W-Lan vor dem Abflug So surfen Sie an deutschen Flughäfen

Viele Passagiere wünschen sich freies W-Lan am Flughafen. Doch nicht immer ist der Service verfügbar, und wenn es Internetzugang gibt, kostet die Nutzung häufig Gebühren. Zwei deutsche Flughäfen haben ihre Praxis jetzt geändert.

W-Lan für alle: An den Flughäfen Köln und Frankfurt können Reisende kostenlos und unbegrenzt surfen
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W-Lan für alle: An den Flughäfen Köln und Frankfurt können Reisende kostenlos und unbegrenzt surfen


Unterwegs unkompliziert und kostenlos das Internet nutzen zu können, wünschen sich viele Reisende. Bislang geht das an vielen deutschen Flughäfen nicht: Der Service ist entweder gar nicht verfügbar, oder die Nutzung des W-Lan-Zugangs kostet Gebühren, von Anfang an oder nach einer stark begrenzten Zeit. Meistens sind das 60 Minuten. Der Flughafen Frankfurt hat das jetzt geändert und sein Internetangebot ausgebaut.

Reisende können W-Lan dort kostenlos nutzen - rund um die Uhr. So können Passagiere ihre Zeit sinnvoll nutzen und ihr Datenvolumen schonen, internationale Reisende können Roaming-Gebühren vermeiden. Als "erstes internationales Luftverkehrsdrehkreuz in Deutschland und eines der ersten in Europa" biete Frankfurt diesen Service und "werde so den Bedürfnissen einer zunehmend mobilen und kommunikativ vernetzten Gesellschaft gerecht", sagte Peter Schmitz vom Vorstand der Fraport.

Um den Service nutzen zu können, muss der Nutzer sich registrieren und kann sich dann mit einem Code bei einem Hotspot der Telekom einloggen. Wer ohne mobiles Gerät reist, kann kostenpflichtige "Internetpoints" nutzen.

Der einzige andere große deutsche Flughafen, der rund um die Uhr diesen kostenlosen Service anbietet, ist Köln-Bonn. Der Heimatflughafen von Germanwings darf sich sogar als Vorreiter sehen. Er bot als erster deutscher Airport rund um die Uhr kostenloses W-Lan für Besucher und Passagiere an. "Darauf sind wir durchaus stolz", sagt Flughafensprecher Alexander Weise. "Das gehört für uns zu einem guten Service." Nach einer einfachen Registrierung kann das freie Surfen beginnen.

Das W-Lan-Angebot an den anderen großen deutschen Airports im Überblick:

  • Hamburg (HAM): Auch am Airport der Hansestadt können Passagiere und Besucher 60 Minuten kostenlos über das Flughafen-W-Lan surfen. Danach bezahlt man: 5 Euro für eine Stunde, 10 Euro für drei Stunden und 15 Euro für 24 Stunden. Für Vielflieger gibt es die Option, 30 Tage für 25 Euro zu surfen. Nach Angaben des Airports wird derzeit an mehr Bandbreite und einer besseren Verfügbarkeit des W-Lans gearbeitet. Die Nutzung der "Internetpoints" ist kostenpflichtig.

  • Berlin (TXL & SFX): Im alten Flughafen Tegel gibt es kein kostenloses WLAN. Reisende und Besucher müssen über den Browser ihres mobilen Geräts einen kostenpflichtigen Provider wählen. Das Gleiche gilt für den Airport Schönefeld.

  • München (MUC): Am zweitgrößten deutschen Airport sind 30 Minuten Internetzugang über das W-Lan kostenlos. Jede weitere Stunde schlägt mit 4,95 Euro zu Buche. An den stationären Computern im Flughafen kosten fünf Minuten bereits 50 Cent, eine Stunde liegt bei 1 Euro. Eine Erweiterung des W-Lan-Services ist nach Angabe der Pressestelle in Planung und werde noch in diesem Jahr umgesetzt.

  • Düsseldorf (DUS): Am Drehkreuz Düsseldorf gibt es seit April dieses Jahres kostenlosen W-Lan-Zugang für 30 Minuten. Darüber hinaus staffeln sich die Preise so: 4 Euro für eine halbe Stunde, 6 Euro für eine Stunde, 12 Euro für vier Stunden. Der Hotspot wird von Vodafone betrieben.

