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Lange Nacht der Museen: Hier geht es zur Kulturdämmerung

Foto: Florian Schuh/ picture alliance / dpa

Lange Nacht der Museen Treffpunkt Eingang, 23 Uhr

In Berlin stieg einst die erste "Lange Nacht der Museen", mittlerweile gehört sie fest zu den Kultur-Highlights vieler deutscher Städte. Von Nürnberg über Frankfurt, Düsseldorf bis Bremen - hier geht es zur Kulturdämmerung.

Ein bisschen Zeit für die Vorbereitung sollte man sich nehmen: Wer in den nächsten Wochen in Berlin, Düsseldorf, Nürnberg, Bremen, Frankfurt oder im Ruhrgebiet möglichst viel Kultur in einer Nacht erleben will, macht sich am besten rechtzeitig einen Plan. Das Angebot ist riesig - und auch eine "Lange Nacht" schnell rum.

Berlin: Hier kennt die Nacht ein Morgen

Mittlerweile haben sich hier 80 Museen dem kulturellen Großevent angeschlossen. Eine ganz schöne Menge - in fast allen Häusern gelten deswegen auch noch am Sonntag die Tickets weiter. Neben einem Besuch der Berliner Museumsklassiker bietet die 34. Lange Nacht  auch die Chance, kleinere Ausstellungen zu besuchen. Wie das verträumte Bröhan-Museum  für Jugendstil und Art Déco am Schloss Charlottenburg. Auch Foodies kommen auf den Geschmack: Das Deutsche Historische Museum  nimmt Gäste mit auf eine kulinarische Zeitreise vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Das Jüdische Museum  richtet seine Führungen auf die kulinarischen Seiten der jüdischen Tradition aus. Im Friedrichshain-Kreuzberg Museum  entdecken Besucher, was in den Töpfen des internationalen Bezirks köchelt.

Termin: 17. und 18. Mai, Öffnungszeiten von 18 bis 2 Uhr, das Lange-Nacht-Ticket kostet 18 Euro, ermäßigt 12 Euro

Düsseldorf: Vom Rhein zu den globalen "Megacities"

Im vergangenen Jahr waren 23.000 Besucher dabei, 40 Museen öffneten ihre Türen. "Konzerte, Performances, Lesungen, Filmvorführungen und phantasievolle kulinarische Angebote" versprechen die Organisatoren der diesjährigen Düsseldorfer Nacht der Museen . Praktisch: Wie in vielen anderen Städten auch, bringen kostenlose Shuttle-Busse die Besucher an die Orte des kulturellen Geschehens. Tipp: Klassiker wie die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen  sind meist überlaufen - spannend versprechen auch kleinere Ausstellungen zu werden. Im Haus der Architekten  präsentiert die Fotografin Sabine Wild ihren Blick auf globale "Megacities", in der Off-Location Reinraum  werden Ausstellungsbesucher in "Big Science" selbst zu Kunstgegenständen.

Termin: 3. Mai, Einlass ab 19 Uhr, Schließzeiten je nach Museum unterschiedlich - generell zwischen 24 und 2 Uhr, Tickets 12 Euro im Vorverkauf, Abendkasse in allen Museen ab 19 Uhr

Nürnberg: Geheimnisvolle Kulturspaziergänge

Hier heißt das Kulturevent "Die Blaue Nacht"  - fällt dafür aber bunt aus. 60 Museen, Theater, Galerien, Kirchen und Vereine zeigen Gemälde, Skulpturen, Installationen und Aufführungen - in diesem Jahr zum Thema "Sehnsucht". Auf dem Hauptmarkt spazieren Besucher durch einen rätselhaften Wald, den Studentinnen und Studenten der TU München "pflanzen". Nach Einbruch der Dunkelheit lohnt der Ausflug zur Kaiserburg , an deren Mauern die Geschichte "Die Träume des Mr. Who" projiziert wird. Scheinwerfer tauchen die fränkische Stadt in blaues Licht und sorgen für eine unvergessliche Atmosphäre.

