Mein Lieblingsstrand Keitum, der Wattspielplatz

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Meer ohne Strand - auch das kann ein Traum sein. In Keitum auf Sylt braucht es keine bunten Schwimmenten, um Kinder zu animieren. Den vierjährigen Kimi kostet es einige Mühen, die Steinbrocken mit seinen kleinen Händen zu umfassen und ein paar Schritte zu einem eineinhalb Meter hohen Hang zu wuchten.

Mit seinen kleinen Füßen balanciert er am Abgrund und wirft sie ins Watt. Plumps! Der Schlamm spritzt, Kimi quiekt vor Vergnügen. Wir Erwachsenen sitzen auf der nahe gelegenen Bank, verfolgen das Spektakel und spenden Beifall.

Plötzlich saust ein schwerer Kiesel in den Matsch, dann purzelt Kimi kopfüber hinterher. Das Geschrei ist groß, der Schock sitzt tief, Verletzungen gibt es zum Glück keine. Dafür kommt nun eine unbekannte Kreatur auf uns zugelaufen: Kimi, der Außerirdische - mit Schlamm in den Ohren und in den Wimpern. Als er lacht, zeigt sich, dass der Matsch auch zwischen seinen Zähnen sitzt.

Keitum, einst Hauptstadt von Sylt, ist ein Paradies für Kinder, auch ohne Eiskiosk und Luftmatratze. Kein Wunder, dass Buchautor Boy Lornsen hier die Idee für sein Kinderbuch "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" kam. Erst wenn man Himbeersaft von Tante Paula in den Tank des Fliewatüüts schüttet, kann es fahren - aber auch fliegen oder schwimmen. Alles eben, was man auch am Wattenmeer gebrauchen kann.

Keitum ist übrigens auch für Erwachsene ein hinreißendes Reiseziel. Hier gibt es hundertjährige Kastanien, friesische Teestuben, ofenfrischen Kuchen - und das, was sie am meisten freut: glückliche Kinder.


Im Blog hin und weg erzählen SPIEGEL-ONLINE-Redakteure und -Autoren von ihren Lieblingsstränden in Deutschland.

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Deutschlands schönste Strände: Wenningstedt auf Sylt



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