Bergbau-Schaden Zugverkehr in Essen noch mindestens eine Woche gestört

Ein alter Bergbaustollen verärgert Bahnfahrer im Ruhrgebiet. Zwar konnte die akute Einsturzgefahr gebannt werden, doch die Suche nach weiteren Hohlräumen unter dem Gleisbett geht weiter. So lange müssen IC- und ICE-Züge den Essener Hauptbahnhof umfahren.


Essen - Der Bahnverkehr am Essener Hauptbahnhof bleibt wegen möglicher Bergbauschäden voraussichtlich mindestens noch bis zum kommenden Freitag gestört. Das teilte die Deutsche Bahn mit. In dieser Zeit plant die Bezirksregierung Arnsberg weitere Probebohrungen unter dem Gleisbett, um nach Hohlräumen durch den Bergbau zu suchen.

Damit dauern die seit Mittwochabend geltenden Einschränkungen an. Mehr als tausend Züge hatten allein bis Freitagmorgen Verspätungen eingefahren. Bis auf weiteres fahren nur Regional- und S-Bahnen den Essener Hauptbahnhof an, der zu den meistfrequentierten Bahnhöfen in Deutschland zählt. IC- und ICE-Züge umfahren Essen, sie halten auch nicht in Bochum und Mülheim/Ruhr. Die Bahnen, die den Bahnhof von Westen ansteuern, rollen auf Geheiß der Bezirksregierung nun auf 250 Metern im Schritttempo.

Der zunächst einsturzgefährdete alte Bergbaustollen in 16 Meter Tiefe konnte zum größten Teil mit Beton gefüllt werden, wie die zuständige Bezirksregierung Arnsberg mitteilte. Oberhalb des Stollens wurden jedoch weitere Hohlräume und aufgelockerte Bodenbereiche gefunden, die vermutlich durch nicht dokumentierten Kohleabbau in der Vergangenheit entstanden sind. Der am Mittwoch entdeckte Stollen und der Kohleabbau datieren demnach aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

abl/dpa/AFP



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