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Reise-Highlights bei Instagram: Achtung, da geht ein Schirm spazieren

Foto: Antje Queißner

Instagram-Fotografin aus Berlin Mit Schirm, Charme und Sheila

Die Hobby-Fotografin Antje Queißner hat viele Fans auf Instagram, ihr Markenzeichen ist ein roter Regenschirm. Im Interview spricht sie über die besten Motive in Berlin und ihre Fotospaziergänge.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben auf Instagram mittlerweile mehr als 46.000 Abonnenten. Was hat Sie vor zwei Jahren eigentlich bewogen, das erste Bild hochzuladen und zu teilen?

Queißner: Im Sommer vor zwei Jahren war mein damals 13-jähriger Sohn in Ferien und hatte Sehnsucht nach seiner Hündin Sheila. Also habe ich mich bei Instagram angemeldet, Sheila beim Spazierengehen und Spielen fotografiert und die Bilder mit Janne geteilt.

SPIEGEL ONLINE: Mittlerweile ist nicht nur Sheila, sondern auch ein roter Regenschirm Ihr Foto-Markenzeichen geworden.

Queißner: Mich faszinieren Fotos mit Regenschirmen. Der erste rote war die Leihgabe einer Freundin. Mittlerweile habe ich natürlich meinen eigenen. Ich benutze ihn als grafisches Element. Inmitten der Instagram-Miniaturen wirkt er wie ein Ruhepol.

Zur Person
Foto: Antje Queißner

Antje Queißner ist gelernte Grafikerin und lebt mit ihrer Familie in Berlin-Kreuzberg. Seit zwei Jahren ist die Instagramerin mit ihrer Kamera in der Hauptstadt und Umgebung unterwegs. Immer mit dabei: Die Hündin Sheila und Queißners roter Regenschirm.

Antje Queißner auf Instagram 

SPIEGEL ONLINE: Wie komponieren Sie ihre Fotos?

Queißner: Ich mag das Schöne. Kaputte Straßen und Typen hab' ich genug um die Ecke. Am wichtigsten ist, dass mir meine Bilder selbst gefallen. Sie sollen Stimmung transportieren. Oder lustig sein. Etwa, wenn mich Sheila an der Leine hinter sich herzieht. Anfangs hatte ich nur meine Handykamera, mittlerweile arbeite ich mit einer Aufsteckkamera. Damit kann ich mich per Fernauslöser auch selbst fotografieren.

SPIEGEL ONLINE: Sie fotografieren fast ausschließlich in Berlin und Umgebung. Warum?

Queißner: Die Gebäude, die U-Bahnen - Berlin ist eine faszinierende Fotostadt. Ich mag urbane Schwarzweißbilder. Gerade im Sommer hat man bei kräftigem Licht spannende Kontraste zwischen Hell und Dunkel. Und die Schatten werfen interessante Muster.

SPIEGEL ONLINE: Was sind Ihre liebsten Berlin-Motive?

Queißner: Ich mag das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestags an der Spree mit den riesigen runden Fenstern. In der Nähe steht eine große weiße Wand, vielleicht die einzige in Berlin ohne Graffiti. Sie ist ein toller Hintergrund. Als Instagramer überlegt man immer: Wo kann ich noch hin und komm ich da rein? Mich überrascht vieles! Zum Beispiel Wendeltreppen in Berliner Wohnhäusern, eine der schönsten befindet sich in den Rosenhöfen in Berlin-Mitte. Auch der Wannsee war für mich ein fotografisches Aha-Erlebnis.

SPIEGEL ONLINE: Beschäftigen Sie sich auch mit den Galerien anderer Berliner Instagramer?

Queißner: Viele taggen ihre Bilder geografisch. Dann sieht man: Oh, das ist ein tolles Haus, ein toller Park, da muss ich auch mal hin! Manche Motive würde man gern für sich behalten - oft vergeblich. Klar tausche ich mich mit anderen Instagramern aus. Und wenn in Berlin ein "Instawalk" stattfindet, verabreden wir uns und ziehen gemeinsam los.

SPIEGEL ONLINE: Wie funktionieren diese Spaziergänge?

Queißner: Wenn sich mehr als zwei Instagramer zum Fotografieren treffen, starten sie einen Instawalk. Im Anschluss setzen wir uns meistens zusammen, sichten die Bilder und kreieren einen Hashtag. So entsteht ein kleines Fotoalbum, das beliebig erweiterbar ist. Anfangs waren wir auf den Instawalks mit 24 Leuten unterwegs, mittlerweile sind es 80 bis 100 Instagramer.

SPIEGEL ONLINE: Wie viel Zeit verbringen Sie mir Ihrem Fotoprojekt?

Queißner: Fotografieren ist sehr zeitintensiv und für mich mehr als ein Hobby. Ich lade auf meinem Instagram-Account jeden Tag ein Bild hoch, manchmal auch zwei. Meistens fotografiere ich am Wochenende und stelle die Motive dann über die Woche verteilt in meine Galerie.

SPIEGEL ONLINE: Und die Ideen gehen nie aus?

Queißner: Mittlerweile trage ich mehr mit mir rum, als ich fotografieren kann. Der Hund hat natürlich auch seinen Kopf, manchmal will er anders als ich - und dann entsteht noch mal etwas ganz Neues.

In den nächsten Wochen reisen wir in loser Reihenfolge weiter mit Instagram um die Welt und interviewen Fotografen, die dort besonders spektakuläre Reisebilder veröffentlichen.

Leseraufruf "Mit Instagram um die Welt"

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