Deutschlands seltene Tiere Safari zum Wiedehopf

Wölfe, Riesenkatzen, knallbunte Vögel: Für eine Safari muss man nicht nach Afrika - es geht auch in Deutschland. Mit ein paar Tricks kann man selbst seltene Tierarten aufspüren. Zehn Exkursionen zu besonders scheuen Exemplaren.
Von Lisa Goldmann

Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut 'nen Blumentopf, fiderallala, fiderallala, fiderallalallala. Der in der "Vogelhochzeit" besungene Wiedehopf hat weit mehr zu bieten als einen Blumentopf. Ein ziemlich beeindruckendes Aussehen nämlich. Mit seinem langem Schnabel, dem rötlichen Oberkörper, den schwarz-weißen Streifen an Flügel und Schwanz und der Federhaube auf dem Kopf sieht er fast schon exotisch aus. "Wer mit mir unterwegs ist, bekommt den Wiedehopf ziemlich sicher auch zu sehen", sagt Engelbert Mayer vom Naturschutzbund Kaiserstuhl. Seit vielen Jahren organisiert er unter dem Stichwort "Wiedehopf und Hefezopf" ein- oder auch mehrtägige Exkursionen. Zuerst wird der Wiedehopf beobachtet, danach gibt's Frühstück.

Als Zugvogel ist der Wiedehopf gerade auf dem Weg in den Süden, ab März kehrt er zurück. Der männliche Wiedehopf lässt sich an dem Brutplatz nieder, den er sich schon im vorangegangenen Herbst ausgesucht hat. Dort sitzt er dann und ruft so lange, bis ein Weibchen vorbeikommt, um sich mit ihm zu paaren. Gebrütet wird in Höhlen in Bäumen oder kleinen Bauten wie Rebhütten.

Seit 23 Jahren gibt es am Kaiserstuhl ein Artenschutzprogramm für den Wiedehopf, so dass die Population von einigen wenigen Brutpaaren auf über hundert erhöht werden konnte. Mayer und seine Kollegen haben Brutkästen aufgestellt - auch deswegen kennt der Ornithologe die besten Plätze zum Wiedehopf-Beobachten ganz genau.

"Das Besondere am Wiedehopf ist sein Aussehen", sagt Mayer, "vor allem wenn er seine Federhaube aufstellt." Um das zu sehen, muss man besonders gut aufpassen. Wenn der Vogel an die Bruthöhle kommt und wieder von ihr wegfliegt, setzt er sich immer noch einmal kurz in der Nähe hin. Das ist der Moment. Nur beim Hinsetzen fächert er seine Federhaube auf, sitzt er erst einmal, klappen die Federn wieder zusammen.

Führungen: Die eintägige Führung am Kaiserstuhl beginnt um 7 Uhr und dauert etwa drei Stunden, danach gibt es Frühstück. Die Termine gibt es ab März auf der Homepage des Nabu Kaiserstuhl . Es können auch weitere Termine mit Engelbert Mayer vereinbart werden: engelbert.mayer@t-online.de Die fünftägigen Touren werden von BirdingTours organisiert und können online gebucht werden .

Fotostrecke

Deutschlands wilde Tiere: Von Wolf bis Eisvogel

Foto: Kurverwaltung_Helgoland/ picture-alliance / dpa/dpaweb

Auf der Durchreise - Kraniche bei Berlin

Kranich (Grus grus): Mit ihrem Trompeten sind die grauen Schreitvögel weithin hörbar

Kranich (Grus grus): Mit ihrem Trompeten sind die grauen Schreitvögel weithin hörbar

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Mit seinen langen Beinen, dem langen Hals samt schwarz-weißen Zierfedern und der roten Glatze auf dem Kopf gibt der Kranich ein ziemlich elegantes Erscheinungsbild ab. In den siebziger Jahren war er noch vom Aussterben bedroht, weniger als 600 Brutpaare lebten in Deutschland. Inzwischen hat sich der Bestand verzehnfacht.