Das W-Lan-Angebot an kleineren Flughäfen:

  • Leipzig/Halle (LEJ): 6,95 Euro für 60 Minuten werden beim Zugriff auf den Hotspot fällig. Das Drahtlosnetzwerk steht im Terminal B zur Verfügung.

  • Nürnberg (NUE): Surfen im W-Lan des Flughafens ist 30 Minuten gratis. Danach fallen je nach Provider unterschiedliche Gebühren an. Gerade zu Messezeiten werde das kostenlose Angebot von Fluggästen besonders honoriert, heißt es vom Airport Nürnberg.

  • Bremen (BRE): Der Internetzugang über das W-Lan ist 30 Minuten kostenlos. Zugriff gibt es nur bei den Gates. Da Bremen im Gegensatz zu den großen Hubs nur ein An- und Abflughafen sei, hat das W-LAN nach Angaben des Airports keine so große Bedeutung.

  • Dresden (DRS): 30 Minuten W-Lan gibt es gratis. Danach fallen Gebühren an. Gratis-W-Lan sei ein vielfach geäußerter Wunsch der Fluggäste gewesen, erklärt der Flughafen.

  • Stuttgart (STR): Am sechstgrößten Airport Deutschlands gibt es ebenfalls kein kostenloses W-Lan. Ohne zu bezahlen, gelangt der Nutzer nur auf die Startseite des Flughafens, wo er sich etwa über den Flugplan sowie An- und Abflüge informieren kann. Wer über das Flughafen-W-Lan surfen will, muss aus einer Auswahl an Providern ein kostenpflichtiges Angebot wählen.

  • Hannover/Langenhagen (HAJ): Das W-LAN ist nicht kostenlos. Wird der Hotspot der Telekom benutzt, fallen je nach gebuchtem Paket unterschiedliche Gebühren an. Doch mit Beginn der niedersächsischen Sommerferien soll eine Stunde W-Lan gratis sein.

  • Frankfurt-Hahn (HHN): Der Airport wird vor allem vom Billigflieger Ryanair genutzt. Freies W-Lan gibt es nicht. Der Hotspot der Telekom ist kostenpflichtig. Man überlege aber, kostenloses Internet drahtlos anzubieten, weil sehr viele Passagiere danach fragten.

  • Dortmund (DTM): Hier ist das W-Lan auch nicht kostenlos. Für eine Stunde fallen 3 Euro an, für zwei Stunden 5 Euro.

Phillip Laage/dpa/jkö



insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
seduro34 04.07.2014
1.
Deutschland ein digitales Entwicklungsland. 6,95 Euro für eine Stunde W-Lan an einem Flughafen, das ist international peinlich.
Seraphan 04.07.2014
2. Ende der Wegelagerei
Zitat von sysopTMNViele Passagiere wünschen sich freies W-Lan am Flughafen. Doch nicht immer ist der Service verfügbar, und wenn es Internetzugang gibt, kostet die Nutzung häufig Gebühren. Zwei Flughäfen haben ihre Praxis jetzt geändert. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/w-lan-an-deutschen-flughaefen-in-frankfurt-und-koeln-24-stunden-freies-surfen-a-979163.html
Das ist sicherlich den vielen internationalen Reisenden zu verdanken, die über diese Abzocke und modernen Form von Wegelagerei wahrscheinlich nicht nur den Kopf geschüttelt, sondern ihren Unmut gleich den Fluggesellschaften mitgeteilt haben.
runawaygirl 04.07.2014
3. Entwicklungsland ...
Am LAX gibt es Lounges mit Steckdosen und kostenloses WLAN für 3 oder 5 Stunden ... da träumt man hier von.
tommirf 04.07.2014
4. In München?
Im Terminal2 ( Lufthansa - Bereich ) jedenfalls nicht... nur mit Anmeldung und kostenpflichtig ( Telekom ) ab der ersten Minute. Aber dafür sind wir wenigstens eine Weltstadt....
osis1980 04.07.2014
5.
Als Deutscher schäme ich mich dafür, dass Gäste so empfangen werden. Das ist 2014 mehr als peinlich. Aber ein typisch deutsches Problem mit der Störerhaftung...
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