In mehr als hundert Ländern Urlaub wird für die Deutschen teurer

Mehr als hundert Reiseländer sind für deutsche Urlauber teurer geworden als im Vorjahr. Darunter sind Fernziele wie Ägypten und die USA. Doch es gibt auch Destinationen, die günstiger geworden sind.

Touristen im Roten Meer im ägyptischen Ferienort Makadi Bay
Andreas Lander/ zb/ picture alliance

Touristen im Roten Meer im ägyptischen Ferienort Makadi Bay


In vielen Ländern müssen deutsche Urlauber in diesem Sommer tiefer in Tasche greifen als noch ein Jahr zuvor. Gemessen am aktuellen Wechselkurs und der Inflation vor Ort ist der Aufenthalt in 105 Ländern heute teurer, wie aus einer Analyse des Finanzdienstleisters TransferWise hervorgeht. Von der Preissteigerung besonders betroffen sind Urlauber in Ägypten.

Nach den Berechnungen des Zahlungsanbieters, der für insgesamt 139 Länder Wechselkurse und Verbraucherpreise mit den Vorjahreswerten verglich, bekamen Urlauber in Ägypten 2018 für 100 Euro noch 100 Flaschen Wasser. Derzeit müssten sie dafür rund 27 Euro mehr bezahlen - vor allem, weil der Euro gegenüber dem ägyptischen Pfund rund ein Zehntel an Wert verloren hat und parallel dazu die Preise in dem nordafrikanischen Land deutlich gestiegen sind (plus 14 Prozent).

Teurer ist es auch in Kuba: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Kosten für Urlauber aus Deutschland wegen des Wechselkurses und der Teuerungsrate im Land um 21 Prozent gestiegen. Mit einer Steigerung von 11,4 beziehungsweise 8,8 Prozent erhöhten sich auch die Ausgaben in Mexiko und auf den Philippinen deutlich. In Thailand liegt das Plus im Jahresvergleich derzeit bei 7,5 Prozent; in Japan sind es 6,5 Prozent.

Auch in den USA (plus sechs Prozent) und in Russland (plus 4,2 Prozent) müssen Reisende aus der Bundesrepublik mit höheren Kosten rechnen. In Brasilien sind es 6,5 Prozent.

Reiseziele, die günstiger geworden sind

Allerdings: In 34 Ländern ist der Urlaub im Jahresvergleich günstiger geworden. Vorne liegen hier Argentinien (minus 8,8 Prozent), Island (minus 8,4 Prozent) und Kolumbien (minus 7,8 Prozent). Im Jahresvergleich günstiger ist mit einem Rückgang von 3,4 Prozent auch ein Urlaub in Australien.

Zweigeteilt ist die aktuelle Entwicklung für deutsche Urlauber in der Türkei. Einerseits hat der Euro binnen Jahresfrist gegenüber der Lira deutlich an Wert gewonnen, andererseits sind Preise vor Ort aber ebenfalls stark angestiegen. Unter dem Strich bleiben beim Kauf von 100 Flaschen Wasser heute rund zwei Euro übrig.

Grundsätzlich sollten Touristen bei der Wahl des Reiselandes auch auf die aktuelle Preisentwicklung vor Ort und den Wechselkurs schauen, rät Gina Gallaun von TransferWise. "Denn wer vorab vergleicht, kann unbemerkte Kosten vermeiden."

