Buch über deutsche Campingplätze 111 Orte zum Glücklichsein

Zelten am Chiemsee, übernachten im Van auf dem Nordseestrand oder mitten in der Mosel: Der Camping-Enthusiast Michael Moll hat die schönsten Plätze Deutschlands zusammengetragen.

Campingplatz Seehäusl

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Sie planen Ihren Urlaub und geraten beim Gedanken ans Rascheln der Zeltplane ins Schwärmen? Oder ertappen sich dabei, wie Sie im Kopf die Sitzpolster des Wohnmobils zu einer Liegefläche umklappen? Sie lieben das Gefühl, nicht in einem Haus mit echten Wänden zu schlafen, sondern mitten in der Natur?

Dann kennen Sie sicher tolle Campingplätze und führen eine Liste mit Orten, an denen Sie mal Ihr Zelt aufschlagen oder Ihr Wohnmobil abstellen wollen. So geht es auch Michael Moll, einem Camping-Enthusiasten, der gerade das Buch "111 deutsche Campingplätze, die man kennen muss" veröffentlicht hat.

Der Reisejournalist ist Wohnmobilfahrer, bereist seit Jahren die Welt und hat drei Jahre lang in seinem Gefährt gelebt. 2016 erfüllte er sich den Traum eines eigenen Campingplatzes und eröffnete einen Wohnmobilstellplatz in Nordrhein-Westfalen.

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Von Nordsee bis Zugspitze: Deutschlands schönste Campingplätze

Molls nun im Emons Verlag erschienenes, kleinformatiges Buch ist kein Reiseführer im klassischen Sinn. Es liest sich eher als inspirierende Liste, mit deren Hilfe Campingfans ihre nächsten Etappen und Urlaube planen können. Zu jedem der 111 Einträge liefert der Autor einen kurzen Text und die wichtigsten Informationen zu Öffnungszeiten, Anreise und besonderen Angeboten.

Gibt es einen Brötchenservice, einen Grillplatz oder Gastronomie? Vermieten die Inhaber auch Räder, SUP-Boards oder Schlauchboote? Verfügt der Platz nur über Stellplätze für Zelte und Wohnmobile oder auch über spezielle Unterkünfte wie Schäferwagen, Holzhütten oder gar ein Schlaffass?

Campingplätze der Superlative

Die Auswahl der 111 Plätze erscheint sehr subjektiv. Es sind sicher nicht nur die beliebtesten Exemplare dabei, sondern - wie im Buchtitel bereits erwähnt - diejenigen deutschen Campingplätze, "die man kennen muss".

Dazu zählt Michael Moll auch solche, die mit einem Superlativ aufwarten: Da wäre der nördlichste Campingplatz Deutschlands (in Kampen auf Sylt), der vielleicht grünste (Camping-Paradies Grüner Jäger im niedersächsischen Sottrum), der älteste (Camping Berger in Köln), der größte (Camping Grav-Insel in Nordhrein-Westfalen und der mit der wohl steilsten Zufahrt (Naturpark-Camping Suleika in Baden-Württemberg).

Besonders ist auch der Campingplatz Buntspecht, den Moll als den dunkelsten des Landes bezeichnet. Er liegt im Naturpark Westerhavelland, das 2011 als Lichtschutzgebiet ausgewiesen wurde, weil der Sternenhimmel hier dank wenig künstlichen Lichts gut zu bestaunen ist. Molls Tipp: "Licht aus im Wohnmobil und den Blick nach oben richten."

Campingplätze in spektakulären Lagen

Doch ein Superlativ allein dürfte kaum das Kriterium sein, nach dem Zelt- und Wohnmobilreisenden einen Ort aussuchen. Vielmehr ist wohl die Lage ausschlaggebend - und die ist oft schön, wenn die Welt aus dem Wohnmobilfenster grün wirkt oder wenn Möwenkreischen durch die Zeltwand dringt.

