Hafen der Stadt Hvar
Hafen der Stadt Hvar
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Reisewarnung für Küstenregionen im Süden Was Kroatienurlauber jetzt wissen müssen

Die Bundesregierung warnt vor Reisen in beliebte Urlauberregionen im Süden Kroatiens. Was aber, wenn ich mich gerade in Split oder auf der Insel Brac aufhalte - oder bald dorthin will?

Nun hat es auch Kroatien getroffen, zumindest Teile des Landes: Die Bundesregierung warnt vor Reisen in die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die sogenannten Gespanschaften Sibenik-Knin mit dem Nationalpark Krka sowie Split-Dalmatien mit der Hafenstadt Split und den Inseln Brac und Hvar. Zuvor hatte das Robert Koch-Institut (RKI) die Regionen als Risikogebiet eingestuft.

Steigende Zahlen von Corona-Neuinfektionen in den beliebten Urlaubsregionen sind der Grund für die Ansage des Auswärtigen Amts - genau wie am vergangenen Freitag, als die Behörde eine Reisewarnung für Spanien (mit Ausnahme der Kanaren) aussprach.

Zwar zählt Kroatien zu den beliebten Urlaubszielen der Bundesbürger im Ausland. Allerdings ist der Anteil von Individualreisenden vergleichsweise hoch. Was bedeutet die Reisewarnung für Teile Kroatiens für sie - und was für Pauschalurlauber? Drei Szenarien im Überblick:

Szenario 1: Ich bin vor Ort

Pauschalurlauber, die bereits vor Ort sind, werden auf Kosten ihres Reiseveranstalters nach Deutschland zurückgeholt. Das heißt: Im Zweifel steht eine frühere Abreise an. "Pauschalurlauber sollten den vom Veranstalter organisierten Rückflug auch nutzen", mahnt die Juristin Sabine Fischer-Volk von der Kanzlei Karimi in Berlin. "Denn sonst müssen sie ihre Rückreise später selbst bezahlen."

Individualreisende, die bereits vor Ort sind, müssen sich selbst und auf eigene Kosten um eine Rückreise kümmern. Sie sind allerdings nicht gezwungen abzureisen - eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Das heißt, sie können auch ihren gebuchten Rückflug nehmen. Sie sollten aber prüfen, ob dieser weiter wie geplant angeboten wird. Es könnte sein, dass Airlines Verbindungen streichen.

Wichtig: Wer jetzt aus einer betroffenen Region zurückkehrt, gilt als Rückkehrer aus einem Risikogebiet - mit den entsprechenden Verpflichtungen zu einem Corona-Test und Quarantäne zu Hause, bis ein negatives Testergebnis vorliegt.

Szenario 2: Ich wollte bald los

Pauschalurlauber, die ihre Reise in den kommenden Tagen antreten wollten, haben nun schlechte Karten: Für deutsche Reiseveranstalter ist die Reisewarnung bindend. Die Unternehmen sagen ihre Reisen in der Regel ab, sobald eine Warnung vorliegt. Anzahlungen bekommen die Gäste in diesem Fall zurück. Urlauber mit baldigem Reiseantritt können nun auch ihrerseits kostenlos den Reisevertrag kündigen.

Individualreisende, die ihre Reise bald antreten wollten, sollten sich gegebenenfalls mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung setzen. Streicht die Airline nun den Flug, muss sie das Geld erstatten. Falls der Flug aber wie geplant durchgeführt wird, gibt es kein Geld zurück, wenn der Passagier den Flug verfallen lässt. Viele Fluggesellschaften sind derzeit bei Umbuchungen kulant. So kann es möglich sein, den Flug erst einmal kostenlos zu verschieben.

Szenario 3: Ich will in einigen Wochen los

Pauschalurlauber, die für die Herbstferien gebucht haben, müssen nun geduldig sein. Es ist offen, wie lange die Reisewarnung gelten wird, die Corona-Lage kann sich schnell ändern.

Wer für die Herbstferien gebucht habe, könne nicht gleich morgen seine Reise kostenlos stornieren, sagt die Juristin Fischer-Volk. Denn bis zum Urlaub sind es noch einige Wochen. "Hier muss ich abwarten, wie sich die Lage entwickelt", erklärt die Reiserechtsexpertin. Wer jetzt sofort kündigt, dem drohen Stornogebühren. "Am besten schaut man, wie die Situation am Reiseziel vier Wochen vor Reiseantritt aussieht." Dann sei eine Prognose zur Durchführbarkeit der Reise sicherer.

Und: "Wer zu einer Risikogruppe gehört, kann den Veranstalter um eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt bitten", sagt Fischer-Volk. Das gilt auch für Urlauber, die schon jetzt sicher wissen, dass sie auch im Herbst nicht auf die Balearen wollen. Die großen Veranstalter zeigen sich derzeit kulant bei den Umbuchungsoptionen.

Pauschalurlauber, die jetzt trotz Reisewarnung buchen, handeln auf eigene Verantwortung. "Wer jetzt noch trotz der Reisewarnung bucht, weil er davon ausgeht, dass es im Herbst nicht mehr schlimm sein wird, der kann später nicht kostenfrei stornieren, da er das Risiko in Kauf genommen hat", erläutert Fischer-Volk. Hier käme dann wieder eine rechtzeitige, kostenlose Umbuchung infrage.

Übrigens: Die Reiserücktrittsversicherung können Urlauber im Fall einer Reisewarnung nicht nutzen. Solche Warnungen sind nach Angaben des Bunds der Versicherten (BdV) nicht versichert.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) betonte, die Reisewarnung gelte nicht für den Großteil der touristischen Regionen, in denen deutsche Urlauber gern unterwegs seien - wie etwa Istrien. "Dennoch gilt auch hier, dass sich Urlauber an die bekannten Abstands- und Hygieneregeln halten sollten."

jus/dpa
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