jus/AFP



insgesamt 26 Beiträge
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Gluehweintrinker 05.07.2019
1. Ich wette, dass man sich wieder mal "abgezockt" fühlt.
Irgend jemand muss sich da gegen den armen Deutschen verbündet haben, der schließlich auch gucken muss, wie er "zurechtkommt". Die Fernreise zu exotischen Stränden plus diverse Kurzurlaube sind doch schließlich heute quasi Teil des Grundgesetzes, oder? (Ironie aus). Welchen Wert hat es für einen Touristen (oder sollte man ihn gnädigerweise lieber als "Reisenden" bezeichnen, was vielleicht eher seinem Selbstbild entspricht?), wenn er die Lebenshaltungskosten am Urlaubsort kennt? Oder werden spezielle Warenkörbe für Urlauber zum Preisvergleich herangezogen? Was nützt es zu wissen, wie sich die Preise für Grundnahrungsmittel, Versicherungsleistungen, Handwerker, Reifenwechsel und anderes in einem Reiseland entwickelten? Einfluss haben solche Faktoren nur sehr indirekt auf eine Unterkunft beispielsweise, und es hängt sehr davon ab, welches Preisniveau ganz allgemein der Urlauber wählt. So kann ich in Südflorida in einem Loft residieren für 1.000 USD pro Nacht und mehr, aber auch bieten sich einfache Motels für 70 USD. Ich kann im Gourmet-Café frühstücken oder bei der blaubedachten Pancake-Kette. Ich könnte ohne weitere Kosten am Strand baden gehen, oder ich gebe für einen Tag in einem Themenpark für eine vierköpfige Familie 500 bis 800 USD aus, je nach Opulenz des Ticket-Paketes und seiner Zusatzleistungen ("Skip the Lines" - "Dining Package"...) Und schließlich habe ich auch als Urlauber die freie Wahl des Reiseziels und muss mir die Frage beantworten, ob es sinnvoll ist, mit der Familie zur Hauptreisezeit, nämlich in den Sommerferien zu verreisen, wenn es alle tun wollen und die Preise entsprechend hoch sind, oder ob ich meinen Jahresurlaub nicht lieber auf Winter-, Oster- und Herbstferien verteile und die Kinder im Sommer in eine lokale Ferienfreizeit schicke. Wer keine schulpflichtigen Kinder hat, ist ohnehin gänzlich frei und kann sich komplett auf die Nebensaisons konzentrieren. Wie auch immer: auch unter dem Eindruck gefühlt steigender Preise wird jeder eine Urlaubsform finden können, die seinen Preisvorstellungen entspricht.
zeisig 05.07.2019
2. Zu Hause bleiben.
Ägypten, Kuba - wer sich das nicht leisten kann soll bitteschön zu Hause bleiben. Urlaub am Baggersee, oder irgendwo in Deutschland - das ist die Antwort auf diese Meldung.
varesino 05.07.2019
3. Urlaub wird teurer?
Urlaub wird teurer? Was war denn nocheinmal Urlaub? Die Abwesenheit von der Arbeitsstelle zu Erholungszwecken, die Entbindung von Alltagspflichten zu Erholungszwecken, ... Aber wo ist die Verpflichtung zur Reise? Erholungsreise? Ich denke Erholung wird nicht teurer. Stressiges Reisen in der Hauptsaison war schon immer teuer und nicht wirklich erholsam.
Marillax 05.07.2019
4. Dem Klima zuliebe verzichten
Da wir jetzt alle grün denken, kommen solche Reisen ja sowieso nicht mehr infrage, da die Klimaschädlichkeit von Flügen und Kreuzfahrten eindeutig nachgewiesen ist. Also nicht weinen drum, hier ist's auch schön. (Meine letzte Flugreise ist übrigens schon drei Jahrzehnte her.)
krautrockfreak 05.07.2019
5. Das müsste alles noch viel teurer werden, vor allem das Fliegen!
Der momentane Massenandrang an den Flughäfen zeigt, was alles falsch läuft bei uns. Die Leute fleigen ohne Sinn und Verstand, warum sollte man auch verzichten? Nein, wir benötigen eine hohe Steuer aufs Fliegen, sodass die Flugpreise sich verdreifachen, mindestens. Und inländische Flüge gehören generell verboten. Nur, mit solchen Politkern wie wir sie momentan haben, ist das nicht zu machen. Die Hörigkeit vor der Wirtschaft und deren Macht ist viel zu groß. Schließlich will man ja mal in den Aufsichtsrat einer AG wechseln, da dort das fette Geld winkt. Und da macht man gefälligst nichts, was die Karriere ruinieren könnte...
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