ÖBB Nightjet: Die neuen Strecken sind eine Kooperation europäischer Eisenbahnunternehmen
ÖBB Nightjet: Die neuen Strecken sind eine Kooperation europäischer Eisenbahnunternehmen
Foto: Harald Eisenberger / öbb

Wien-München-Paris und Zürich-Köln-Amsterdam Bahn gibt Starttermine für neue Nachtzugstrecken bekannt

Nachtzüge sind wieder gefragt – und Bahnkunden können sich auf neue Verbindungen via München und Köln freuen, die noch in diesem Jahr starten sollen.
Von Julia Stanek

Fans nächtlicher Bahnreisen können sich ein Datum im Kalender anstreichen: Ab Mitte Dezember wird es zwei neue Nachtzugangebote geben, die durch Deutschland führen. Die Verbindung Zürich-Köln-Amsterdam wird in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember an den Start gehen, Wien-München-Paris in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Dies bestätigte ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) dem SPIEGEL auf Anfrage. Das neue Angebot werde zum Fahrplanwechsel 2021/2022 eingeführt.

Es handelt sich dabei jedoch nicht um DB-Nachtzüge im Eigenbetrieb, sondern um eine Kooperation europäischer Eisenbahnunternehmen: der Deutschen Bahn, der französischen SNCF, der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), der Schweizerischen Bundesbahnen und der staatlichen Eisenbahngesellschaft der Niederlande, Nederlandse Spoorwegen (NS). Bereits Ende 2020 hatten sich die Unternehmen darauf verständigt, ihre Zusammenarbeit auszubauen.

Was das konkret für die Verbindungen heißt, erklärt der Bahn-Sprecher am Beispiel Wien-München-Paris. Die Fahrzeuge stellten die ÖBB, aber auf dem Zug sei »auch deutsches Personal im Einsatz«, etwa der Lokführer und der Zugchef. »Kurzum: ein echtes Kooperationsprojekt.« Der neue Ansatz einer europäischen Kooperation folge der Devise: »Wenn in Europa jeder ein bisschen Nachtzug macht, dann ist damit der Zukunft des Nachtzugs wenig gedient.«

Konkrete Angaben zu Preisen und dem Service für die neuen Strecken macht die Bahn nicht. Auch die Abfahrts- und Ankunftszeiten gab sie bisher nicht bekannt. Die genauen Daten würden ab Mitte Oktober auf der Website der Deutschen Bahn zu finden sein, heißt es; ab dann sind auch Tickets buchbar.

Auch Berlin-Paris soll kommen

Bei der Verständigung zu mehr Zusammenarbeit wurden auch Pläne geschmiedet, bis Ende 2023 die Städte Wien und Berlin mit Brüssel und Paris per Nachtzug zu verbinden sowie Zürich und Barcelona ab 2024. Auch hieran werde jeweils weiter festgehalten, bestätigte der DB-Sprecher dem SPIEGEL.

  • Letztgenannte Strecke wird jedoch den Angaben zufolge nicht in Deutschland halten. »Nach aktuellem Planungsstand soll der Zug von Zürich nach Frankreich und dann weiter nach Barcelona verkehren«, teilt die Deutsche Bahn mit.

  • Bezüglich der geplanten Strecke von Wien/Berlin nach Paris/Brüssel kündigt die Bahn an: »Die Züge fahren in Wien und Berlin los, sie werden dann im Rhein-Main-Gebiet zusammengeführt und nach ihren Destinationen Brüssel oder Paris als neue Züge zusammengestellt.« Gleiches soll in umgekehrter Reihenfolge ab Paris und Brüssel in Richtung Berlin und Wien gelten.

Die Bahn war vor fünf Jahren aus dem Nachtzuggeschäft ausgestiegen, mit dem Argument, es sei ein nicht rentables Nischengeschäft. Die ÖBB hatte daraufhin Teile des Angebots übernommen, beispielsweise Fahrten ab Hamburg nach Zürich oder Wien. Derzeit boomt das Segment , es kommen immer mehr Verbindungen in Europa hinzu. Nachtzüge werden als umweltfreundlichere Alternative zum Fliegen – etwa in europäische Metropolen, aber auch auf langen Strecken innerhalb Deutschlands – diskutiert.

jus
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