Alpen Mindestens zwei Skifahrer starben in Lawinen

Zwei Tote, ein Vermisster und mehrere Schwerverletzte: Wegen zahlreicher Lawinen kam es am Wochenende in Bayern und Österreich zu tödlichen Unglücken abseits der Pisten. Dabei hatte die Polizei vor der hohen Gefahr ausdrücklich gewarnt.


Kochel/Rottach-Egern/Rosenheim/Wien - Drei Lawinen haben am Wochenende in den bayerischen Alpen mehrere Wintersportler unter sich begraben, ein 27-Jähriger starb auf dem Wallberg am Tegernsee. Auch in Österreich war die Bergwacht im Dauereinsatz: Im Gebiet von Hintersee kam ein 52-jähriger Teilnehmer einer Skitour in einer Lawine ums Leben, einer wird noch vermisst.

Für das Wochenende hatte der Lawinengefahrendienst Bayern für den Alpenraum Gefahrenstufe vier ausgegeben. "Es besteht oberhalb 1400 Metern eine große Lawinengefahr, in tieferen Lagen ist die Lawinengefahr mäßig", gab die Münchner Kommission auf ihrer Homepage bekannt. In vielen Steilhängen könne bereits die Belastung durch einen einzelnen Skifahrer oder Snowboarder eine Lawine auslösen. Die Polizei warnte Wintersportler deshalb eindringlich davor, die gesicherten Pisten zu verlassen.

Auch die Gruppe um den getöteten 27-Jährigen war abseits der Piste unterwegs, als sich Samstagmittag das Schneebrett im Mangfallgebirge nahe Rottach-Egern löste. Drei weitere Männer aus seiner Gruppe wurden zum Teil schwer verletzt, teilte die Polizei in Rosenheim mit. Ein 20-Jähriger wurde dabei nur oberflächlich verschüttet und konnte sich selbst befreien, um den Rettungsdienst zu alarmieren.

Auf dem Herzogstand bei Kochel am See wurde ein 14 Jahre alter Jugendlicher von einem Schneebrett mitgerissen und verletzt. Der Junge war nach Polizeiangaben mit zwei Freunden ebenfalls ins freie Skigelände gefahren. Oberhalb eines Grabens stürzte der Jugendliche. Als er wieder aufstehen wollte, löste sich ein Schneebrett unter ihm. Im Wettersteingebirge bei Garmisch-Partenkirchen konnten sich zwei Wintersportler nach einem Lawinenabgang selbst befreien.

Vom Schneebrett verschüttet

Auch in Österreich waren nach anhaltenden Neuschneefällen zahlreiche Lawinenwarnungen herausgegeben worden, die vor allem von Skitouren außerhalb der markierten Pisten abrieten. Dennoch stieg am Samstag eine fünfköpfige Gruppe im Gebiet von Hintersee mit Tourenskiern in Richtung Feichtensteinalm zum Regenspitz auf.

Bei der Abfahrt entlang der Aufstiegsroute lösten sie ein Schneebrett aus, von dem drei Männer mitgerissen wurden. Zwei wurden durch die Lawine verschüttet, konnten sich aber selbst befreien. Ein 52-jähriger Salzburger starb in den Schneemassen. Die Schwerverletzten wurden von Rettungshubschraubern geborgen.

Ebenfalls im Gebiet von Hintersee wird seit Samstag ein 47 Jahre alter Skifahrer vermisst. Der Österreicher wurde von einem Schneebrett verschüttet und dabei vermutlich getötet. Wegen der hohen Lawinengefahr musste die Bergrettung die Suche zunächst abbrechen.

abl/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.