Expo-Kritik Pakistans prachtvolle Privatbusse

Blickfang auf dem Expo-Stand Pakistans ist der bunte Bus. Er ist ein Tummelplatz für die Kinder, die in seinem Inneren spielen. Rundherum ähnelt der Pavillon jedoch eher einem Möbelhaus - und einem Bazar.

Von Thorsten Pifan


Hannover - Expo-Gäste, die sich nicht für den asiatischen Raum interessieren und Halle 26 auf dem Westgelände daher meiden, werden den bunten Bus - Pakistans Expo-Prachtstück - trotz allem kennen. Ist er doch nicht nur Blickfang des Pavillons, sondern nimmt auch an der täglichen Expo-Parade teil. Er wird allenthalben bewundert.

Magnet: Der bunte Bus aus Pakistan
Foto: Thorsten Pifan

Magnet: Der bunte Bus aus Pakistan

Es handelt sich dabei allerdings um einen Privatbus - die öffentlichen Verkehrsmittel sind wohl auch in Pakistan so trist wie hier zu Lande. Die Wagen mit ihrem verspielten Äußeren verbinden meist entlegene Regionen miteinander - oder große Städte.

Innerhalb der Kommunen verkehren ganz "normale" Busse. Wer dort auf exklusiven und exotischen Transport setzt, nimmt die Pferdekutsche - auch solch ein Modell ist ausgestellt.

Wer die beiden Transportmittel eine Weile bewundert, dem steigt bald der Duft typisch pakistanischer Speisen in die Nase. Der angenehme Geruch lockt zu dem kleinen Imbiss. Dort sind einige landestypische Gerichte auf die Schnelle zu genießen. Für Gemütlichkeit bietet der Stand allerdings kaum Platz. Außerdem ist das Angebot einfach zu kommerziell.

Pakistanische Möbel am Expo-Stand
Foto: Thorsten Pifan

Pakistanische Möbel am Expo-Stand

Dieser Eindruck geht auch nicht verloren, wenn sich die Besucher weiter umschauen. Der Stand wirkt auf den zweiten Blick wie eine Möbelausstellung, auch wenn die Stücke meist aus edlem Rosenholz gefertigt sind.

Die Symbolik, die hinter dem Möbellager steht, wird dem Gast auf Nachfrage erklärt. "In vielen Dörfern leben die Menschen vom Handwerk. Die Kommunen sammeln die Produkte, und schließlich werden sie in großen Mengen in alle Welt exportiert", berichtet ein Stand-Betreuer. "Das sind nicht einfach Exportwaren, sondern auch ein Stück pakistanischer Kultur."

Bis Anfang Juli war der Stand noch nicht fertig. Möbel waren nicht ganz ausgepackt und standen wild herum. So etwas fällt auf bei so viel deutschem Publikum.

Als danach Ordnung auf dem Stand eingekehrt ist, gewann die Ausstellung schnell etwas mehr an Profil.

Bewertung:
Note: 4+
Prädikat: kommerziell
Verweildauer: 10 bis15 Minuten.
Erholungswert: Sitzgelegenheiten finden sich nur in der Nähe des Imbiss. Die Sofas der Möbelabteilung sind tabu.


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