Alternativen zum Skifahren Runter kommen sie alle

Jetzt kommen die Fatbiker! Und die Snowtuber! Und die Kiter! Wie vielfältig Berge im Winter genutzt werden, zeigen diese zehn Alternativen zum Skifahren.

alpinfatbikes.com / SRT

Schnee steht für Spaß - allerdings braucht es dafür nicht zwangsläufig Skier oder ein Snowboard. Mit diesen zehn alternativen Wintersportarten kommen Sie auch an die frische Luft und müssen auf den Adrenalinkick nicht verzichten:

Fatbike fahren in der Steiermark: Doppelt so dick

Fatbikes bringen Radfans dahin, wo normale Mountainbikes nicht mehr weiterkommen - sogar in den Schnee. Dank der etwa doppelt so breiten Reifen wie bei gewöhnlichen Rädern pflügen Fatbiker über verschneite Wander- und Schlittenwege, Skiabfahrten, Singletrails und Rodelbahnen.

Eines der schönsten Reviere liegt in der Region Schladming-Dachstein. Dort bietet Michael Stix von "Alpine Fatbike" Touren für Downhillprofis und Genussradler an (etwa ab 69 Euro für eine zwei- bis fünfstündige Tour).

Die Touren sind teilweise auch für Kinder unter zehn Jahren geeignet, auch sind manche als Nachttour möglich. Für diese bekommen die Teilnehmer zusätzlich zur Ausrüstung einen Helmscheinwerfer. Start ist um 18 Uhr. Nach anstrengenden Stunden auf langen Abfahrten und durch schmale Trails bleibt nur eins: den Tag in einer Almhütte bei Kaiserschmarrn und Kasnocken ausklingen zu lassen.

Schneeschuhwandern im Allgäu: auf Riesenlatschen durch den Schnee

Nur ein Knirschen ist zu hören, wenn der Schnee unter den Riesenlatschen nachgibt. Und nur die Spuren bleiben im Schnee zurück. Rund um Oberstaufen können Urlauber Schneeschuhwanderungen abseits vom Pistenrummel unternehmen.

Nicht ganz so einsam ist man beim Schneeschuhfestival im Naturpark Nagelfluhkette (149 Euro pro Person). Vom 15. bis 17. Februar stehen geführte Touren auf dem Programm - von einer achtstündigen Wanderung mit Gipfelbesteigung über eine Schneeschuhtour mit Lawinenprävention bis zu einer kurzen Schneeschuhtour mit Iglubau. Abends gibt es Kässpatzen, eine Stirnlampenwanderung sowie eine Pferdeschlittenfahrt.

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Alternativen zum Skifahren: Fette Bikes, vereiste Wasserfälle

Eisklettern im Pitztal: Nervenkitzel am gefrorenen Wasserfall

Wenn im Herbst die Temperaturen sinken, wachsen aus den Wasserfällen gefrorene Kletterrouten. Dann mit Pickel und Steigeisen die Eisformationen emporzuklettern, reizt immer mehr Bergsportler.

Zu einem Eiskletter-Zentrum hat sich die Pitztaler Bergwelt in Tirol entwickelt. Anfänger und Kletterprofis loten dort ihre Grenzen von Dezember bis Ende März an 45 Eisfällen aus. Auf Einsteiger warten variantenreiche Routen, auf Profis spektakuläre Eiswände mit bis zu 190 Meter Höhe.

Bizarre Gebilde aus Eis, eine überhängende Boulderwand und Basecamp-Atmosphäre erwarten die Teilnehmer beim "Eis Total Kletterfestival" vom 18. bis 20. Januar in St. Leonhard im Pitztal (58 Euro ohne Anreise, Unterkunft und Verpflegung). Zwei Tage lang können Sportler dort die neuesten Eiskletterprodukte testen und zusammen mit staatlich geprüften Bergführern auch die ersten Züge am steilen Eis wagen.

Hundeschlittenfahren in Finnland: auf Pfoten durch den Schnee

Unter den Kufen knirscht der Schnee, die Huskys hecheln in der Winterluft, der Schlitten gleitet über verschneite Moore. Bei einem Hundeschlittenkurs im Norden Finnlands fühlen sich Winterurlauber für ein paar Tage wie Jack London im "Ruf der Wildnis". Wer auf der Huskyfarm Hetta, etwa 300 Kilometer nördlich von Rovaniemi, an einer achttägigen Hundeschlittensafari teilnimmt, der saust täglich zwischen 30 und 50 Kilometer durch die Einsamkeit Lapplands.

Nach einer Einführung zum Umgang mit dem Hundeschlitten sowie einem Briefing in Sicherheit und Überleben unter arktischen Bedingungen starten die etwa sechs Teilnehmer mit Schlitten, Tieren und zwei Guides. Die anspruchsvollen Touren erfordern gute Kondition. Doch das Zusammensein mit den Hunden mit Fellpflege, Fütterung und den langen Touren lassen die Lenker der Hundeschlitten die Anstrengungen schnell vergessen. Geschlafen und gegessen wird in Blockhütten - teilweise ohne fließendes Wasser (eine achttägige Tour kostet 1775 Euro pro Person).

Snowtubin g in der Schweiz: Abfahrt im Gummi-Donut

Das Vergnügen auf dem Gummi-Donut nennt sich Snowtubing. Dabei sausen Große und Kleine auf einer präparierten Bahn auf einem aufgeblasenen Reifen mit bis zu 40 km/h ins Tal. Über Schneewellen und Schanzen geht's abwärts.

