Zu teuer Veranstalter trennt sich von Kultschiff "Astoria"

Die Zeit der "Astoria" in der Flotte von Transocean Tours läuft ab. Der Seereisenanbieter trennt sich von dem ehemaligen TV-Traumschiff. Im kommenden Winter wird das Kreuzfahrtschiff seine letzte Weltreise unter der Regie der Bremer antreten.

Bremen - Transocean Tours nimmt Abschied von der "Astoria". Der Bremer Veranstalter verzichte auf die Option zur Verlängerung des Chartervertrages, teilte das Unternehmen heute mit. Der Eigner habe sich nicht auf einen Rabatt auf die tägliche Miete eingelassen, mit dem Transocean die gestiegenen Energiekosten gedeckt hätte.

"Wir haben versucht, es zu verhandeln, waren aber erfolglos" sagte Lothar René Hussels, kaufmännischer Leiter bei Transocean Tours. Wegen der Entwicklung der Ölpreise stand Transocean nach Unternehmensangaben vor der Wahl, entweder die Preise für die Gäste zu erhöhen oder bei der Angebotsqualität an Bord der "Astoria" Abstriche zu machen. Beides habe der Veranstalter nicht gewollt.

Der Besitzer der "Astoria" sei ein Privatmann aus Holland, dem das Schiff Ende April 2009 übergeben werden soll. Die Abschiedstour für das Schiff ist eine 124-tägige Weltreise, die im Winter beginnt.

Ersetzt werden soll der Kreuzfahrtliner durch ein größeres Schiff: Angestrebt ist eine Kapazität von 700 bis 900 Passagieren - die "Astoria" bietet rund 500 Gästen Platz. "Wir suchen nach einem solchen Schiff, haben aber noch nichts Konkretes", sagte Transocean-Sprecher John Will. Dass das Unternehmen einen Neubau in Auftrag gibt, sei aber auszuschließen.

Wechselvolle Geschichte: ZDF - DDR - Bremen

Die "Astoria" wurde 1981 zunächst auf den Namen "Astor" getauft und war für einige Zeit als ZDF-"Traumschiff" unterwegs. Später wurde es in die DDR verkauft und fuhr dort unter dem Namen "Arkona". Bei Transocean Tours gehört die "Astoria" seit Februar 2002 zur Flotte. Ob eine andere Reederei vom Mai 2009 an einen Chartervertrag für das Schiff bekommt, sei noch offen, sagte Will. "Unter dem Namen 'Astoria' wäre sie dann aber auf keinen Fall mehr unterwegs."

Die "Astoria" ist nicht das erste Kreuzfahrtschiff, das wegen der gestiegenen Dieselkosten bei einer deutschen Reederei aus der Flotte ausscheidet. Im November hat bereits Phoenix Reisen angekündigt, vom Dezember 2008 an auf die 1969 gebaute "Maxim Gorkiy" zu verzichten. Es sei nicht mehr möglich, das Schiff zu einem "für den Reisegast verträglichen Preis zu betreiben", hieß es bei dem Anbieter in Bonn.

Die letzte Weltreise der "Astoria" beginnt am 30. November 2008 in Nizza. Stationen sind unter anderem eine Fahrt durch den Panamakanal, die Südsee sowie zum ersten Mal Häfen in Taiwan und China. Vor dem endgültigen Abschied aus der Transocean-Flotte stehen im April 2009 dann auch noch zwei Fahrten auf dem Mittelmeer und Schwarzen Meer an.

reh/dpa

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