Termin: 3. Mai, Kernöffnungszeiten 19 bis 24 Uhr, Einzeltickets sind bis 2. Mai im Vorverkauf für 13,99 Euro erhältlich

Metropole Ruhr: Eine Region im kulturellen Scheinwerferlicht

20 Städte, 50 Veranstaltungsorte und 2000 Künstler laden zur "ExtraSchicht - Die Nacht der Industriekultur" . Ehemalige Industrieanlagen, aktuelle Zechen, Halden und Produktionsstätten stehen im kulturellen Scheinwerferlicht. Ziel ist es, den Strukturwandel der Region in neuem Kontext zu präsentieren. Mit dabei sind zum Beispiel die Siedlung Eisenheim - mit über 160 Jahren die älteste Arbeitersiedlung ihrer Art - und auch die Zeche Nachtigall  in Witten, das Dortmunder Brauerei-Museum , das Schiffshebewerk Henrichenburg  in Waltrop und viele mehr.

Termin: 28. Juni, Tickets 15 Euro im Vorverkauf. Wer bis zum 11. Mai bucht, bekommt für jede Karte drei Euro Ermäßigung

Frankfurt/Offenbach: Wenn Makrelen fliegen

Sogar von 19 bis 2 Uhr dauert die "Nacht der Museen"  in Hessen. Kein Wunder: Durch die Verknüpfung von Frankfurt und Offenbach werden die Wege weiter. 46 Museen wollen entdeckt werden. Es locken Shows mit ungewöhnlichen Titeln wie "Eine Makrele fliegt lautlos über Jaffa" im Bibelhaus Erlebnis Museum , "Farbenflut und Wurm-Sockel" im Städel Museum  oder "Zombie Night" im Frankfurter Kunstverein . Tipp: Fußball-Freunde machen sich auf zum Eintracht Frankfurt Museum  im Stadion. Dort warten unter anderem drei ehemalige Nationalspieler, die durch die Ausstellung führen. Zudem gibt es stündlich Touren durchs Stadion. Und eine südamerikanische Gruppe tanzt Samba und Co. Das Motto: "Bereit für Brasilien".

Termin: 10. Mai, Beginn 19 Uhr, die Schlusszeiten liegen zwischen 24 und 3 Uhr. Kartenpreis 14 Euro im Vorverkauf und an der Abendkasse

Hannover: Es darf gelacht werden

In der niedersächsischen Landeshauptstadt stehen den Besuchern die großen Häuser wie das Sprengel Museum , die Kestner-Gesellschaft und der Kunstverein  offen. Ebenfalls lohnend sind das Museum für Energiegeschichte(n)  und das Luftfahrtmuseum in Hannover-Laatzen . Ein Hingucker ist natürlich auch das Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst . Tipp: "World of Kitchen" in den Lister Höfen zeigt in seinem Küchen-Museum jede Menge Exponate aus der Welt des Kochens.

Termin: 14. Juni, Öffnungszeiten: 18 bis 1 Uhr

Bremen: Kurze Wege durch die Lange Nacht

"Schönheitsideale!" heißt das Motto der Langen Nacht der Bremer Museen . An der Weser beteiligen sich insgesamt 22 Häuser, dabei stehen vor allem das Mitmachen und Live-Events auf dem Programm. Vor dem Gerhard-Marcks-Haus  etwa wird unter Anleitung einer Bildhauerin Ton modelliert. Die meisten Museen sind in der Bremer Innenstadt und gut zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar. Die Standorte an der Weser sind durch einen Schiffsshuttle verbunden. Tipp: Um 1 Uhr startet die Lange-Nacht-Party in der Spedition am Güterbahnhof.

Termin: 24. Mai, Öffnungszeiten von 18 bis 1 Uhr, Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 9 Euro, ab 22 Uhr gilt das Late-Night-Ticket für 6 Euro

Marc Reisner/srt/ele
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