Saimaa-Region in Finnland Urlaub machen, wo die glücklichsten Menschen der Welt leben

Die beste Luft, frischer Fisch und ein bisschen "finnischer Luxus": Die Saimaa-Region in Finnland ist perfekt für alle, die gern viel draußen sind - und Kulturbegeisterte kommen auch nicht zu kurz.

cesa53rone/ iStockphoto/ Getty Images

Von Dörte Nohrden


Finnlands größter See, Saimaa, ist so ausgedehnt, dass er das Saarland fast zweimal füllen könnte. Umgeben ist er von Tausenden weiteren Gewässern und bildet mit diesen die eiszeitlich geschaffene Saimaa-Seenplatte: ein grün-blaues Labyrinth aus Inseln, Wäldern und Wasser.

Im Südosten Finnlands findet der Reisende tiefe Stille und ein Frühstück direkt im Wald. Die Saimaa-Region ist ein riesiger Outdoor-Abenteuerspielplatz. Selbst in der Hochsaison begegnet man beim Schwimmen, Paddeln, Kajaken oder Wandern kaum einer Menschenseele.

Warum sich außerdem eine Reise zu den Finnen lohnt, die laut "Word Happiness Report 2019" als die glücklichsten Menschen der Welt gelten:

Um die beste Luft zu atmen

Miemo Penttinen/ Moment/ Getty Images

Rund Dreiviertel Finnlands sind überzogen von dichten Wäldern. In Relation zur Fläche des Landes ist dies europäischer Rekord. Vor allem Kiefern, Fichten und Birken streben kerzengerade in den Himmel. Für einen weiteren Rekord holen Sie in ebendiesem Wald einmal tief Luft und atmen langsam wieder aus. Denn laut Weltgesundheitsorganisation ist diese in kaum einem anderen europäischen Land sauberer als in Finnland. Selbiges gilt für das Trinkwasser, das weltweit mit zu den reinsten gehört. Es schmeckt köstlich und die Wasserflasche lässt sich an jedem Wasserhahn auffüllen. Wenn gerade keine Zapfstation zur Hand ist: Auch der Saimaa-See ist an den meisten Stellen so sauber, dass man aus ihm trinken kann.

Um finnischen Luxus zu genießen

Eine typische, finnische Sommerhütte
wmaster890/ iStockphoto/ Getty Images

Eine typische, finnische Sommerhütte

Eine einfache Sommerhütte (Finnisch: mökki) ohne Strom, Sanitäranlagen oder fließend Wasser, aber meist mit eigener Sauna: Die Einheimischen selbst nennen es "finnischen Luxus". Sobald der kostbare Sommer naht, machen sich die naturverbundenen Finnen auf in ihr hölzernes Ferien-Luxus-Paradies, getreu dem Motto: mein Haus, mein See, mein Ruderboot. Und wer braucht schon eine Dusche, wenn er sich nach der Mitternachtssauna dampfend in der wohl schönsten Badewanne abkühlen kann? Und wer braucht Glühbirnen, wenn ihm nächtelang die Mitternachtssonne leuchtet?

Über all dem: eine magische Stille. Mal huscht ein Luchs durchs Unterholz, mal streift in der Ferne ein Elch durch den Forst oder Birkenblätter rascheln im Wind. Ja, das ist Luxus. Wer es nicht ganz so minimalistisch mag: Viele Miethütten sind auch mit Strom, Badezimmer und Heizung ausgestattet oder gehören zu einem Hotelbetrieb.

Hanneke Luijting/ Moment/ Getty Images

Wer mit Hütten nichts am Hut hat, kann sich auch eine moderne Designvilla direkt am See, teils mit eigenem Steg und Ruderboot, mieten.

Um einer Oper zu lauschen

Die Burg Olavinlinna in Savonlinna
Eric Latt/ iStockphoto/ Getty Images

Die Burg Olavinlinna in Savonlinna

Seit mehr als fünf Jahrhunderten thront die gut erhaltene Niederungsburg Olavinlinna im Städtchen Savonlinna auf einer kleinen Insel im Saimaa-See. Seit den Sechzigerjahren wird hier musikalisch der finnische Sommer eingeläutet und ein je vierwöchiges Opernfestival veranstaltet, das in diesem Jahr noch bis Anfang August geht. Über 2000 Gäste strömen Abend für Abend über eine kleine Brücke in den überdachten Innenhof.

"Es ist jedes Jahr wieder eine riesige logistische Herausforderung", sagt Sonja Eiramo, die Besucher durch das uralte Gemäuer führt. "Wir müssen Kulissen und Requisiten per Boot hierher schaffen." Die diesjährige Premiere: Rossinis "Barbier von Sevilla". Beim Applaus bekommen die Darsteller statt Blumen einen Birkenstrauß - für die Sauna. Finnischer geht's nicht.

Um auf Wildtiersafari zu gehen

Die Saimaa-Seenplatte gleicht einem riesigen Wildtierpark. Biber sind hier Zuhause. Auch Elche, Vielfraße, Bären oder Wölfe streifen über den weichen Moosteppich. Sie sind meist viel zu scheu, als dass man sie erspähen könnte. Weitaus höher liegen die Chancen bei einem anderen Wildtier: der Saimaa-Ringelrobbe. Lediglich gut 400 ihrer (stark gefährdeten) Art leben im weit verzweigten Saimaa-See.