Im Snowtubing-Park Engstligenalp, oberhalb von Adelboden im Schweizer Kanton Bern, stehen mehrere Bahnen zur Auswahl: ein Highspeedkanal für Tempo-Junkies und gemächlichere Bahnen für alle, die lieber langsam bergab gleiten. Ein Spaß für Familien oder Freundeskreise ist eine Fahrt im Konvoi mit mehreren Reifen. Zum Park kommt man per Luftseilbahn (Kombi-Ticket inklusive Seilbahnfahrt und Reifen für vier Stunden für 36 Euro).

Bobfahren in Innsbruck: Gänsehaut im Eiskanal

Mit Karacho saust der Rennbob durch die Kurven, der Fahrtwind pfeift und in der Magengrube kribbelt es. Seit die Olympischen Winterspiele 1976 und Stefan Raabs Wok-WM in Innsbruck-Igls gastierten, hat die Olympia-Bobbahn Kultcharakter. Im Viererbob kann man mit bis zu 115 km/h den Eiskanal hinunterrasen (100 Euro pro Person). Für die 14 Kurven braucht es etwa 60 Sekunden.

Etwas kürzer, aber nicht weniger abenteuerlich ist eine Fahrt im "Gästebob" (ab 35 Euro pro Person). Fünf Gäste und ein Pilot starten am Damenstart in Kurve 5 und rasen mit bis 100 km/h durch die 800 Meter lange Bahn. Danach geht's ins Bob Café K14 - dort gibt es Getränke und ein Fenster mit schöner Aussicht.

Rodeln im Salzburger Land: Kurvenrausch auf der Rekordrodelstrecke

Bryan Reinhart / Wildkogel-Arena / SRT

Die Bahn in Bramberg am Wildkogel ist 14 Kilometer lang und überwindet 1300 Höhenmeter. Damit ist sie die längste beleuchtete Rodelbahn der Welt. Selbst mit einem Holzrodel aus dem Baumarkt kommt man dort auf bis zu 40 km/h und kann in etwa 30 bis 50 Minuten bei Flutlicht durch die Nacht sausen (die Einzelfahrt kostet für Erwachsene 12,50 Euro, für Kinder 6 Euro).

Im Januar 2017 stellten 508 miteinander verbundene Schlittenfahrer einen Rekord als längste Rodlerkette auf und stehen sogar im "Guinessbuch der Rekorde". Auf halber Strecke steht die Après-Skihütte Zwischenzeit. Nach einer Pause heißt es dann wieder Sturzhelm auf, Schnur in die Hand und bloß nicht aus den Kurven fliegen.

Snowkiten im Schwarzwald und in den Alpen: Tanz der bunten Drachen

Airpass, Bar und Chickenloop - dies sind keine Geheimcodes für eine Grillparty, sondern Fachbegriffe der Snowkiter. Mit dem "Schneedrachen" lassen sich Kiter auf ihrem Snowboard oder ihren Ski mithilfe des Winds über Tiefschneehänge und zugefrorene Seen ziehen oder segeln auch mal mehrere Meter weit durch die Luft.

Auf dem Plateau des Feldbergs im Südschwarzwald in der Nähe von Freiburg bieten Snowkite-Schulen Kurse aller Schwierigkeitsstufen an (etwa einen Zweitageskurs inklusive Ausrüstung ab 219 Euro). So schwärmt Christoph Volk, Inhaber der Kiteschule Skywalker, von den Sprüngen, die möglich sind, und von der Freiheit, die der Sport bietet. Volk ist mit seiner Snowkiteschule nicht nur am Feldberg präsent, sondern auch auf der Schwäbischen Alb, in Österreich auf der Loferer Alm und in Zell am See.

Snowquad-Touren im Erzgebirge: Abenteuer auf vier Rädern

Quadfahren kann süchtig machen. Noch verrückter sind Snowquad-Touren über Berg und Tal, durch Schnee und über vereiste Straßen und Wege. Dabei kommt es nicht auf die Geschwindigkeit an, sondern auf das dosierte Gasgeben (die eineinhalbstündige Wintertour kostet 79 Euro).

Ein geeignetes Revier bietet das Skigebiet Holzhau im Erzgebirge. Nach einer Einweisung in die Handhabung und Technik des vierrädrigen Quads startet die Gruppe mit einem Tourguide zum Ritt durch die Wälder bis in die Tschechische Republik. Am Wegesrand liegen Cafés zum Aufwärmen.

Winterparagliding in Tirol: Schweben über Alpengipfeln

Aktivzentrum Zillertal / SRT

Die Tandemflüge werden vorwiegend im Skigebiet der Zillertal Arena im eigenen Fluggebiet am Zellberg durchgeführt. Von schnellen Steilkurven bis zum ruhigen Gleitflug ist alles dabei. Und wer es sich zutraut, der darf selbst mal lenken. Hinauf zum Startplatz geht es mit der Arena Gondelbahn (Start auf 2200 Meter kostet 130 Euro pro Person, Start auf 1300 Meter kostet 85 Euro pro Person). Mitfliegen dürfen übrigens auch Kinder ab drei Jahren.

Spielzeugklein wirkt die weiße Winterwelt aus luftiger Höhe. So ein Paragliding-Flug über bedeckte Baumwipfel und Berghänge ist ab dem Aktivzentrum Zillertal in Tirol möglich. Ein Tandempilot mit langjähriger Flugerfahrung übernimmt das Steuern.

Sybille Boolakee, srt/jus

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