Schwebebahn am Burgberg Harzzzzzzzzzzzzzz! Mit 15 km/h

Der Baumwipfelpfad im Harz erlebte im ersten Jahr einen wahren Touristenansturm. Nun will die Ferienregion nachlegen - und Besucher mit einer Schwebebahn durch die Baumkronen sausen lassen.

DPA/ Hochkant

Harz-Besucher könnten künftig eine neue Möglichkeit haben, den Wald zu erkunden: fest angegurtet in einer Baumschwebebahn. Am knapp 500 Meter hohen Burgberg im Harz soll ein sogenannter Fly-Liner entstehen.

Zum Startpunkt für die rund einen Kilometer lange Schwebebahn sollen die Gäste mit der schon bestehenden Burgberg-Seilbahn gelangen. Mit Tempo 15 wird es dann laut Projektbetreiber in sanften Kurven zwischen den Kronen der Bäume hindurch ins Kalte Tal gehen.

Der Zielpunkt der Schwebebahn soll der Eingang des Baumwipfelpfads werden, der in etwa 20 Metern Höhe durch die Kronen eines alten Mischwaldes führt. Er wurde im Mai vergangenen Jahres eröffnet. Statt der erhofften 100.000 Besucher kamen in den ersten zwölf Monaten mehr als 230.000 Gäste - Tendenz steigend.

"Die Schwebebahn ist derzeit in Planung", sagt Eva Ronkainen, Leiterin des Baumwipfelpfads. Der Rat der Stadt Bad Harzburg habe in einer öffentlichen Sitzung bereits bekannt gegeben, dass die geplante Strecke aus dem Landschaftsschutz entlassen werden soll. Darüber muss nun der Landkreis Goslar entscheiden.

Umweltschützer lehnen die Baumschwebebahn wegen des zu großen Eingriffs in die Natur ab. "Natürlich finden sie das nicht so gut", sagt Ronkainen. "Aber wir sind bereits im Dialog und wollen sensible Bereiche der Natur selbstverständlich auch ausklammern." Wo Vögel nisten oder besondere Flechten vorkommen, solle besser nicht gebaut werden.

Nach Angaben des Herstellers Hochkant handelt es sich bei der geplanten Schwebebahn um die bundesweit dritte Anlage dieser Art, die anderen beiden liegen im Saarland und in Bayern. Weitere Projekte sind geplant. Die Bauarbeiten am Burgberg könnten schon im kommenden Jahr beginnen, schätzt der Landkreis Goslar.

Spaziergang zwischen Baumkronen

jus/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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ulfD 05.07.2016
1.
Ziplining ....gibt ne coole Folge Southpark davon.
leserich 05.07.2016
2.
Das bleibt hoffentlich bei der Idee. Diese Wanderwege in Baumwipfelhöhe sind sicher eine schöne Gelegenheit zur Naturbeobachtung, morgens um 5, wenn man alleine ist. Eine solche Gleitrutsche ist aber reines Abfahrtspektakel und wird einen massiven Eingriff bedeuten, das Jauchzen und Krakelen wird meilenweit vernehmbar sein. Solche Bahnen machen Spaß, aber bitte in Städten zwischen Hochhäusern, aber nicht im Wald, schon gar nicht im Harz.
dennis3110 05.07.2016
3. @ulfd
Kann man nur hoffen, dass keiner Mountain Dew dabei hat;)
FrankBennesch 05.07.2016
4. Genau leserich,
alles verbieten was Spass macht. Ist doch egal ob da eine Region mehr Arbeitslose hat, weil diese vom Tourismus lebt. Kommt ja auf die paar Hartz4ler auch nicht mehr drauf an. Schickt die Menschen nicht mehr in die Natur, sondern in die Städte. Was ist eigentlich mit den Stränden? Da müssen wir aber auch noch ran, da muss der Mensch auch weg. Ölpest durch Lichtschutzfaktor > 30, Strandkörbe = unnatürlich und diese kreischenden Bälger erst mal - widerlich = verbieten. Ich will Strandmücken bei der Paarung beobachten, spende auch dafür ein bisschen Blut.
fatherted98 06.07.2016
5. Lieber mal...
...die Übernachtungs- und Verpflegungsinfrastruktur für den "normalen" Wanderer und Radfahrer ausbauen...da gibts noch große Lücken und nicht sehr hohes Niveau...solche Spaßgeschichten sind für Klassenausflüge ja ganz nett...aber wenn mehr Leute durch solche Iventgeschichten abgeschreckt werden als kommen...ist das wohl ein Minusgeschäft.
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