ZDF-"Traumschiff" Passagiere klagen wegen Dreharbeiten an Bord

Sie wollten einfach nur einen entspannten Urlaub genießen - doch dann störten Kameras und Kabelträger die Ruhe. Ein Paar klagt gegen den Betreiber der "Amadea", weil es vorab nicht über die "Traumschiff"-Dreharbeiten informiert worden sei.
"Amadea": Dreharbeiten nerven Kreuzfahrtgäste

"Amadea": Dreharbeiten nerven Kreuzfahrtgäste

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Dietmar Hasenpusch/ dpa

Reiselustige Menschen soll es geben, die buchen ihre Kreuzfahrt extra dort, wo Sascha Hehn und Co. ihre heile "Traumschiff"-Fernsehwelt erschaffen. Fans der ZDF-Serie freuen sich über die Möglichkeit, tagelang auf dem Schiff den Stars so nah sein zu können - ob früher auf der "Deutschland" oder jetzt auf der "Amadea", die seit Januar als Drehort dient.

Nervig kann das aber sein, wenn man nicht auf Sascha Hehn steht und auch nicht auf Kamerateams, sondern sich einfach nur erholen will auf der Reise von Vietnam nach Neuseeland. Ein Berliner Ehepaar ging nun vor Gericht, weil es sich durch die Dreharbeiten massiv gestört fühlte, wie der "Bonner General-Anzeiger" berichtet. An Bord wurde gehämmert und gesägt, Mitarbeiter verlegten Kabel, vielerorts waren Kameras im Einsatz auch per Drohne.

Vor allem beklagten sich die beiden darüber, dass sie erst an Bord über Dreharbeiten informiert worden seien - hätten sie davon vorher erfahren, hätten sie die Kreuzfahrt nie gebucht. 11.080 Euro habe die Reise gekostet, wegen des Reisemangels wollen sie nun 2050 davon zurück.

Der Anwalt des Veranstalters Phoenix Reisen gab laut dem Bericht zu, dass man die Kunden nicht vor der Abfahrt informiert habe - die Medien hätten doch aber darüber berichtet. Auch hätten die klagenden Kreuzfahrtgäste die Plätze auf dem Schiff meiden können, an denen gedreht wurde. Viele andere seien begeistert gewesen, Sascha Hehn, Heide Keller und Harald Schmidt so hautnah zu erleben.

Die Richterin bestätigte einen gewissen Reisemangel und schlug einen Vergleich vor: Die Kläger sollten zehn Prozent des Kreuzfahrtpreises erstattet bekommen. Doch das ist dem Paar zu wenig. Sollten sich die Parteien innerhalb von drei Wochen nicht einigen, wird das Gericht ein Urteil fällen.

In derselben Sache hat in Bonn ein weiteres Ehepaar Klage eingereicht. Genervt von Kamerateams und Filmaction fordert es laut "Bonner General-Anzeiger" 4597 Euro zurück. Der Prozess beginnt im Januar.

Amtsgericht Bonn, Aktenzeichen: 111 C 423/15

sto/abl
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