Schnellfahrstrecke München-Berlin Schon wieder Panne auf neuer ICE-Strecke

Für das Projekt musste jeder dritte Fernzug angepasst werden - doch bereits am ersten Tag der neuen ICE-Strecke Berlin-München kam es zu einer Panne. Und auch die hat schon fast Tradition auf dem neu ausgebauten Abschnitt.
ICE in Berlin bei Eröffnungsfeier

ICE in Berlin bei Eröffnungsfeier

Foto: Steffi Loos/ Getty Images

Schon am ersten regulären Betriebstag der neuen Schnellfahrstrecke Berlin-München hat sich ein ICE wegen eines technischen Problems stark verspätet. Der Zug musste deswegen am Sonntag in Nürnberg etwa 20 Minuten lang halten, durfte danach zwar weiterfahren - aber nicht auf der neuen Strecke, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte. Es ist nicht die erste Panne seit Eröffnung der neuen Bahn-Fernstrecke.

Man habe sich dafür entschieden, den verspäteten ICE auf der alten Strecke weiterfahren zu lassen, um die Hochgeschwindigkeits-Route für nachfolgende Züge freizuhalten, sagte der Sprecher. Die Fahrgäste sollten über Würzburg nach Erfurt gebracht werden und dort am Nachmittag in einen neuen Zug umsteigen.

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ICE-Neubaustrecke: In vier Stunden von München nach Berlin

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Der Sprecher rechnete damit, dass die Fahrgäste dadurch gut zwei Stunden später als geplant in der Hauptstadt ankommen sollten. Eigentlich hätte der Zug in viereinhalb statt wie bisher in sechs Stunden nach Berlin fahren sollen. Der "Sprinter" mit wenigen Stopps schafft die Strecke in rund vier Stunden.

Der erste planmäßige Zug auf der Strecke kam dagegen pünktlich an. "Der erste reguläre ICE von Berlin über die neue Strecke ist eine Minute zu früh in München angekommen. Geplante Ankunft war 11.02 Uhr", sagte ein Bahnsprecher. Die Planung und Umsetzung der Schnellfahrstrecke ist die größte Fahrplanumstellung der vergangenen Jahrzehnte - beschlossen wurde der Bau der Schnellfahrstrecke 1991. Jeder dritte Fernzug bundesweit musste angepasst werden.

Foto: Deutsche Bahn

Auf den 623 Kilometern zwischen Berlin und München über Erfurt fahren die ICE-Züge mit bis zu Tempo 300. Zuletzt wurde der 107 Kilometer lange Abschnitt von Erfurt nach Ebensfeld in Oberfranken gebaut. Der Neu- und Ausbau der Gesamtstrecke kostete rund zehn Milliarden Euro.

Ein ICE mit zahlreichen Ehrengäste und Journalisten an Bord musste bereits am Freitag auf dem Rückweg von Berlin nach München mehrmals anhalten. Der Zug hatte rund sechs Stunden für die Fahrt gebraucht.

joe/dpa
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