Im Herbst machen sich die Kraniche aus Deutschland, Skandinavien und Osteuropa auf in ihr Winterquartier und fliegen dabei über Deutschland. Die Vögel sind einige der wenigen Profiteure der Erderwärmung. Weil es auch in Europa immer mildere Winter gibt, fliegen sie nicht unbedingt den weiten, gefährlichen Weg bis nach Afrika, sondern überwintern zum Teil auch in Deutschland.

"Der Herbst ist die Zeit, in der man die Kraniche am besten beobachten kann", sagt Henrik Watzke, Leiter der "Storchenschmiede" in Linum nahe Berlin. "Wir haben hier im Oktober bis zu 80.000 Vögel an einem Tag." Das Gebiet um Linum ist einer der größten binnenländischen Kranichrastplätze Mitteleuropas. Von 24. September bis 13. November bietet die "Storchenschmiede" regelmäßige Kranichführungen an.

Tagsüber stehen die Vögel auf den abgeernteten Feldern, fressen sich Reserven für den weiten Flug in den Süden an, ruhen sich aus und putzen sich. Nachts schlafen sie im flachen Gewässer. "Vor allem der abendliche Flug zu den Schlafplätzen ist ein großartiges Spektakel", schwärmt Watzke. "Zehntausende Kraniche bevölkern den Himmel und stoßen ihren typischen, trompetenartigen Ruf aus. Das ist eine unglaubliche Atmosphäre."

Führungen:
Infos zur "Storchenschmiede" in Linum nahe Berlin und das ausführliche Programm zur Kranichsaison 2011: storchenschmiede.de 
Preis: 6 bis 55 Euro, je nach Art der Exkursion

Nager im Nest - Biber in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern

Biber bei der Arbeit: Einst selten, ist das Nagetier heute vielerorts zu beobachten

Biber bei der Arbeit: Einst selten, ist das Nagetier heute vielerorts zu beobachten

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Biberfleisch schmeckt, und Biberfell wärmt - das sind zwei Gründe, warum der Biber Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland nahezu ausgestorben war. Durch Schutzmaßnahmen und gezielte Wiederbesiedlung gibt es inzwischen wieder relativ viele Biber in Deutschland. Und dementsprechend viele Orte, an denen sie beobachtet werden können.

Biberbeobachtungsstellen gibt es zum Beispiel im Naturpark "Dübener Heide" bei Leipzig in Sachsen und im Naturpark "Feldberger Seenlandschaft" in Mecklenburg-Vorpommern. In einer kleinen Holzhütte mit Guckschlitzen kann sich der Besucher verstecken und mit etwas Glück dem Biber dabei zusehen, wie er zu seinem Bau schwimmt. Im hessischen und bayerischen Spessart finden auch Biber-Exkursionen statt, auf denen die Spuren der Biber - Schneisen und angenagte Bäume - begutachtet werden.

Eine beachtliche Biberburg gibt es in Bayern am Chiemsee zu sehen, an der Mündung der Prien. "Die Burg ist fünf Meter lang und drei Meter hoch", erzählt Heinz-Jürgen Pohl, Biberbetreuer am Chiemsee. Hier wohnt eine ganze Biberfamilie, bis zu sechs Tiere, zusammen. "Die Burg ist gut einsehbar, vor allem im Winter, wenn es kein Schilf und keine Blätter an den Bäumen gibt. Die Chancen, einen Biber zu sehen, stehen 50 zu 50", sagt Pohl. Jeden ersten und dritten Dienstag finden Führungen statt.