Die drallen Robben im grau gefleckten Leopardenlook haben sich im Laufe der Jahrtausende durch die geografische Trennung zur Ostsee nicht nur ans Süßwasser adaptiert, sondern auch an frostige Winter. 50 bis 60 Zentimeter dickes Eis durchfräsen sie mit scharfen Krallen an wendigen Klauen in kürzester Zeit. "Neben solchen Luftlöchern bauen sie im Winter Höhlen im Schnee und bringen dort ihre Jungen zur Welt", sagt Arto, der Reisende im Frühjahr und Sommer in seinem leisen Elektroboot mit auf Robben-Safari nimmt.

Um beim Beeren sammeln die Zeit zu vergessen

Was gibt es Schöneres, als sich sein Frühstück im Wald selbst zu pflücken? Je nach Geschmack gibt es Blau-, Moos- oder Moltebeeren. Noch süßer schmecken kleine Wilderdbeeren, die von nickenden Stängeln hängen. Pilze findet man in den Wäldern der finnischen Seenplatte ebenfalls von Mai bis November. Aber es empfiehlt sich, einen Pilzkenner an seiner Seite zu wissen. Das Hotel Punkaharju etwa bietet Pilz-Wochenendkurse an. Dort gibt es auch schöne Mökkis zu mieten und eine Sauna direkt am See.

Viele Restaurants der Region kochen ausschließlich mit lokalen Produkten. Eine landestypische Erfrischung ist etwa Limonade aus Fichtensprossen. Dazu kommt fast immer frischer Fisch aus dem Saimaa-See auf den Teller; neben Barsch oder Forelle vor allem die Kleine Maräne, "muikku".

Diese Reise wurde unterstützt von VisitFinland.



insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
stefan.p1 17.07.2019
1. Finnen = Glücklichste Menschen der Welt?
Suizidrate je 100000 Einwohner Deutschland 11,6 Finnland 13,4 da bleib ich lieber zu Hause - von den Alkoholikern ganz zu schweigen.
70-200er_f2.8 17.07.2019
2. Na dann sind die Menschen bestimmt bald unglücklich...
...wenn ihr Kleinod, ihr idyllischer Lebensraum von Touristen-Horden überschwemmt wird.
willem_vonwegen 17.07.2019
3. Na da fehlt aber noch einiges an Info...
Ich habe Freunde in Savonlinna und war selbst schon ein paar mal da. Die Fotos sind schön und ja, es gibt dort viel zu sehen, schöne hütten und Architektur usw... aber ich kenne genug deutsche für die der Besuch ernüchternd war. Es ist sehr teuer. Der Durchschnittsverdienst der Finnen liegt über dem der Deutschen und dementsprechend auch die Preise, das gefällt den wenigsten Deutschen. Man kann glück haben und die Sonne scheint, vllt aber regnet es auch wochenlang. Die Tage sind im Sommer lang, aber es gibt keine garantie auf Sonne und temperaturen über 20°C - auch nicht im Hochsommer, und es wird gegen Abend beächtlich schnell kalt. Die Finnen sind nette Menschen aber sehr zurückhaltend, es ist schwer mit ihnen in Kontakt zu kommen. Das ist keine Unfreundlichkeit oder diskriminierung, man redet einfach nicht mit Fremden wenn es keinen Grund gibt - stösst vielen Kartoffeln auf. Und nicht zu vergessen: die Mücken! Im Sommer ist Finnland nämlich sowas von Mückenverpestet, ohne anständiges repelent gejt man besser garnicht raus - wer ein Problem mit Mücken hat, der denkt besser garnicht erst an Outdoor, das kann einem wirklich den Spass verderben. Also liebe ReiseHipsterKartoffeln, fahrt doch lieber irgendwohin wo es billig ist, mit viel Sonne und guter Laune, da trefft ihr dann auch euresgleichen und bleibt schön da wo der Pfeffer wächst. Finnland ist ein Land für Liebhaber, für Pseudoalternative Touristen ist es nichts.
brux 17.07.2019
4. Quatsch
Finnland ist eine Reise wert, ohne Zweifel. Kulinarisch und kulturell sollte man allerdings nicht allzu viel erwarten. Das mit dem Happiness Report hätte man sich aber sparen sollen. Die Studie ist grosser Quatsch, da sie Glück mit einigen Parametern im sozialen und organisatorischen Bereich korrelliert. Im Kern sagt die Studie sogar, dass wenn sich Migranten (also eher Menschen am unteren Ende der sozialen Leiter) wohl fühlen, sind auch alle anderen im Land glücklich. Da ich mit einer Finnin verheiratet bin, weiss ich, dass Finnen nicht besonders glücklich sind. Die langen und dunklen Winter, die relativ repressiven sozialen Normen (z.B. Rauchverbot auf dem eigenen Balkon in vielen privaten Wohnanlagen), die sehr hohen Lebenshaltungskosten, die Wehrpflicht irgendwo im Wald an der russischen Grenze, und auch die Verkrampftheit der lutherischen Staatskirche (!) sind da ursächlich. Der Tourist bekommt das aber selten mit.
touri 17.07.2019
5.
Zitat von 70-200er_f2.8...wenn ihr Kleinod, ihr idyllischer Lebensraum von Touristen-Horden überschwemmt wird.
Welche Touristenhorden? Die meisten Touristen die ich kenne zieht es ins Warme und nicht nach Finnland. Ich habe jetzt auch schon zwei mal Urlaub in Schweden gemacht und dort Hütten gemietet. Wunderschöne Landschaft aber halt kühler als in Deutschland. Die Seen haben jetzt auch keine Mittelmeertemperaturen. Touristen hab ich dort fast 0 gesehen, wenn die nach Schweden fahren, dann in aller Regel in die Städte und das wird in Finnland nicht anders sein. Und wo sollten Ihre Touristenhorden auch unterkommen? Wie in dem Artikel steht, sind die Hütten in aller Regel Privatbesitz.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.