Advent in Kopenhagen Smushi mit Tannennadel

Traditionell, von wegen! In Kopenhagen sind Rentiere und Weihnachtskugeln auch gerne mal glitzernd pink. Beim Adventsausflug können Last-Minute-Geschenkesucher in dänischem Design schwelgen.

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Farbenfroh und appetitlich liegen sie auf dem großen Teller mit den weihnachtlichen Verzierungen: Smushis heißen die kleinen belegten Brote. Eine Wortkreation aus den typisch dänischen Broten namens Smørrebrød und Sushi, also Schnittchen im Mini-Format. Doch zwischen Shrimps und Ei mischt sich ein merkwürdiger Geschmack: Tannennadel.

Es ist Advent in Kopenhagen - auch im Royal Smushi Cafe am Amagertorv, gleich bei der bereits weihnachtlich-dekorierten Fußgängerzone. Ganz hinten in der Gaststätte steht ein runder Holztisch - mit einem Christbaum in der Mitte. Ab und zu rieselt eine Nadel hinunter. Und die landet irgendwo zwischen kleinen Herings-, Lachs-, Kalb- oder Schweinefleischstückchen auf den Smushis.

Ungewöhnliche Snacks sind nicht das Einzige, was einen Besuch im königlichen Café besonders macht. Bei einem Schnittchen-Lunch kann man hier ganz entspannt dänisches Design begutachten, die Kreationen von Georg Jensen, Fritz Hansen, Kvadrat, Holmegaard und anderen gehören zur Einrichtung. "Unsere Idee war, viele Partner zusammenzuholen und ein Café aufzumachen, in dem ganz bewusst 'Product Placement' betrieben wird", sagt Besitzerin Lo Østergaard.

Ausgefallene Design-Geschenke kann man auch bei Karsten Lauritsen finden. Der Künstler gehört inzwischen zu denjenigen, die in Kopenhagens Designszene den Ton angeben. Er ist Gründer des Designer Zoos im Stadtteil Vesterbro, einer Mischung aus Galerie, Geschäft und Werkstatt.

Lauritsens Werkstatt im Keller des Hinterhauses nimmt wohl den größten Platz ein. Zwei Schmuckdesignerinnen arbeiten hinter dem Verkaufsraum im oberen Stockwerk. Lauritsen hatte die Idee, den Künstlern einen Raum zu bieten, in dem sie ihre Entwürfe gemeinsam vorstellen können. "Kleine Shops sind zwar auch schön, aber es ist einfacher, wenn man sich zusammenschließt." Insgesamt sieben Designer bieten jetzt ihre Produkte an - neben Schmuck auch Keramik, Strickkleidung, Kunsthandwerk und Tische.

Designstücke für Weihnachtsmuffel

Vom klassischen Grün und Rot ist bei Normann Copenhagen in der Østerbrograde nicht viel zu sehen. Weihnachten findet in diesem beliebten Designladen in Schwarz-Weiß, Pink, Hellblau oder Orange statt. Da glitzern kleine Hirsche auf den Tischen, die Kerzen haben die Formen von Tannenzapfen oder Christbäumen.

Richtige Weihnachtsmuffel können sich freuen: Die Deko endet am Eingangsbereich, auf den restlichen 1700 Quadratmetern dieses ehemaligen Kinos kann der Kunde nach formschönen, skandinavischen Designstücken stöbern.

Schönes dänisches Porzellan findet man bei Royal Copenhagen - der königlichen Porzellanmanufaktur. Im Flagship-Store startet die Weihnachtssaison mit einer beliebten Tradition: Sechs Tische im Erdgeschoss und dem ersten Stockwerk des Renaissance-Hauses, das zu den ältesten der Stadt gehört, werden von Künstlern und Prominenten eingedeckt. Üppig, mit wertvollem Geschirr und allem, was der Fundus des Hoflieferanten hergibt. Schon seit 1963 gibt es diese Tradition - und sie sorgt jedes Jahr für lange Schlangen vor den Türen des Geschäfts.

Auf Wartezeiten müssen sich auch alle Besucher einstellen, die der meistbesuchten Attraktion Dänemarks in der Adventszeit einen Besuch abstatten wollen: dem Tivoli. Der Vergnügungspark verwandelt sich in ein Winter-Wunderland mit Tausenden kleinen Lichtern und Glasornamenten, Verkaufsbuden für Christbaumschmuck, warmen Wollsachen und ein bisschen Kitsch. Wer bei den dänischen Adventstemperaturen kalte Füße bekommt, sucht bei einer der Buden Unterschlupf, dort gibt es Glögg, Waffeln und Honigkuchen.

Verena Wolff/dpa/beh



insgesamt 2 Beiträge
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alfredjosef 16.12.2014
1. Autorin auf shopping tour
Ich bin zwar öfter in Kopenhagen, aber so habe ich es noch nie gesehen. "Ausgefallene Design-Geschenke", Porzellanfigürchen und glitzernde Rentiere in pink. Kopenhagen mal ganz ganz anders :-) Die Geschlechter sind doch wirklich nicht gleich, niemals. Ist ja auch gut so. aj
2ndgeneration 16.12.2014
2.
Na wenn Weihnachtsmuffel genug vom kommerziellen alljährlichen Weihnachtsshopping haben, sollen sie fernab vom Weihnachtsmarkt... na: Shoppen und Luxusgüter konsumieren? Wo bleibt denn da der Unterschied? :)
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