Beobachtungsstellen und Führungen:
Naturpark "Dübener Heide" 

Naturpark "Feldberger Seenlandschaft" 

Biber-Exkursion im Naturpark Spessart am 25. September und 23. Oktober, Beginn 14 Uhr, Treffpunkt am Parkplatz am Friedhof in Steinau-Marjoß, Anmeldung bei Irmgard Schultheis: 0666-0349,
und am 30. Oktober ab 10 Uhr, Treffpunkt am Parkplatz an der Bundesstraße zwischen Biebergemünd-Wirtheim und der Autobahnauffahrt Bad Orb, Anmeldung bei Rudolf Ziegler: 06051-73987 oder 06059-906783.
Preis: drei Euro

Die Exkursion am Chiemsee findet jeden ersten und dritten Dienstag im Monat statt, Beginn ist bis Oktober um 17 Uhr, ab November um 16 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Treffpunkt an der umweltpädagogischen Hütte in der Schafwaschener Bucht.
Preis: Erwachsene fünf Euro, Kinder 2,50 Euro

Flattermänner im Dunkel - Fledermäuse in Schleswig-Holstein

Großes Mausohr: Bis Ende September gibt es noch Führungen in die Höhlen des Kalkbergs

Großes Mausohr: Bis Ende September gibt es noch Führungen in die Höhlen des Kalkbergs

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

15 verschiedene Fledermausarten gibt es in Schleswig-Holstein. Je nach Art überwintern sie in den riesigen Gewölben der Levensauer Hochbrücke bei Kiel oder in den Höhlen des Kalkbergs in Bad Segeberg. Der Kalkberg gilt als größtes bekanntes Winterquartier in Mitteleuropa. Hier überwintern auch die sehr selten gewordenen Arten der Bechsteinfledermaus und der Großen und Kleinen Bartfledermaus. Vereinzelt sucht sich dort auch noch ein Großes Mausohr einen Platz, die größte Fledermausart Deutschlands, die in Schleswig-Holstein akut vom Aussterben bedroht ist.

Wer möchte, kann die Kalkberghöhle vorab besichtigen, noch bis 30. September werden täglich mehrmals Führungen durch die neun Grad kalte Höhle angeboten. Ausgangspunkt ist das Fledermauszentrum "Noctalis" in Bad Segeberg. Fledermäuse gibt es dabei jedoch nur vereinzelt zu sehen - meist sind es Jungtiere, die ihr Winterquartier schon einmal besichtigen, bevor sie sich dort im Oktober einnisten. Während der Wintermonate ist die Höhle dann für Besucher gesperrt. Auch in der Umgebung finden noch bis Ende September Fledermausführungen statt, zum Beispiel in Kellenhusen und mittwochs in Neustadt.

Wirklich spektakulär wird es dann wieder im Frühjahr. Wenn die Fledermäuse aus ihrem Winterschlaf erwachen und die Höhle verlassen, kann man in der Dämmerung bis zu 2000 Exemplare dabei beobachten, wie sie aus der Höhle fliegen.

Informationen und Führungen:
Nabu-Landesstelle Fledermausschutz und Fledermausforschung  

"Noctalis"  - Erlebniszentrum für Fledermäuse
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 9-18 Uhr, Sa, So, Feiertag 10-18 Uhr
Von Oktober bis März ist die Kalkberghöhle geschlossen, um die schlafenden Fledermäuse nicht zu stören.
Eintrittspreise: Noctalis: acht Euro, Höhle: sechs Euro, Kombiticket: elf Euro, Ermäßigungen für Kinder bis 14 Jahre, Schüler und Studenten

Der Bund organisiert noch bis 28. September immer mittwochs Fledermausführungen in Neustadt, mehr Informationen gibt es hier 
Preis: drei Euro

