Bahnstreik ab 14 Uhr Züge fallen schon am Morgen aus

Die Lokführer streiken heute ab 14 Uhr, für 14 Stunden. Doch Fahrgäste müssen schon am Morgen mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Der Notfahrplan gilt seit Mitternacht.

Warteposition: Ein Nahverkehrszug wartet in Hamburg auf die Abfahrt
DPA

Warteposition: Ein Nahverkehrszug wartet in Hamburg auf die Abfahrt


Berlin - Der erneute Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn beginnt heute um 14 Uhr. Aber auch Fahrgäste, die früher unterwegs sind, müssen sich auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Im Fernverkehr der Bahn gilt wegen des angekündigten Ausstandes schon seit Mitternacht ein Ersatzfahrplan, im Regionalverkehr soll der eingeschränkte Fahrplan ab 9 Uhr gelten.

Reisende könnten sich auf der Webseite der Bahn über die Notfahrpläne informieren, teilte die Deutsche Bahn mit. Auf welchen Strecken der Streik zu Ausfällen und Verspätungen führt, wisse man aber erst zu Beginn des Arbeitskampfes um 14 Uhr, sagte ein Bahnsprecher. Der Streik der Lokführer soll 14 Stunden dauern. Erfahrungsgemäß sind auch danach noch erhebliche Einschränkungen zu erwarten.

"Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen", sagte ein Bahn-Sprecher. Pendler sollten aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig an den Arbeitsplatz zu kommen. Auch der Güterverkehr ist von dem Ausstand betroffen.

Funkstille zwischen Bahn und GDL

Der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn schwelt seit Monaten. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die Lokführer bereits dreimal ihre Arbeit niedergelegt. Erst in der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche hatte ein neunstündiger Streik vor allem den Regionalverkehr zum Erliegen gebracht und auch tagsüber noch zu zahlreichen Verspätungen und Ausfällen geführt. Bewirkt hat der Streik nichts. Zwischen Unternehmen und Gewerkschaft herrscht Funkstille. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, Verhandlungen zu behindern.

Die Deutsche Bahn kritisierte den neuerlichen Streik als völlig unverständlich. Der Ausstand bringe beide Seiten in der Sache nicht weiter, teilte der Konzern mit. "Die GDL sollte verhandeln statt streiken." Derweil wirft die GDL der Deutschen Bahn eine Verweigerungshaltung vor: "Die DB verlangt von uns tatsächlich, dass wird die Füße stillhalten, bis wir gesetzlich abgeschafft werden", sagte Weselsky, der auf ein Gesetz zur Tarifeinheit verwies, das die Bundesregierung plant.

Die GDL fordert fünf Prozent mehr Geld und eine zwei Stunden kürzere Wochenarbeitszeit. Sie will auch für Zugbegleiter, Bordgastronomen sowie Disponenten verhandeln, die in den Leitzentralen Züge und Personal koordinieren. Daran scheiterten bislang die Verhandlungen.

Alles zum Bahnstreik am 15. Oktober

jbe/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
dago_d 15.10.2014
1. Streikbrecher einsetzen
Dieser miesen Erpresserbande von der GdL darf man nicht nachgeben. Kann die Bahn nicht kurzfristig ein paar Lokführer aus Polen, Tschechien oder einem anderen EU-Land einsetzen? Dann einfach die Lokführer aussperren, Hausverbot und anschließend arbeitsrechtlich abtasten. Deutschland rast gerade in die nächste Krise mit Rezession und allem Drum und Dran, und diese weltfremdem Spinner von der GdL kriegen den Hals nicht voll genug. Unglaublich.
Chemical City 15.10.2014
2.
Ich habe es ein paar Monate als Berufspendler mit der Bahn versucht. Auch ohne Streik kam ich ständig zu spät zur Arbeit und musste einen Zug nehmen, der eine Stunde früher ging. Mit dem Auto steh ich jetzt zwar ab und an mal an der Ampel in der Schlange, aber zu spät kam ich nie. Streikt weiter, bis jeder wieder das Auto nimmt. Dann aber bitte nicht wundern.
freespeech1 15.10.2014
3.
Sicherlich ist der Streik lästig, aber die GdL wird mit ihrem Abschluss ein Lohnsignal setzen für alle Mitarbeiter bei der Bahn, auch diejenigen, die nicht in der GdL sind, und darüber hinaus für die Arbeitnehmer in anderen Branchen. Daher profitieren alle Arbeitnehmer in Deutschland. Es ist ein Streik gegen Lohndumping, volkswirtschaftlich zur Stärkung der Binnennachfrage in Zeiten von Problemen beim Export.
achherrjee 15.10.2014
4. Na super
mal sehen, ob ich meinen Flug erreiche. Danke GDL!
vonschnitzler 15.10.2014
5. Dank Herr Weselsky...
>"Die DB verlangt von uns tatsächlich, dass wird die Füße stillhalten, bis wir gesetzlich abgeschafft werden", sagte Weselsky < Wenigstens geben sie zu, dass es Ihnen nicht um Inhalte geht sondern nur um Einfluss. Sie sind der beste Beweis, dass dieses Gesetz offenbar bitter nötig ist.
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