Erster deutscher Mountainboard-Park Ein Brett, vier Luftreifen und jede Menge Mut

Deutsche Mountainboarder finden eine Heimat: Bisher mussten sich die waghalsigen Brettkünstler in Bike-Parks oder in freier Wildbahn üben. Nun wird im Sauerland der erste Mountainboard-Park Deutschlands gebaut - gleich neben Skiliften zur bequemen Bergfahrt.


Winterberg - In den USA erfunden, in Großbritannien groß geworden - nun auch in Deutschland angekommen: das Mountainboarding oder Allterrainboarding (ATB). Das dazugehörige Sportgerät ist eine Art Snowboard auf vier Rädern oder Skateboard, das durch luftgefüllte Reifen geländegängig wird. Die Sportler sausen mit dem an den Füßen befestigten Brett offroad über Stock und Stein, am liebsten aber über Hindernisse wie Rampen, Kicker, Tables und Drops, wie sie in eigens angelegten Parks angeboten werden.

Ab Mitte Juni wird der erste deutsche Mountainboard-Park im nordrhein-westfälischen Sauerland entstehen. "Bisher waren Mountainboarder Gäste von Bike-Parks, wie dem in Winterberg", sagt Susanne Schulten, Sprecherin der Tourist-Information Winterberg, zu SPIEGEL ONLINE. "Sie sind dort aber nicht gerne gesehen, da sie langsamer als die Mountainbiker sind." Der Bike-Park-Betreiber will daher bis Anfang Juli den Rockon Mountainboard-Park eröffnen, "wenn der TÜV mitspielt", sagt Schulten. Auch finden im nahen Willingen bereits seit einigen Jahren die deutschen ATB-Meisterschaften statt.

Zwei Strecken des Skiliftkarussells Winterberg werden extra für das neue Sportgerät umgestaltet. Sie werden mit Kurven, Rampen und anderen Hindernissen versehen, stellen leichte beziehungsweise mittelschwere Anforderungen an die Fahrer und verlaufen direkt neben der Skipiste. Zur Freude der Skiliftbetreiber: "Die Lifte sollen möglichst ganzjährig genutzt werden", sagt Schulten. Die Anlage sei durchaus noch ausbaufähig.

Wem die Zeit zum nächsten Snowboard-Urlaub zu lang oder das Skateboard zu langweilig wird, kann das Offroad-Brett in Winterberg auch erst mal ausprobieren. Vor Ort lassen sich Boards, Helme und Protektoren ausleihen und Fahrkurse belegen. Gelenkt wird per Gewichtsverlagerung. Und für Anfänger gibt sogar eine Bremse, die an der hinteren Achse des Boards befestigt wird. Den Bremszug hält der Fahrer in der Hand - Profis allerdings verzichten auf die kleine Hilfe. Die üben sich lieber in den vielen Fahrstilen wie Downhill, Freestyle, Boardercross, Slopestyle und Kiteboarding.

abl



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