Ob am Meer, an einem See oder mitten in den Bergen - Molls Campingplatzsammlung bietet für jeden Geschmack einen Tipp. Hier ein paar Beispiele:

  • Da wäre das Camping-Ressort Zugspitze im bayerischen Grainau, das sich laut dem Autor exakt acht Kilometer von Deutschlands höchstem Gipfel entfernt befindet. Moll empfiehlt, sich einen Platz in der Reihe auf der rechten Seite auszusuchen, weil diese in Richtung Süden ausgerichtet sei und daher die beste Aussicht auf die 2962 Meter hohe Zugspitze biete. "Einziger Nachteil: In den Nachmittagsstunden blickt man gegen das Licht und sieht den Berg daher nur von seiner schattigen Seite", heißt es im Buch. Aber: "Bei sonnigem Wetter sollte man sich sowieso lieber auf dem Berg aufhalten."
  • Das besondere Flair einer Flussinsel erleben Urlauber, die auf dem Campingplatz Mosel Islands bei Treis-Karden oder auf dem Camping Sonnenwerth auf der Hatzenporter Werth einchecken. Beide werden von dem Wasser der Mosel umspült und bieten laut Moll "eine Vielzahl an großzügigen Stellflächen". Sein Fazit: "Mitten in Deutschland ist man ganz abgeschieden auf einem Eiland, und kann entspannt mal gar nichts tun."
  • Nah am Wasser gebaut sind auch die Plätze auf der schleswig-holsteinischen Halbinsel Eiderstedt. Der Campingplatz Biehl in St. Peter-Ording bietet strandnahe Stellplätze für Zelte und Wohnmobile. Und wem strandnah noch zu strandfern ist, der kann mit dem Wohnmobil oder dem Bulli einfach direkt auf den Strand fahren und dort tagsüber zwischen 7.30 und 22.30 Uhr stehen bleiben. St. Peter-Ording sei der einzige Ort in Deutschland, an dem man das dürfe - zumindest zwischen Mitte März und Oktober und gegen eine Gebühr von sechs Euro pro Tag. "Am nördlichen Strandabschnitt sind es über 800 Meter in Nord-Süd-Ausdehnung, wo man immer einen Parkplatz finden wird", schreibt Moll. "Mit dem Verlassen des Womos steht man unmittelbar im Sand, und man blickt auf das Wasser der Nordsee."
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Afrika, Amerika - oder gleich die Südsee?

Manche der im Buch aufgeführten deutschen Campingplätze klingen gar nicht nach den Orten, an denen sie sich befinden, sondern nach der weiten Welt.

  • Im Ostseebad Kalifornien liegt der Ferienpark California, ein Campingplatz direkt am Strand. Hier kann man "den Schiffsverkehr in die Kieler Bucht hinein beobachten", auf Pferden und Ponys reiten - oder "einen Strandspaziergang nach Brasilien unternehmen. So heißt der benachbarte Ortsteil."
  • Das Südsee-Camp im niedersächsischen Wietzendorf liegt an einem großen See, der komplett von Sandstrand umgeben ist. Auf polynesische Tradition wird man hier trotz des Namens nicht stoßen, dafür gibt es mitten in der Lüneburger Heide eine Minigolf-Anlage mit dem Namen "Dschungelgolf" und die Kontiki-Bar. Sie ist nach dem Kon-Tiki benannt, einem Floß aus Balsaholz, mit dem der Norweger Thor Heyerdahl im Jahr 1947 eine Expedition von Südamerika in die Südsee unternahm.
  • Der Campingplatz Kamerun liegt am Nordwestufer der Binnenmüritz, einem kleineren Abschnitt des Müritzsees. Laut Moll erinnert nicht nur der Name an Afrika. Schon bei der Anmeldung stoße man auf Skulpturen, die "der afrikanischen Kunst und Kultur zuzuordnen" seien und in den Waschräumen hänge das Porträt eines afrikanischen Stammesführers. Das Restaurant serviert Kokossuppe.

