Unwetter Züge werden nach Blitzeinschlag umgeleitet

Nach dem heftigen Unwetter in der Mitte und im Süden Deutschlands müssen Bahnfahrer weiterhin mit Verzögerungen rechnen. Über Nacht saßen 400 Reisende in einem ICE fest.

Bahnhof in Langen: Zwischen Mannheim und Frankfurt war am Sonntag zeitweilig kein Zugverkehr möglich
Frank Rumpenhorst/ DPA

Bahnhof in Langen: Zwischen Mannheim und Frankfurt war am Sonntag zeitweilig kein Zugverkehr möglich


Ein heftiges Unwetter traf am Sonntag die Mitte und den Süden Deutschlands. Bei der Bahn verursachte es einen Oberleitungsschaden, der einen ICE in Mittelfranken ausbremste. "Der Zug hatte keinen Strom mehr und stoppte bei Roth mitten auf der Strecke", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die 400 Reisenden an Bord saßen über Stunden in dem Zug fest.

Um Mitternacht hätten Feuerwehr und Helfer die Reisenden dann aus dem Zug in Sicherheit gebracht. Die Rettung war wegen des unwegsamen Geländes schwierig und dauerte rund drei Stunden. Verletzt wurde niemand. Der ICE wurde abgeschleppt.

Am Montag nach dem Sturm müssen Bahnpendler weiterhin mit Problemen rechnen. Wegen eines Blitzeinschlags in ein Stellwerk in Walldorf (Groß-Gerau) werde der Fernverkehr zwischen Frankfurt am Main und Mannheim in beiden Richtungen voraussichtlich bis zum Nachmittag umgeleitet, sagte eine Bahn-Sprecherin am Morgen.

Nachdem Züge zunächst eine Ausweichstrecke über Mainz-Bischofsheim und Worms fahren mussten, sei mittlerweile die Strecke der Main-Neckar-Bahn wieder befahrbar. Dadurch kommt es zu Verspätungen von rund 30 Minuten.

Die Reparaturarbeiten an dem vom Blitz getroffenen Stellwerk werden voraussichtlich erst am Montagnachmittag beendet. So lange hätten die Techniker vermutlich noch zu tun, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Auch die Strecke zwischen Aschaffenburg und Hanau ist nach Bahnangaben wegen Oberleitungsstörungen und Bäumen auf den Gleisen gesperrt. Der Fernverkehr zwischen Frankfurt am Main und Würzburg werde deshalb in beiden Richtungen über Fulda umgeleitet. Es komme zu Verspätungen von 60 bis 100 Minuten, sagte die Sprecherin. Die Sperrung werde voraussichtlich noch bis Dienstagabend dauern.

Im Regionalverkehr der betroffenen Strecken sei ein Schienenersatzverkehr eingerichtet worden, es komme dennoch zu Verspätungen und Ausfällen. Pendler sollten sich vor der Fahrt gezielt über ihre Verbindung informieren.

Der Sturm hat auch den Flugverkehr am Frankfurter Flughafen am Sonntag eingeschränkt. Um Personal und Reisende zu schützen, sei die Abfertigung auf dem Vorfeld vorübergehend eingestellt worden, sagte eine Sprecherin des Betreibers Fraport. Demnach wurden bis zum Sonntagabend 41 Flüge annulliert. Die meisten davon waren Inlandsflüge. Acht Flüge wurden der Sprecherin zufolge umgeleitet.

abl/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.