Robben auf Helgoland - bis auf 30 Meter darf man heran

Kegelrobbenbaby auf der Helgoländer Düne: Im Winter kommt der Nachwuchs

Kegelrobbenbaby auf der Helgoländer Düne: Im Winter kommt der Nachwuchs

Foto: Kurverwaltung_Helgoland/ picture-alliance / dpa/dpaweb

Jeder kennt sie, die Bilder der Robbenbabys: weißes, dickes Fell, große schwarze Kulleraugen, herzzerreißend süß. Allerdings waren die zwei heimischen Robbenarten, die Kegelrobbe und der Seehund, in Deutschland fast ausgestorben. Die Fischerei nahm ihnen die Lebensgrundlage, viele Tiere wurden als vermeintliche Fischfangkonkurrenz getötet. Zeitweise wurden sogar Prämien für tote Robben bezahlt. Inzwischen sind Kegelrobbe und Seehund geschützt und breiten sich zumindest in der Nordsee wieder aus. Die Kegelrobbe, benannt nach ihrem kegelförmigen Kopf, ist mit bis zu 300 Kilogramm fast doppelt so schwer wie der Seehund und gilt als das größte Raubtier Deutschlands. Besonders gut kann man Robben auf Helgoland beobachten. Die Tiere liegen auf der Helgoländer Insel Düne, nicht weit entfernt von Strandkörben und Restaurants.

Der Naturschutzverein Jordsand e.V. organisiert das ganze Jahr über täglich außer montags Führungen zu den Robben. "Auf unseren Exkursionen besuchen wir Seehunde und Kegelrobben", erzählt Ulrich Kieschnick vom Jordsand Helgoland, "bis zu 200 Tiere liegen während der Jungenaufzucht auf der Düne." Das sind immer die Highlights des Jahres: wenn im Mai und Juni die Seehundbabys auf die Welt kommen und im Dezember und Januar der Nachwuchs der Kegelrobben. Die kleinen Robben mit weißem Fell bleiben etwa vier Wochen am Strand und werden von der Mutter gesäugt, bevor sie selbst im Meer schwimmen können.

"Bei den Seehunden ist es ziemlich ruhig, aber bei den Kegelrobben herrscht immer Lärm", erzählt Kieschnick. Kegelrobben verständigen sich über Grunzlaute in verschiedenen Tonlagen, auch Mutter und Jungtier kommunizieren so. "Wenn man sich ruhig verhält und keine hektischen Bewegungen macht, kann man bis zu 30 Meter an die Robben heran", sagt er. Der Verein Jordsand betreibt auch eine Hütte auf der Düne, von der aus ehrenamtliche Mitarbeiter die Tiere beobachten und aufpassen, dass Besucher den Tieren nicht zu nahe kommen.

Führungen: Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V.  Kostenlose Exkursionen zu den Robben täglich außer montags, Treffpunkt: 10.10 Uhr am Anleger auf der Düne (Änderungen bei besonders schlechter Witterung vorbehalten), Kontakt: 04725-7787

Comeback der Raubtiere - Wölfe in Sachsen

Wolf: Das Raubtier ist zurück in Deutschland

Wolf: Das Raubtier ist zurück in Deutschland

Foto: dapd

Über Jahrhunderte bevölkerte der Wolf ganz Europa. Doch Viehbesitzer machten so lange Jagd auf das Raubtier, bis es schon Ende des 19. Jahrhunderts in West- und Mitteleuropa fast ausgestorben war. Erst in den neunziger Jahren wurden wieder Wölfe in Deutschland gesichtet. Sie waren aus Polen eingewandert. Im Jahr 2000 gab es dann die ersten Welpen. Sie tauchten in der Lausitz in Sachsen auf, dort gibt es heute ein Wolfsmuseum und regelmäßig Führungen.

"Wölfe bekommt man dabei leider keine zu sehen", sagt Helene Möslinger vom Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz. Aber es gibt dennoch einiges zu entdecken. "Die Teilnehmer folgen den Spuren und Losungen - das ist der Kot - und erfahren viel über den Wolf und seine Vertreibung und Wiederansiedlung in der Region."

