Die Abruzzen Höchste Erhebung des Apennin

Ein Erdbeben der Stärke 5,8 hat die Abruzzen erschüttert. Die mittelitalienische Region mit dem höchsten Berg des Apennin ist von ausländischen Touristen noch wenig entdeckt - in der Wildnis der Nationalparks leben noch heute Bären, Luchse und Wölfe.


Hamburg - Die zum Apennin gehörenden Abruzzen gelten als eine der letzten Wildnisse Italiens. Beliebt ist die Region vor allem bei einheimischen Touristen, bei Ausländern gilt das Gebiet eher als Geheimtipp. Die Hauptstadt der mittelialienischen Region ist die Stadt L'Aquila, die umgeben von einem Gebirgskranz mit dem 2912 Meter hohen Corno Grande im Tal des Aterno liegt.

Das Industrie- und Verwaltungszentrum mit rund 70.000 Einwohnern wurde im 13. Jahrhundert vom Staufenkaiser Friedrich II. gegründet und in ihrer Geschichte mehrfach von Erdbeben verwüstet, unter anderem im Jahr 1703.

Touristen schätzen besonders den historischen Stadtkern mit Palazzi, Springbrunnen und Kirchen aus der Barock- und Renaissance-Zeit. Dazu zählen der Fontana delle 99 cannelle (Brunnen der 99 Wasserhähne) aus dem 13. Jahrhundert und die Kirchen Santa Maria di Collemaggio aus dem 13. und die monumentale Basilika des heiligen Bernhardin von Siena aus dem 15. Jahrhundert. Laut der Nachrichtenagentur Ansa stürzte die Kuppel einer der Kirchen bei dem Erdbeben ein, und auch die Kathedrale wurde beschädigt.

Für Wanderer interessant ist der in der Nähe liegende Parco Nazionale d'Abruzzo, der älteste Nationalpark in den Apenninen, dessen - zwar noch kärglich markierte - Wanderwege zwischen schroffen Bergen verlaufen, an Flüssen und Seen entlangführen. In den dichten Wäldern leben Bären, Wölfe, Luchse und Hirsche. Zwei weitere Nationalparks können die Abruzzen vorweisen: Majella und Gran Sasso-Laga, der auch Skifahrer anlockt.

In nur kurzer Zeit sind von den Bergen aus die 130 Kilometer Küste an der Adria erreichbar mit ihren Buchten, Klippen und über 20 Kilometer langen Stränden. Vor allem die Hafenstadt Pescara, mit etwa 120.000 Einwohnern, die wirtschaftlich bedeutendste Stadt der Abruzzen, ist ein bei römischen Touristen beliebter Bade- und Winterkurort. Die Abruzzen sind ein traditionelles Weinanbaugebiet, bekannt für den Montepulciano D'Abruzzo, und Lieferant hochwertiger Olivenöle.

Die regionale Tourismusbehörde zählte 2008 in den Küstenorten rund 550.000 Gäste mit zusammen knapp vier Millionen Übernachtungen. Dazu kamen 43.000 Gäste mit 192.000 Übernachtungen im Binnenland. Die meisten waren Italiener, nur 80.000 Ausländer verbrachten 2008 ihre Ferien in den Abruzzen.

abl/dpa



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