Verspätungen Flughafen Frankfurt nach Drohnensichtung vorübergehend gesperrt

Passagiere mussten teils in den Fliegern ausharren: Am Frankfurter Flughafen wurden am Morgen zeitweise alle Starts und Landungen abgesagt. Grund war eine Drohnensichtung. Der Betrieb läuft inzwischen wieder.

Terminal 1 des Frankfurter Flughafens
Lukas Görlach/ picture alliance/ DPA

Terminal 1 des Frankfurter Flughafens


Wegen der Sichtung einer Drohne ist der Frankfurter Flughafen am Donnerstagmorgen zeitweise gesperrt worden. Zwischen 7:27 und 8:15 Uhr wurde der Betrieb vollständig eingestellt, heißt es im Twitter-Account der Bundespolizei. Es seien aus Sicherheitsgründen keine Starts und Landungen möglich gewesen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport.

Passagiere, die nach Frankfurt reisen oder aus Frankfurt starten wollten, mussten teilweise in den Fliegern ausharren. Um 8:18 Uhr sei der Flugbetrieb wieder aufgenommen worden.

Dennoch kam es zu Störungen des Flugbetriebs. Laut der Deutschen Flugsicherung (DFS) wurden in Frankfurt 143 Starts und Landungen annulliert, 48 bereits gestartete Flugzeuge seien zu anderen Flughäfen umgeleitet worden.

In den Terminals beklagten Fluggäste die Kommunikation des Flughafenbetreibers. "Wir haben uns in drei verschiedenen Schlangen eingereiht und mehr als drei Stunden gewartet. Es gab kaum Durchsagen, was zu tun ist. Ich bin genervt", sagte eine 46-Jährige Amerikanerin auf der Durchreise nach Amsterdam. Auch andere Passagiere sagten, sie hätten Probleme gehabt den richtigen Schalter zu finden, um ihren Flug umzubuchen und so teilweise mehr als vier Stunden warten müssen.

Drohnensichtung am @Airport_FRA . Flugbetrieb im Zeitraum von 07:27 bis 08:15 Uhr eingestellt. Aufklärungs- und Fahndungsmaßnahmen der Sicherheitsbehörden wurden umgesetzt. Flugbetrieb seit 08:18 Uhr wieder aufgenommen. Unsere Pressemitteilung folgt. #BPol #WirSindSicherheit pic.twitter.com/ejXhY4Iva7

— Bundespolizei Flughafen Frankfurt am Main (@bpol_air_fra) 9. Mai 2019

Einem Sprecher der Bundespolizei zufolge hatte es am Morgen mehrere Hinweise auf eine Drohne im Süden des Geländes gegeben. Da sie dann aber nicht mehr gesichtet wurde, gab die Bundespolizei in Absprache mit der Flugsicherung den Betrieb um 8.15 Uhr wieder frei. Die Hintergründe der Störung seien noch unklar. Man arbeite aber mit Hochdruck an der Aufklärung - unter anderem ein Hubschrauber sei im Einsatz.

Bereits Ende März war der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen nach der Sichtung einer Drohne für eine halbe Stunde am Nachmittag eingestellt worden. Das Fluggerät war damals ebenfalls im Süden des Airports gesehen worden. Am größten deutschen Flughafen waren an dem Tag von 1439 Flügen bis zum Abend rund 60 annulliert worden, die meisten allerdings im Zusammenhang mit einer Computerpanne im Flugsicherungszentrum Langen. Wegen der Drohne kamen weitere Verspätungen hinzu.

Störung durch Drohnen: 80 Prozent mehr als noch 2017

Die DFS hat 2018 insgesamt 158 Behinderungen des regulären Luftverkehrs durch Drohnen registriert, etwa 80 Prozent mehr als noch 2017. Im Großraum von Flughäfen seien 125 der Fälle gemeldet worden, erklärte das bundeseigene Unternehmen, das für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig ist.

Die meisten Störungen gab es am Flughafen Frankfurt/Main (31), gefolgt von Berlin-Tegel (17), München (14) und Hamburg (12). 2017 waren insgesamt 88 Fälle gemeldet worden.

In Deutschland sind Drohnenflüge über den Start- und Landebereich an Flughäfen verboten - genauso wie über Menschenmengen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Behörden, Bundesstraßen oder Bahnanlagen. Dort, wo es erlaubt ist, müssen die Geräte während des Fluges grundsätzlich in Sichtweite bleiben und dürfen nicht höher fliegen als 100 Meter. Ausnahmen gibt es auf Modellflugplätzen.

Was tun gegen die Drohen?

Bisher fehlt es an schlüssigen Konzepten zur Drohnenabwehr an Flughäfen. Die Bundesregierung sei in Sachen Drohnenabwehr untätig, sagt der FDP-Bundestagsabgeordnete Bernd Reuther. "Die jüngsten Vorfälle belegen, dass wir eine eindeutige Kompetenzzuweisung zur Drohnenabwehr benötigen." Auch der hessische Landtagsabgeordnete Stefan Maas (ebenfalls FDP) kritisiert das bisherige Vorgehen: "Die Abwehr mit einer Schusswaffe oder einem Wasserstrahl, wie die Antworten der Bundes- und Landesregierung auf unsere Anfragen vorschlagen, können ja wohl nicht ernsthaft eine Lösung für das wachsende Problem sein."

Der Kasseler Hersteller Dedrone verwies auf zwölf bereits an europäischen Flughäfen installierte Detektionssysteme. Es sei schwer nachvollziehbar, dass erneut ein Hubschrauber losgeschickt worden sei, kritisierte Geschäftsführer Jörg Lamprecht. "Dabei gibt es Systeme, die in der Lage sind, Drohnen zuverlässig zu erkennen und zu orten."

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zeigte sich vorsichtig zu möglichen Abwehrkonzepten. So könnten Funkstörsender auch die Systeme der Luftfahrt beeinträchtigen und fest installierte Abwehrwaffen zusätzliche Risiken schaffen, gab Sprecher Jannis Schmitt zu bedenken. Er forderte als ersten Schritt eine bessere Sichtbarkeit der Drohnen über Positionslichter, Funktransponder oder eine Signallackierung.

asa/jus/dpa



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