Neue Modellregion in Schleswig-Holstein Urlaub in der Lübecker Bucht – und bald auch im Rest Deutschlands?

Seit Samstag hat Schleswig-Holstein die dritte Modellregion für Touristen geöffnet. Welche Bundesländer nachziehen wollen und auf welche Regeln sich Urlauber einstellen müssen.
Timmendorfer Strand

Timmendorfer Strand

Foto: Axel Heimken / dpa

Eckernförde und die Schleiregion haben es vorgemacht, nun gilt auch die Lübecker Bucht mit den beliebten Urlaubsorten Timmendorfer Strand und Scharbeutz als Modellregion. Seit Samstag dürfen wieder Touristen einreisen, Hotels sind geöffnet.

Allerdings gelten Auflagen:

  • Reisende müssen einen negativen Coronatest vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Nach der Anreise müssen sich Urlauber mindestens alle 72 Stunden testen lassen. Betreibt ein Hotel zusätzlich ein Restaurant für Gäste, die kein Zimmer gebucht haben, muss alle 24 Stunden ein negativer Test vorgelegt werden. Wer während des Urlaubs positiv getestet wird, muss in Quarantäne.

  • Ein Restaurantbesuch in geschlossenen Räumen ist nur mit vorheriger Terminvergabe möglich. Zwischen 23 Uhr und 6 Uhr dürfen keine Gäste bewirtet werden.

  • Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht gelten weiterhin, Saunen und Schwimmbäder bleiben geschlossen.

Ursprünglich sollte die Lübecker Bucht schon früher für Touristen geöffnet werden. Der Start für die Modellregion war vor gut zwei Wochen jedoch zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben worden, nachdem die Infektionszahlen im Kreis Ostholstein erneut gestiegen waren.

Mittlerweile ist die Sieben-Tage-Inzidenz wieder gesunken, aktuell liegt sie laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bei 54,9. Die niedrigen Infektionszahlen waren die Voraussetzung, dass das Gebiet zur Modellregion wird, zu der die Gemeinden Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Sierksdorf sowie die Stadt Neustadt gehören.

Urlaub im Sommer wahrscheinlich, Pfingsten schwieriger

Auch andere Regionen in Deutschland wollen bald wieder Touristen empfangen. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat sich optimistisch gezeigt, dass im Sommer in Deutschland wieder Urlaub möglich sein wird.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält Sommerreisen innerhalb der EU für möglich – auch für Nichtgeimpfte. Diese müssten dann wahrscheinlich ein negatives Testergebnis vorlegen.

Pfingsten werde es auch in Deutschland in vielen Regionen mit dem Urlaub aber »wahrscheinlich noch etwas schwierig werden«, so Bareiß. Nach der aktuellen bundesweiten Regelung können Hotels und Gastronomie bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen theoretisch wieder öffnen.

Allerdings muss dafür auch das jeweilige Bundesland seine Infektionsschutzmaßnahmen lockern: Bei Inzidenzen unter 100 entscheiden laut Bundesgesundheitsministerium weiter die Länder über Maßnahmen.

In touristischen Modellregionen in Schleswig-Holstein kann daher schon wieder Urlaub gemacht werden – bei strengen Regeln. Was andere Bundesländer planen:

  • Im Nachbarland Niedersachsen soll es zunächst für Gäste aus dem eigenen Land mit einem Stufenplan bald wieder losgehen. Ab Anfang kommender Woche könnten Einheimische wieder in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen Urlaub machen, vorausgesetzt sie können ein negatives Testergebnis oder eine Impfung nachweisen. In allen Regionen gilt: Öffnungen für Touristen sind bundesweit erst möglich, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 bleibt.

  • Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte ankündigt, Urlaub im Freistaat in den Pfingstferien in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen wieder zu erlauben. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in Kreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 sollen ab Freitag, 21. Mai, öffnen dürfen.

  • In Mecklenburg-Vorpommern sind zumindest Tagesausflüge erlaubt, allerdings nur für vollständig Geimpfte, auch für Kinder gibt es keine Ausnahme. Vollständig Geimpfte dürfen auch Dauercampingplätze und Zweitwohnsitze nutzen. Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind weiterhin nicht erlaubt. Weitere Öffnungen noch vor Pfingsten gelten als unwahrscheinlich. Allerdings sind Lockerungen für Modellregionen im Gespräch.

  • In Rheinland-Pfalz könnten ab Mittwoch wieder Ferienwohnungen vermietet werden, auch Übernachtungen im Wohnmobil wären dann möglich, allerdings nur, wenn diese über eigene Sanitäranlagen verfügen.

  • Auch Sachsen-Anhalt mit der beliebten Urlaubsregion Harz hat erste Öffnungsschritte für den Tourismus angekündigt. Allerdings nur in Regionen, die stabil unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 liegen. Demnach könnten Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Campingplätze dort wieder öffnen. Aktuell liegen die Zahlen in den meisten Landkreisen jedoch darüber.

  • In Brandenburg soll ab Pfingsten die Außengastronomie wieder öffnen. Weitere Lockerungen sind noch unklar, in der kommenden Woche soll es weitere Gespräche geben.

  • Sachsen und Thüringen haben aktuell die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen. In Thüringen lag sie am Freitag bei 198, in Sachsen bei 184. Automatische Öffnungsschritte sind unter anderem im Bereich der Außengastronomie, Camping, der Buchung von Ferienhäusern und der körpernahen Dienstleistungen vorgesehen, allerdings nur in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100. Pensionen und Hotels sollen ab einer Inzidenz von 50 wieder öffnen.

Hamburg will wegen sinkender Infektionszahlen zunächst Ausgangsbeschränkungen aufheben und Kitas wieder öffnen. Lockerungen im Tourismus sind bisher nicht absehbar. In NRW ist die Außengastronomie zumindest im Rahmen von Modellprojekten wieder geöffnet. Reisen zu privaten Zwecken sind weiterhin nicht erlaubt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In Hessen soll es erst kommende Woche über weitere Lockerungen entschieden werden. Auch im Saarland, Bremen, Berlin und Baden-Württemberg gibt es noch keine konkreten Pläne für Lockerungen im Tourismus.

koe/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.