Zwischenstopp in Mailand Zum Dom oder ans Wasser?

Drei Stunden Aufenthalt am internationalen Mailänder Flughafen Malpensa – das kann schon mal vorkommen. Der norditalienische Luftfahrtknoten gilt als chronisch überlastet. Da ist es gut zu wissen, wie man die Zeit angenehm verbringen kann. SPIEGEL ONLINE gibt Tipps.

Von Jürgen Pander


Bei einem unverhofften Aufenthalt auf dem Flughafen Malpensa denkt man selbstverständlich sofort an Mailand. Die italienische Metropole, die Stadt der Mode und der Scala, des Domes Santa Maria Nascente und der Galleria Vittorio Emanuele, lockt, wenn man nur 45 Kilometer entfernt in einem Wartesaal sitzt und plötzlich drei Stunden zur freien Verfügung hat. Allerdings ist Mailand nur etwas für Schnellentschlossene, denn es dauert eine Weile, bis man vom Flughafen ins Zentrum gelangt.

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Zwischenstopp: Drei Stunden in Mailand

Eine Möglichkeit ist der Zug "Malpensa-Express", der im 30-Minuten-Takt vom Terminal 1 zum Innenstadtbahnhof Cadorna rauscht. Die Fahrt dauert 40 Minuten und kostet neun Euro. Etwas länger, dafür mit fünf Euro deutlich billiger, ist eine Busfahrt mit dem "Malpensa Shuttle", die meist ebenfalls am Cadorna-Bahnhof endet. Und vom Cadorna-Bahnhof wiederum ist man ruckzuck dort, wo Mailands Herz schlägt: Der Dom, die Galleria, die Scala, das Delikatessengeschäft Peck oder die Modestraße Montenapoleone sind nur drei U-Bahn-Stationen (Station Duomo) der Linie M1 entfernt. Oder man schlendert zu Fuß vom Bahnhof ins Zentrum, was kaum länger als eine halbe Stunde dauert.

Und dann? Muss man sich schon wieder entscheiden, denn viel Zeit bleibt dem Durchreisenden vermutlich nicht in Mailand. Wem nach Kultur und Kontemplation ist, für den ist die weltberühmte gotische Kathedrale, an dem die Baumeister mehr als vier Jahrhunderte lang arbeiteten, die erste Adresse. Ist das Wetter heiter und die Luft klar, lohnt ein Aufstieg auf das weiße Marmordach der Kirche (an der Nordseite des Doms führen Treppe oder Aufzug hinauf), um die sich die Dächerlandschaft Mailands malerisch ausbreitet.

Zum Flirten in die Galleria Vittorio Emanuele

Wer einfach nur das besondere Flair der Stadt genießen will, ein bisschen bummeln, ein wenig flirten oder je nach Tageszeit Espresso, Cappuccino oder Campari trinken möchte, sollte an der Nordseite des Domplatzes in die Galleria Vittorio Emanuele eintauchen. Eine Einkaufspassage mit Marmormosaikboden, über deren Mittelpunkt sich eine 47 Meter hohe Glaskuppel wölbt. Ein Tempel des Konsums, in dem sich unter anderem traditionelle Bars befinden wie das "Savini", das "Rizzoli", "Bellini" oder "La Zucca".

Reisende, die die Innenstadt Mailands bereits kennen, können direkt vom Bahnhof Cadorna hinüberspazieren in das Castello Sforzesco, eine Festung aus dem 15. Jahrhundert, die einen guten Eindruck gibt von der damaligen Macht der Mailänder Herzöge. Im Nordwesten der zum Museum ausgebauten Burganlage schließt sich der Parco Sempione an, ein großzügiger Park, deren Wege nach weltberühmten Poeten benannt sind.

Kurzausflug nach Oleggio

Vom Flughafen Malpensa aus lassen sich, eine normale Verkehrslage vorausgesetzt, auch der Lago Maggiore (zum Beispiel Arona) oder der Lago di Como (zum Beispiel Como) in rund 30 Minuten Fahrzeit erreichen. Allerdings dürften dabei Taxikosten von gut 50 Euro entstehen, und so lohnt sich ein solcher Abstecher an die herrlichen Uferpromenaden dieser Städte überhaupt nur dann, wenn man deutlich mehr als drei Stunden zur Verfügung hat.

Wer es viel günstiger wünscht, zugleich aber weniger trubelig als in Mailand, dem sei ein Kurzausflug nach Oleggio empfohlen. Der Ort liegt bereits in Piemont, einige Kilometer westlich des Flughafens auf einem Hügel in der Nähe des Naturschutzgebiets entlang des Flusses Ticino. Die Taxifahrt dorthin wird kaum länger als 15 Minuten dauern. Und danach ist dann dolce far niente angesagt. In den schmalen Gassen des Altstädtchens kann man entspannt bummeln, einen Espresso trinken und dabei die flughafentypische Hektik abstreifen. Ein guter Plan - auch wenn man nur drei Stunden Zeit hat.



insgesamt 50 Beiträge
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sitiwati 17.08.2005
1. keine
jeder Flughafen ist Ort, wo man sich aufhalten muss, um weiterzukommen, lanweilig, ungastlich, mit Abstand der schlimmste Flughafen duerfte der Frankfurter sein!
Majikat, 17.08.2005
2. Newark
Kein schöner Flughafen, keine schöne Umgebung, aber ab ca. 5 Stunden Aufenthalt lohnt ein Abstecher nach Manhattan: Mit dem kostenlosen "Air Train" (verbindet die Terminals) bis Newark Liberty International Airport Train Station, dort in den NJ Transit oder Amtrak Zug bis New York Penn Station (ca. 12 US Dollar/Fahrt), und man ist in einer guten halben Stunde im Herzen Manhattans. Wesentlich schneller als der Bus, allerdings kann es auch hier Verspätungen geben. Deswegen nicht zu knapp wieder zurückfahren.
Olaf 17.08.2005
3. Stopp in Bangkok
Wenn man mit Singapore Airlines über Bangkok nach Singapore fliegt, gibt es einen einen ca. 2 Stündigen Zwischenstopp in Bangkok. Über Bordlautsprecher werden alle Passagiere, die nach Singapore weiterfliegen wollen, aufgefordert auf ihren Plätzen zu bleiben. Man langweilt sich dann also in dem Flieger, in dem man ja bereits seit mindestens 10 Stunden sitzt, zu tode. Wenn man aber trotz der Durchsage zum Ausgang des Flugzeuges geht und sagt, dass man den Flughafen sehen will , bekommt man einen Transferpass und eine Uhrzeit zu der man wieder zurück sein muss und kann sich dann wenigstens den Flughafen ansehen und die Beine vertreten. Für einen Flughafen ist Bangkok auch ganz nett!
Andreas Henn, 18.08.2005
4.
---Zitat von sitiwati--- mit Abstand der schlimmste Flughafen duerfte der Frankfurter sein! ---Zitatende--- Mailand versuchen, dann lieben Sie Frankfurt ;-)
Kunigunde, 18.08.2005
5.
Ihre Sorgen möchte ich haben! Die schlimmsten Flughäfen sind immer noch Gold gegenüber den deutschen Bahnhöfen. Oder hat schon mal jemand versucht, 2 Stunden auf dem Frankfurter Hauptbahnhof totzuschlagen? Oder gar auf einem Provinzbahnhof? MfG Kunigunde PS: Solange der Flughafen einen Duty-Free-Shop hat, in dem ich mich durchschnuppern kann, bin ich schon zufrieden... ;-)))
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