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22. Mai 2019, 21:01 Uhr

Luftfahrt

Eurowings streicht kostenlose Snacks in der Economy Class

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Keine Verpflegung, dafür aber früheres Boarding: Deutschlands größter Billigflieger Eurowings passt die Leistungen für seine Economy-Passagiere an. Er folgt damit einem Marktrend.

Demnächst gibt es bei Deutschlands größter Billigfluglinie nichts mehr gratis zu essen und zu trinken, selbst wenn Passagiere den teureren Smart-Tarif gebucht haben. Das überarbeitete Konzept soll ab dem 4. Juni gelten.

Diese Veränderung sei angeblich aufgrund "des klaren Feedbacks unserer Gäste" getroffen worden, teilte eine Eurowings-Sprecherin mit. Sie nennt die bisher gereichten und im Tarif inkludierten Getränke und Snacks eine "Verpflegungskombination" - es handelte sich dabei oft um ein Behältnis, in dem sich eine kleine Wasserflasche und ein Brot befanden. Flugbegleiter mussten auf einer Liste nachschauen, welcher Passagier den günstigsten Basistarif gebucht hatte und wem im Smart-Tarif Catering zustand.

Eurowings glaubt, die Streichung der Sandwiches sei eine Art Verbesserung, weil gleichzeitig andere Vorteile mit dem Angebot einhergehen. So würden Passagiere im Smart-Tarif künftig am Priority-Boarding teilnehmen dürfen. Bisher war dies Gästen der "BIZclass" und Kunden mit bestimmten Statuskarten vorbehalten: Die dürften wenig begeistert von dieser neuen Regelung sein, weil nun beim Vorab-Einstieg mehr Passagiere am Gate ins Flugzeug drängen.

Auch sollen Gäste im Smart-Tarif künftig garantiert ihr Handgepäck mit an Bord nehmen dürfen. Bisher konnte es sein, dass bei vollen Flügen vorab das Gepäck abgenommen und im Laderaum der Maschine transportiert wurde.

Minitüte Chips für 2,50 Euro

Eurowings reiht sich mit der Catering-Anpassung in einen Markttrend ein. Bei den Billig- und Urlaubsfliegern gibt es meist nicht einmal den kleinsten Snack gratis. Eine Minitüte Chips (40 Gramm) kostet aktuell bei Eurowings 2,50 Euro. Für ein Fläschchen Wasser werden derzeit im Basistarif 3 Euro fällig. Die Kunden sind an der kulinarischen Misere nicht unschuldig. Die meisten buchen ihre Flüge nur nach einem einzigen Kriterium, dem Preis.

Auch bei Netzwerk-Linien wie der Eurowings-Mutter Lufthansa gehört in der Economy Class oft nur noch ein Müsliriegel und ein Getränke-Service zu den Verpflegungsannehmlichkeiten. In der Business Class werden zwar nach wie vor etwas üppigere Tabletts gereicht, doch auch hier regiert Kostendruck, weil das Bordessen kaum etwas kosten darf.

Zuletzt berichtete der SPIEGEL darüber, dass die Cateringtochter der Lufthansa, LSG Sky Chefs, im tschechischen Industriepark Nová Hospoda bei Bor kochen lässt, nahe der deutschen Grenze. Das Essen wird anschließend mit Lastern Hunderte Kilometer nach Frankfurt oder München gekarrt und dort in die Kombüsen der Flugzeuge geschoben. Das soll massiv Geld sparen.

In München experimentiert Lufthansa im Terminal 2 seit vergangenem Jahr mit einem alternativen Catering-Konzept. Statuskunden und Business-Class-Gäste dürfen einen Snackautomaten benutzen. Der gibt auf Touchscreen-Druck kleine Verpflegungsboxen aus, deren Inhalt man aus zwei bis drei Angeboten selbst auswählen kann - das System wird unter dem Marketingnamen "Delights to go" vermarktet.

Schon in den Neunzigern gab es bei Lufthansa so etwas Ähnliches, wenn auch ohne Automat und in Buffet-Form mit Plastiktüten für den Transport. Das Konzept wurde nach einiger Zeit wieder abgeschafft.

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