Neues Gastronomiekonzept Bahn erlaubt Laptops im Bordrestaurant

Elektronische Geräte unerwünscht - darauf verwies die Bahn jahrelang in den Speisekarten des Bordrestaurants. Nun sind Laptops erlaubt. Lautes Telefonieren bleibt dagegen verboten.

Bordbistro
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Wer den Speisewagen im ICE bislang als rollendes Büro benutzt hat, wurde von den Kellnern immer mal wieder aufgefordert, seinen Laptop wegzustecken. Doch hier hat die Bahn ihre Politik geändert. In den alten Speisekarten gab es noch den Hinweis, Gäste mögen auf die Nutzung elektronischer Geräte verzichten. Dieser fehlt nun.

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Heft 5/2019
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Eine Bahn-Sprecherin sagt, die Benutzung von Laptops im Bordrestaurant sei nicht verboten. "Vielmehr appellieren wir bei der Nutzung auf die Rücksichtnahme gegenüber mitreisenden Gästen." Mitarbeiter würden situativ entscheiden und gegebenenfalls den Gast persönlich auf das Thema ansprechen. "Wenn nur wenige Gäste im Bordrestaurant sind, wird ein Gast mit Laptop nicht stören." Laptop, Handy und Tablet seien heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und kämen überall zum Einsatz.

Längere Telefonate bleiben jedoch unerwünscht - man wolle "laute Monologe" von Fahrgästen verhindern, durch die sich andere Fahrgäste gestört fühlen könnten. Mit den Piktogrammen, welche ein durchgestrichenes Telefon zeigen, wolle man Fahrgäste darauf hinweisen. Ein kurzes Telefongespräch oder ein leises Gespräch würden die Restaurantgäste sicherlich nicht als störend empfinden, so die Sprecherin. Auch bei diesem Thema setze man auf Einzelfallentscheidungen der Mitarbeiter, die den Gast im Bedarfsfall dann persönlich ansprechen würden.

Anzahl der Gerichte wurde deutlich reduziert

Seit Dezember 2018 setzt die Deutsche Bahn auf ein verändertes Gastronomiekonzept, es solle "mehr Gäste ansprechen und am Ende natürlich auch mehr Umsatz machen", heißt es in einer internen Darstellung. Die Bordgastronomie sei "ein entscheidender Grund", warum sich Gäste für den Zug entschieden. Das neue Konzept habe man nicht im Elfenbeinturm entwickelt.

Neben neuem Geschirr ("Setzt das Essen neu in Szene") gibt es nun auch jedes Produkt zum Mitnehmen an den Platz. Die Anzahl der Gerichte wurde deutlich reduziert, auch um die störanfällige und komplexe Logistik zu vereinfachen. Die Bahn bezeichnet das als "Das Weniger-ist-mehr-Prinzip".

Nach wie vor hat die Bahn jedoch damit zu kämpfen, dass es zu wenig Waren an Bord gibt oder die Technik in den Speisewagen ausfällt. Trotzdem glaubt man bei der Bahn, dass das neue Konzept vieles besser machen könne. In der internen Präsentation für die Mitarbeiter zu den Neuerungen heißt es: "Wir sind gespannt, wie viele unserer Gäste bei dieser Auswahl noch freiwillig Proviant in den Zug mitnehmen."

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insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
frenchie3 26.01.2019
1. Currywurst und Pommes
sollten Umsatz bringen, vorausgesetzt die gehen nicht zum Preis von Kaviar
ffmfrankfurt 26.01.2019
2.
Das Telefonverbot wird ja noch nicht mal in den als Ruhezone ausgewiesenen Wagen eingehalten. Immer wieder wird telefoniert und laut gesprochen – immer wieder muss man die anderen Fahrgäste darauf aufmerksam machen.
ffmfrankfurt 26.01.2019
3.
Das Telefonverbot wird ja noch nicht mal in den als Ruhezone ausgewiesenen Wagen eingehalten. Immer wieder wird telefoniert und laut gesprochen – immer wieder muss man die anderen Fahrgäste darauf aufmerksam machen.
keine-#-ahnung 26.01.2019
4. Ich nutze die Bahn zwar nicht ...
... und bin deshalb nur Experte 2. Klasse, aber so ein Eipätt Pro 12.9 im Mitropawagen macht schon Sinn - da kann man sicher 4 Becher Kaffee auf einmal zum Tisch transportieren :-)
dig 26.01.2019
5. Schade
jetzt habe ich noch nicht mal mehr meine Ruhe im Bordrestaurant. Muss denn jeder überall Daddeln?
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