Im Licht Andalusiens Weiße Dörfer, weiße Pferde, weiße Strände

Costa de la Luz, so wird Andalusiens Atlantikküste genannt, Küste des Lichts. Die fast kitschige Atmosphäre hat den Berliner Fotografen Malte Jäger fasziniert - hier sind seine Bilder.


Weiße Dörfer, weiße Pferde, weiße Strände, dazu der Atlantik und das besondere Licht am Meer: Andalusien hat mit all seiner Schönheit viel Postkartenkitsch zu bieten. Der Berliner Fotograf Malte Jäger hat die Stimmung in der Provinz Huelva im Südwesten Spaniens aufgegriffen. Da wehen Pferdemähnen im Wind, und weiß getünchte Kirchen leuchten vor tieforangefarbenem Himmel.

"Ich wundere mich nicht, dass Andalusien sehr kitschig erscheint", sagt Jäger SPIEGEL ONLINE zu seinen Fotos. Schließlich sei genau diese Gegend - zusammen mit Portugals Süden - sein Sehnsuchtsort. "Wenn es beruflich machbar wäre, würde ich dort ab morgen leben", sagt er. "Ein Teil meiner Familie wohnt bei Sanlúcar de Barrameda, von dort aus kann man mit der Fähre in den Nationalpark Coto de Doñana übersetzen. Daher kann ich recht oft das Licht der Costa de la Luz genießen."

Viele seiner Fotos hat er in und um El Rocío aufgenommen. Der Ort ähnele wie kein anderer Europas der Szenerie eines Wildwestfilms, sagt Jäger. "El Rocío ist eine Geisterstadt von wenigen hundert Einwohnern. Aber zu Pfingsten schwillt die Bevölkerung durch die vielen Pilgerer auf über 1,5 Millionen an." Verehrt wird die Heilige Jungfrau der Stadt, auch Weiße Taube genannt.

"So einen Ort habe ich noch nirgends sonst erlebt. Ich würde ihn auf jeden Fall außerhalb der Pilgersaison besuchen, um sein Westernstadt-Flair zu erleben." Jeden Moment scheine Zorro von einem der Westernhäuser zu springen, um eine Flamenco-Schönheit zu retten, schreibt Jäger auf seiner Webseite.

Der 37-jährige Malte Jäger ist 2011 mit seiner Dokumentation "Couchsurfin' the World" bekannt geworden. Dafür hat er Couchsurfer in aller Welt begleitet und mit seinen Porträts den zweiten Platz bei den renommierten World Press Photo Awards gewonnen.

abl



insgesamt 15 Beiträge
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MichaelGoldberg 17.09.2014
1. Anreise in 10 Sekunden
Google Earth bietet die schöne Möglichkeit mittels der Bodenansicht das Städtchen zu erkunden. Ich war vor 2 Tagen auf diese Art zufällig dort. Einmalig!
Alme 17.09.2014
2. Der schönste Fleck Europas..
..ist für mich unbestritten die Costa de la Luz, von Tarifa über Cádiz und Conil de la Frontera bis nach Huelva und vor allem auch das andalusische Hinterland mit Sevilla, Córdoba und Ronda, oder pittoreske Pueblos blancos wie Zahara de la Sierra. Das harte, helle Licht lässt dort alles etwas scharf überzeichnet aussehen, dazu kommen die weißen Gebäude und der extrem blaue Himmel, und vor allem sehr nette Menschen. Ohne Spanischkenntnisse wird es allerdings schwer, Englisch ist generell an der Costa de la Luz nicht sehr gebräuchlich - und das ist auch gut so, sonst wären schon längst Horden von deutschen Pauschaltouris dort eingefallen. Nachdem ich dort längere Zeit gelebt habe und nun beruflich wieder in Deutschland bin, vermisse ich die Gegend und vor allem die Andalusier über die Maßen. Wenn sich dort eine berufliche Chance eröffnete, würde es mir wie dem Fotografen aus dem Artikel gehen: Morgen würde ich Flieger sitzen, und ich glaube, ein zweites Mal würde ich nicht zurückkommen.
jinete 17.09.2014
3. unbeschreibliche Natur
Ich habe das große Glück in Andalusien zu leben. Wir besitzen eine kleine Finca in der Nähe Sevillas. Dort bieten wir Reittouren an. Unser Reitgebiet ist einmalig schön. Die Marismas der Doñana bieten einfach Alles für den Naturliebhaber. Rosmarinhügel, Pinienwälder, Lagunen mit seltenen Vögeln, große Flamingoschwärme, seltene Raubvögel und mit Glück den iberischen Luchs. Und besonders romantisch sind die Vollmondnächte, wenn sich der Mond vielfach in den überfluteten Reisfeldern spiegelt
dreamdancer2 17.09.2014
4. ...
Andalusien ist wunderschön, stimmt. Ich war vor zwei Jahren im Sommer dort - und will unbedingt noch mal hin, dann allerdings im Frühling oder Herbst, damit es nicht schon zu heiß ist.
basileacd 17.09.2014
5. Alles mal halblang
Die Strände dort unten sind nichts besonderes und kulinarisch hochwertiges ist sehr schwer zu finden (immer nur Reis, Tomaten, Kartoffeln, Bohnen, fettiger Fisch). Ausserdem ist's viel zu heiss und es hat viele Easy Jet Sauftouristen, die billig nach Malaga fliegen. Da gefällt mir Sardinien mit den Super-Stränden, gutem Essen und italienischer Heiterkeit einiges besser!
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