Aktionskünstler am Weißen Berg Montblanc wird rot

Der "Weiße Berg" errötet: Der Aktionskünstler Marco Evaristti hüllt den Montblanc in rote Tücher – aus Protest gegen die Verschmutzung der Alpen. Die Gendarmerie hatte ihn gerade noch abhalten können, das Eis mit Farbe einzusprühen.


Chamonix – Evaristti ist nicht aufzuhalten: Am Dienstag hatte die Gendarmerie den dänischen Künstler vorübergehend festgenommen, als er das "ewige Eis" des Montblanc mit Farbe auf Erdbeerbasis besprühen wollte. Heute nun begann Evaristti damit, auf dem höchsten Gipfel der Alpen rot gefärbte Tücher auszubreiten. Die Aktion des roten Montblanc ist auch ein Protest gegen die Verschmutzung der Alpen durch Touristen. Der Bürgermeister von Chamonix, Michel Charlet, lehnt die Aktion als "albern und illegal" ab.

Evaristti begann auf 4810 Meter Gipfelhöhe mit dem Bau einer Hütte als Symbol für den "Pink State" (Rosa Staat), den er schaffen wolle. Außerdem habe er 250 Quadratmeter rosafarbene Tücher ausgelegt, sagte ein Begleiter des Künstlers. Das Montblanc-Projekt gehört zu einer Trilogie, die 2004 auf Grönland begann. Damals hatte Evaristti einen Eisberg rot eingefärbt, um gegen die Deponie atomarer Abfälle der USA nahe der US-Militärbasis Thule zu demonstrieren. Evaristti ist ein Provokateur: 2005 hatte er in Österreich Kunstfreunde aufgefordert, Mixgeräte einzuschalten, in denen lebende Goldfische schwammen.

abl/dpa



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