichhörnchen besser nicht füttern
AFP

Yosemite National Park: Eichhörnchen besser nicht füttern


Innerhalb eines Monats hat sich womöglich ein zweiter Besucher des Yosemite-Nationalparks mit der Pest infiziert. Die kalifornische Gesundheitsbehörde überprüft den Fall. Der Tourist aus Georgia sei erkrankt, nachdem er Anfang August den Park, den Sierra National Forest und die Umgebung besucht hatte, gab die Behörde bekannt.

Zuvor hatte sich ein Kind mit der Pest angesteckt, das mit seiner Familie Mitte Juli Urlaub auf dem Crane-Flat-Zeltplatz in dem Nationalpark machte. Nach einer Antibiotika-Behandlung hat es sich inzwischen erholt. Der Campingplatz wurde danach vier Tage lang mit Insektiziden behandelt und in der vergangenen Woche wiedereröffnet.

Wirtstiere des Bakteriums Yersinia pestis sind kleine Nagetiere wie Ratten, Eichhörnchen und Streifenhörnchen, übertragen wird der Erreger durch Flöhe. Die Ansteckung zwischen Menschen kommt selten vor. Seit Montag ist auch der Zeltplatz Tuolumne Meadows im Yosemite-Park geschlossen und wird mit Anti-Floh-Mitteln behandelt. Dort waren zwei an der Pest gestorbene Eichhörnchen gefunden worden.

"Obwohl die Pest bei wilden Nagetieren auf den Zeltplätzen Crane Flat und Tuolumne Meadows in Yosemite-Park bestätigt wurde, bleibt das Risiko einer Ansteckung für Menschen gering", gab die kalifornische Gesundheitsbehörde bekannt. Die Zeltplatzsperrungen seien lediglich Vorsichtsmaßnahmen. Der Nationalpark selbst bleibt geöffnet.

Pesterkrankungen bei Tieren im Yosemite-Park - wie auch in anderen Bergen in Kalifornien - treten jedes Jahr auf. Doch der letzte Fall einer Ansteckung eines Menschen in dem Nationalpark trat 1959 auf, in anderen Teilen des Bundesstaates zuletzt 2006. In diesem Jahr würden jedoch häufiger Pestbakterien in Nagetieren und Flöhen nachgewiesen als in den vergangenen Jahren, sagt eine Vertreterin der Gesundheitsbehörde.

Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Besucher des Parks niemals Eichhörnchen oder andere Nagetiere füttern, rät die Behörde. Sie sollten möglichst nicht neben Nagetierbauen campen und picknicken. Wanderern wird empfohlen, lange Hosen zu tragen und sie in die Socken zu stopfen, außerdem Insektenschutz gegen die Flöhe zu verwenden. Frühe Symptome der Pest können hohes Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, Schwäche und geschwollene Lymphknoten sein.

abl/AP



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