Führung:
Kostenlose Veranstaltungen vom Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz mit Vortrag und anschließender Exkursion am 20. Oktober und 10. November.
Infos gibt es beim Kontaktbüro 
Anmeldung telefonisch: 035772-46762

Nicht zu zähmen - Wildkatze in Rheinland-Pfalz

Wildkatze: Im Frühjahr gibt es eine Chance auf eine Begegnung mit den Jungen

Wildkatze: Im Frühjahr gibt es eine Chance auf eine Begegnung mit den Jungen

Foto: Ronald Wittek/ picture alliance / dpa

Wer durch die Natur wandert und auf eine Katze trifft, könnte eine normale Hauskatze vor sich haben. Es könnte aber auch eine Wildkatze sein. Die grau-braunen Tiere sind etwas größer und kräftiger als ihre domestizierten Verwandten und haben einen buschigen Schwanz mit schwarzen Ringen. Auch von Menschen aufgezogene Wildkatzen bleiben sehr scheu.

In Deutschland sind die Tiere vor allem in der Mitte und im Südwesten verbreitet, zum Beispiel in Rheinland-Pfalz. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Rheinland-Pfalz gibt eine Broschüre heraus mit Wanderrouten im Gebiet der Wildkatze. Im Naturpark Nassau, an der Burg Laurenburg und in acht weiteren Gebieten kann der Wanderer sich auf die Spuren der Wildkatze begeben.

Da die Tiere selten und scheu sind, ist eine direkte Begegnung aber sehr unwahrscheinlich. Im Frühling kann es allerdings vorkommen, dass der Wanderer auf Kätzchen trifft, die allein am Wegrand spielen. Die Mutter ist dann vermutlich auf Beutezug und kommt bald wieder, die jungen Tiere sollten also auf keinen Fall aufgehoben und mitgenommen werden.

Informationen:
Wanderbroschüre über BUND Rheinlandpfalz 
Mehr Informationen über die Wildkatze in Rheinland Pfalz gibt es hier  
und über das deutschlandweite Wildkatzen-Projekt vom BUND hier .

Weitgereister Einzelgänger - Luchs im Bayerischen Wald

Luchs: Wenn nicht in freier Wildbahn, dann ist das scheue Tier im Gehege zu beobachten

Luchs: Wenn nicht in freier Wildbahn, dann ist das scheue Tier im Gehege zu beobachten

Foto: Boris Roessler/ picture alliance / dpa

Wie Wolf und Wildkatze ist auch der Luchs ein scheues Tier und in freier Wildbahn nur mit sehr viel Glück zu beobachten. "Ich arbeite und wohne seit 36 Jahren im Nationalpark, und ich habe erst einmal in meinem Leben einen freilebenden Luchs gesehen", erzählt Rainer Pöhlmann vom Nationalpark Bayerischer Wald. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der letzte freilebende Luchs im Bayerischen Wald geschossen, erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam die Tierart zurück.

Im Nationalpark Bayerischer Wald kann man dennoch Luchse beobachten, sie werden dort im Gehege gehalten. "Der Besucher kann erst durch unseren Naturpark wandern und sich dann die Tiere im Tierfreigelände genauer ansehen", sagt Pöhlmann. Die Tierfreigelände grenzen an die zwei Besucherzentren, Lusen im alten und Falkenstein im neuen Teil des Nationalparks.

Dort gibt es vier bis sechs erwachsene Luchse, die meist zu zweit in einem etwa 14.000 Quadratmeter großen Käfig leben. "Die Luchse sind Einzelgänger und gehen sich aus dem Weg. Das geht bei so großen Gehegen ganz gut", sagt Pöhlmann. In freier Wildbahn würden Luchse aber viel größere Reviere bewohnen, teilweise größer als der ganze Nationalpark mit seinen über 240 Quadratkilometern, so Pöhlmann.

Durch das Tierfreigelände werden auch Führungen organisiert, bei denen man den Luchs und andere Tiere besser kennenlernt und mehr über sein Leben im Bayerischen Wald erfährt.

