Europäischer Flussbadetag Der große Sprung

Am Sonntag wird die Elbe zum längsten Süßwasserstrand Europas. An mehr an 50 Orten feiern die Menschen die Wiederauferstehung des einstmals schmutzigsten europäischen Flusses. Europaweit werden Zehntausende zur Aktion "Big Jump" gleichzeitig in ihre wieder sauberen Flüsse hüpfen.


Elbe: Baden in dem einst schmutzigsten Fluss Europas
DDP

Elbe: Baden in dem einst schmutzigsten Fluss Europas

Hamburg - Von Portugal bis Polen, von Großbritannien bis nach Italien, in die Seine, Rhône, Themse, Po, Rhein und Elbe - der gemeinsame Sprung in die Flüsse findet am 17. Juli um 14 Uhr statt. Die Aktion "Big Jump", der erste europäische Flussbadetag, hat sich aus dem "Elbebadetag" im Jahr 2002 entwickelt und soll in fünf und in zehn Jahren erneut gefeiert werden. Die großen europäischen Umweltorganisationen veranstalten zusammen mit vielen Städten und Gemeinden über 200 Badefeste. In Deutschland springen die Teilnehmer unter anderem in Elbe, Rhein und Donau. In Hamburg wird ein Strandfest veranstaltet, in Karlsruhe findet ein Marathonschwimmen statt.

Die Aktion unterstütze die Europäische Wasserrahmenrichtlinie mit dem Ziel, bis 2015 überall in Europa "einen guten ökologischen Zustand der Flüsse wiederzugewinnen", sagte Roberto Epple vom European Rivers Network. 2002 hatten über 100.000 Menschen von der Quelle der Elbe in der Tschechischen Republik bis zur Mündung in Deutschland an über 55 Badestellen mit EU-Badequalität gefeiert. Dieses Jahr wird der zweite Elbebadetag in der neuen Hamburger HafenCity von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und Fußballlegende Uwe Seeler eröffnet werden.

Badende in historischen Gewändern von 1872 (Elbebadetag 2002): Früher gab es zahlreiche Badeanstalten an der Elbe
DPA

Badende in historischen Gewändern von 1872 (Elbebadetag 2002): Früher gab es zahlreiche Badeanstalten an der Elbe

Die Giftfrachten aus der industriellen Produktion spielten in den meisten Flüssen Europas kaum noch eine Rolle, betonte Roberto Epple vom European Rivers Network. Problematisch seien dagegen weiterhin Gülle und Kunstdünger aus der Landwirtschaft, vor allem Nitrate. Besonders gut ist die Wasserqualität nach den Worten Epples inzwischen in Elbe und Rhein. "Aber auch die Themse ist so sauber, dass es auch hier längst wieder Lachse gibt", sagte der Experte.



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