Deutsche Bahn Grube verspricht beste Telefonqualität bis 2018

Der Ton ist schlecht, ständig bricht das Gespräch ab: Telefonieren im Zug ist ein einziges Ärgernis. Jetzt verspricht Bahnchef Rüdiger Grube eine Lösung - bis 2018.
Bahnchef Rüdiger Grube

Bahnchef Rüdiger Grube

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Die Bahn will das Telefonieren im ICE deutlich verbessern. "2018 wird die Telefonie kein Problem mehr sein", kündigte Vorstandschef Rüdiger Grube in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur an. Die Züge erhalten bis dahin nach und nach neue Verstärker.

"In den Zügen, die wir jetzt umgerüstet haben, ist es um den Faktor zehn besser geworden", sagte Grube. "Die Leitungen sind stabil. Auch wenn Sie mit 250 km/h durch einen Tunnel oder durch dünn besiedelte Gegenden fahren - vorausgesetzt die Mobilfunkabdeckung stimmt." Hier arbeiteten die Anbieter an Verbesserungen. Grube bekräftigte auch, die WLAN-Versorgung im ICE zum Jahreswechsel zu verstärken.

"Heute lautet der erste Satz eines Telefonats häufig: 'Hallo, ich bin im Zug. Wenn die Leitung zusammenbricht, rufe ich zurück'", sagte Grube. "Das darf nicht mehr sein im 21. Jahrhundert, im Zeitalter der Kommunikation und Digitalisierung." Bis Ende 2017 sollen deshalb die meisten Züge Verstärker erhalten. Ohne die sogenannten Repeater geht es nicht, weil die Karosserie der Züge kaum Mobilfunksignale durchlässt.

Grube bekräftigte, zum Jahreswechsel auch die zweite Klasse im ICE mit kostenlosem WLAN auszustatten. "Wir werden am 1. Januar 2017 in allen ICE-Zügen WLAN haben und zwar in einer deutlich besseren Qualität. Das verspreche ich Ihnen." Von einem bestimmten Volumen an wird die Geschwindigkeit aber gedrosselt. "Wenn Sie die gleiche hohe Geschwindigkeit beibehalten wollen, dann müssen Sie entsprechend bezahlen", sagte Grube, ohne Beträge oder Datenmengen zu nennen. Er versicherte: "Für das übliche Arbeiten und Kommunizieren reicht das kostenlose Datenvolumen aber völlig aus."

Zusätzlich sollen Fahrgäste von Februar an über das ICE-Portal auf Angebote der Online-Videothek Maxdome zugreifen können. "Diese kostenlos verfügbaren Filme und Serien belasten nicht das Datenkontingent unserer Fahrgäste, sondern liegen auf einem Server im Zug."

Anders als im Fernverkehr, den die Bahn eigenwirtschaftlich betreibt, hängt ein WLAN-Angebot in Regionalzügen davon ab, ob die Bundesländer oder die regionalen Verkehrsverbünde es auch bestellen. Grube sagte, er sei mit Bestellern und Mobilfunkanbietern im Gespräch, um "baldmöglichst" WLAN auch in Regionalzüge zu bringen. "WLAN im Zug ist für viele Kunden mittlerweile so wichtig wie die Toilette."

mik/dpa
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