Preisabfragezeitpunkt:
25.05.2019, 19:40 Uhr
Ohne Gewähr

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Michael Moll
111 deutsche Campingplätze, die man kennen muss: Reiseführer

Verlag:
Emons Verlag
Seiten:
240
Preis:
EUR 16,95

Und dann sind da noch Plätze mit ungewöhnlichen Konzepten - in Marburg können Reisende ihren Camper in Pferdeboxen abstellen - oder besonderen Schwerpunkten: Der WellMobilPark in Baden-Württemberg richtet sich an Camper mit Wellnessbedarf - es gibt eine Sauna, eine Totes-Meer-Salzgrotte und ein Thermarium.

Da sage noch mal jemand, Camping sei unkomfortabel.

Im Video: Der Platzwart - Unter deutschen Campern

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Seite 1
kenneth2005 22.04.2019
1. camper und wohnmobilisten
sind zwei paar Stiefel.Die Einen waren früher mit Zelt unterwegs die Anderen entdecken gerade dass es ausserhalb des Hotels noch übernachtungsmöglichkeiten gibt und Stellplätze müssen billig sein weil das Womo ja schon teuer ist
JürgenZ 22.04.2019
2. zweischneidig
Zwar sind solche Führer eine Inspiration, leider nicht für einen alleine, was gerade beim Camping nicht ganz unwesentlich ist.
neutron76 22.04.2019
3. Nett, der dröftausendste Campingführer
Ich hab mal auf einer Freizeit- und Campingmesse an einem Stand von Autoren eines Campingführers nach Campingplätzen gefragt an denen man offenes Feuer machen darf. Ich hab das in den USA schätzen gelernt, aber hier nur ungläubige Blicke geerntet.
dynamoraul 23.04.2019
4. Es gibt noch einige wenige
Campingplätze in Deutschland die den Namen verdienen,die meisten anderen sind zu Freizeitparks und Deutscher Kleingärtner Mentalität verkommen.Dauercamping hat mit Camping nichts zu tun.Der Luxuswahn den die Campingmessen verbreiten wird gerne angenommen.So kann man seine Statussymbole auch im Urlaub raushängen lassen.
manicmecanic 23.04.2019
5. @1. total falsch
ist Ihre Annahme daß Camper und Wohnmobilisten so verschieden ticken.Ich bin Camper gewesen als Kind,hab also angefangen auf die alte klassische Art.Der typische Grund damals,ein Arbeiter der die kinderreiche Familie fütterte aber trotzdem mal Urlaub wollte.Da mein Vater immer an denselben Ort fuhr hat mich das total abgetörnt.Später dann doch wieder Camping gemacht,da war ich selbst nur Arbeiter und derselbe Grund-wenig Geld- brachte mich dann auf so einige Campingplätze im schönen Frankreich.Dann kamen viele Jahre mit Fernreisen.Seit ich nicht mehr fliege reise ich wieder per KFZ,erst ein paar Jahre mit einem Mobil,nun mit Caravan.Daher kenne ich alle Versionen Reisender,es ist schlicht falsch daß Camper sich so von Wohnmobilisten unterscheiden.Man kommt oft mit anderen ins Gespräch und nicht wenige haben wie ich beide Arten dieser Urlaubsart genutzt.In alten Zeiten wars schon nicht anders,es lag meist nur am Geld wie man campte.Wer sich mehr leisten konnte kaufte sich einen Caravan,Mobile waren damals noch viel teurer,aber Hauptausschlußgrund war daß kaum wer sich so ein Ding zusätzlich vor die Tür stellen konnte/wollte.Heute liegts am Reiseprofil,ist man eher mit einem Ort zufrieden im Urlaub ziehen die Camper einen Hänger dahin.Wer eher zum vagabundieren neigt nutzt ein Mobil.Damit kann man auch noch in Städte fahren,vielleicht nicht mitten hinein.Mit Anhänger ist das kaum noch machbar bzw. nervig selbst mit kleinerem hinten dran.
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