Information und Führungen:
Nationalpark Bayerischer Wald 
Die Führung "Unterwegs zu Uhu, Luchs und Wolf" findet bis 6. November 2011 jeden Sonntag, Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag um 11 Uhr statt und dauert circa drei Stunden. Ausgangspunkt ist das Nationalparkzentrum Lusen.
Preis: drei Euro
Hier gibt es ein Video von einem Luchs .

Nicht kamerascheu - Fischotter und Dachs in Niedersachsen

Fischotter: Per Kamera auf Gut Sunder ausspioniert

Fischotter: Per Kamera auf Gut Sunder ausspioniert

Foto: Jan Ole Kriegs/LWL/ picture alliance / dpa

Im Gut Sunder in Niedersachsen hat man einen besonderen Weg gefunden, um das Beobachten seltener Tiere möglich zu machen. Wer auf dem Gang durch die Natur nicht fündig geworden ist, geht ins Nabu-Tierfilmzentrum. Dort gibt es auf verschiedenen Monitoren Livestreams von der Umgebung. Insgesamt zehn Kameras sind auf dem Gelände rund um das Gut angebracht, an Stellen, die der Besucher selbst nicht erreicht. Sie filmen Tiere wie Fischotter, Dachs, Eisvogel und Baummarder. Und falls die Tiere gerade kamerascheu sind, gibt es Highlights aus dem Archiv.

Information:,
Nabu-Tierfilmzentrum Gut Sunder 
Geöffnet von 2. April bis 30. Oktober, dienstags bis donnerstags 14 bis 18 Uhr; samstags 11.30 bis 18 Uhr; sonntags 10 bis 18 Uhr
Preise: Erwachsene sechs Euro, ermäßigt fünf Euro; Kinder bis 17 Jahre 4 Euro

Einer für alle - Eisvogel am Bachufer

Eisvogel: Überall, wo es fließende Gewässer gibt, ist die Chance auf eine Sichtung groß

Eisvogel: Überall, wo es fließende Gewässer gibt, ist die Chance auf eine Sichtung groß

Foto: Patrick Pleul/ picture-alliance/ dpa

Man muss nicht immer eine Führung mitmachen, um seltene Tiere in Deutschland zu sehen. Manchmal braucht man nur offene Augen und Glück. Und schon blitzt zum Beispiel etwas Türkises am Wasser auf - ein Eisvogel. Der gedrungene Vogel mit dem roten Bauch und dem leuchtend blauen Rücken ist in ganz Deutschland heimisch. Aber er ist anspruchsvoll.

Zum Brüten braucht er natürliche Gewässer, die nicht kanalisiert oder mit Steinen und Beton ausgelegt sind. Denn in die steilen Erdhänge, die sich oft in den Kurven von Bächen bilden, baut der Eisvogel Röhren, in denen er seine Jungen aufzieht. Mindestens einen Meter hoch müssen die Prallhänge sein, damit der Nachwuchs vor Hochwasser geschützt ist. Bis zu dreimal im Jahr brütet der Eisvogel. Während der eine Elternteil, meist das Männchen, sich um die älteren Vogelkinder kümmert, ist das Weibchen schon mit den neuen Vogelbabys beschäftigt.

Wer also an einem Bach oder Fluss entlangspaziert, der ganz natürlich durch die Landschaft mäandert, hat Chancen. Meist sitzt der Eisvogel auf einem Ast, der übers Wasser ragt, und wartet auf seine Beute. Mit Glück kann man folgendes Szenario beobachten: Sobald einer der kleinen Fische sich an der Wasseroberfläche zeigt, schießt der Eisvogel im senkrechten Sturzflug ins Wasser. Mit dem Fisch im Schnabel zieht er sich dann wieder auf den Ast zurück, schlägt den Fisch ein-, zweimal gegen das Holz und verschlingt ihn mit dem Kopf voraus.

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