Foto: Warren Keelan / Australian Photography Awards 2020

Australischer Fotowettbewerb Bilder, die Geschichten erzählen

Berührende Porträts, kunstvolle Kompositionen und Landschaftsbilder, die Fernweh wecken: Die Australian Photography Awards zeichnen die besten Aufnahmen australischer Fotografinnen und Fotografen aus.
Von Chantale Rau
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Robyn Becker leidet an Brust- und Magenkrebs im Endstadium. Eine Woche vor dieser Aufnahme im Mai 2020 sagte man ihr, sie würde nicht mehr lange leben. Ihre Schwester Jennifer reiste daraufhin von Kalifornien nach Melbourne. Zwei Wochen musste sie in Quarantäne verbringen. »Ich möchte bei ihr sein, ich möchte mit ihr reden, ich möchte ihre Hand halten, sie trösten und sie umarmen«, sagte Jennifer. Robyn starb sieben Wochen nach der Aufnahme. Der Fotograf Christopher Hopkins nannte sein ergreifendes Foto »I want to Hold Her Hand«. »Ich fühle mich gesegnet, dass ich einen so persönlichen Moment im Leben dieser Frauen miterleben und dokumentieren durfte, aber auch traurig über die Umstände.« Die Australian Photography Awards  zeichnen die besten australischen Fotografinnen und Fotografen in acht Kategorien aus. Die Bilder können weltweit aufgenommen worden sein. Christopher Hopkins' Werk gewann in der Rubrik Dokumentation.

Foto: Christopher Hopkins / Australian Photography Awards 2020
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Ein Mädchen schwebt friedlich im Wasser. Die Augen geschlossen, das rote Haar nass. Ob sie wohl etwas träumt? Harper Allen schoss ein Foto von ihrer siebenjährigen Schwester im Bad. Als Skateboarderin trainiere diese viel und habe oft Muskelkater, so die junge Künstlerin. Über die Aufnahme sagt Allen: »Das Bad entspannt nicht nur ihre Muskeln, sondern beruhigt auch ihren überaktiven Geist.« Mit »Surrender to the Calming« gewann sie die Junior-Kategorie, an der nur Kinder unter 13 Jahren teilnehmen dürfen. »Dieses Foto schätze ich besonders, weil ihre Sommersprossen so auffällig sind.«

Foto: Harper Allen / Australian Photography Awards 2020
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Vor dem Ningaloo-Riff frisst sich ein Manta-Rochen durch planktonreiches Gewässer. Das Korallenriff liegt an der Westküste Australiens und zählt zum Unesco-Welterbe. Dort gelang dem Fotografen Lewis Burnett diese eindrucksvolle Unterwasseraufnahme.

Foto: Lewis Burnett / Australian Photography Awards 2020
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Rauch? Oder ist es Nebel? Straßenlaternen erleuchten diese surreale Situation in Paris. Der Australier Pepijn Thijsse verbrachte dort ein Sabbatical-Jahr, wegen der Pandemie verlängerte sich sein Aufenthalt auf 18 Monate. Eines Nachts spazierte er durch den Stadtteil La Défense, als er auf diese Szene stieß. »Das resultierende Foto ist ein wenig mysteriös und lässt die Leute raten, was wirklich vor sich geht.« Mit der Aufnahme gewann Thijsse in der Kategorie Travel/Street.

Foto: Pepijn Thijsse / Australian Photography Awards 2020
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Wolken spiegeln sich im Zugfenster, eine Silhouette zeichnet sich auf einem Stahlträger ab. Mark Davidson nannte die Komposition aus Schatten und Licht »Traindream«. Er sicherte sich mit der Aufnahme den zweiten Platz in der Rubrik Travel/Street.

Foto: Mark Davidson / Australian Photography Awards 2020
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Dieses Bild mit Atemschutzmaske glänzt mit pandemischer Aktualität und gewann in der Porträt-Kategorie. Nicole Reed erstellte es während des Lockdowns in Melbourne. Bei Instagram rief jemand wöchentlich ein Thema aus, das Fotografinnen und Fotografen anregen sollte. Reed erstellte dieses Selbstporträt, nachdem »Lächeln« zum Wort der Woche auserkoren wurde. »Ich fotografierte mich selbst, druckte mein Gesicht aus, schnitt mein Lächeln aus und klebte es auf meine Maske.«

Foto: Nicole Reed / Australian Photography Awards 2020
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Stare wurden erst 1890 nach Nordamerika gebracht und im New Yorker Central Park freigelassen. Seitdem haben sie sich über den größten Teil des Kontinents ausgebreitet – wie hier in Wyoming. Die Fotografin Australierin Natalya Stone schoss das Gewinnerbild der Rubrik Animal/Wildlife im Grand Teton National Park. Eigentlich wollte sie die Büffel fotografieren, als plötzlich Stare die Lüfte füllten.

Foto: Natalya Stone / Australian Photography Awards 2020
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Pinkfarbenes Licht umhüllt nackte Frauenkörper. Sie wirken real und unwirklich zugleich. Die Aufnahme zeigt einen Querschnitt durch Alter, Formen, Narben. In der Wettbewerbs-Kategorie Open/Illustrative dürfen Kunstschaffende ihrer fotografischen Kreativität freien Lauf lassen. Auch bearbeitete Bildkompositionen sind erlaubt. Cara O'Dowd sicherte sich mit dieser Aufnahme den Sieg. »Der Körper einer Frau wird uns oft als erstrebenswertes Bild präsentiert. Meistens jedoch durch die Linse eines Mannes. Ich wollte sie als Stoff, als Geschichte, als Seele zeigen«, sagt die Fotografin über ihr Werk. Mit dem Bild wolle sie Frauen ein gutes Gefühl vermitteln.

Foto: Cara O'Dowd / Australian Photography Awards 2020
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Zwei Wellen schlagen aufeinander, bäumen sich auf und verbinden sich zu einem Ganzen bis hin zur schäumenden Krone. Warren Keelan fing den ästhetischen Moment ein und nannte das Foto »Zenith«. In der Landschaftsrubrik erhielt er den zweiten Platz.

Foto: Warren Keelan / Australian Photography Awards 2020
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Ein Mädchen legt die Stirn in Falten, ihre blonden Locken fliegen. Ihre Hand ruht auf dem Kopf eines Pferdes, das Tier legt mit müde wirkendem Blick die Ohren zurück. Die Stimmung ist schwer zu greifen. Alison Stewart hielt diese dynamische Szene in Schwarz-Weiß fest. Das Mädchen auf dem Foto ist ihre Tochter.

Foto: Alison Stewart / Australian Photography Awards 2020
ccr
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