Frankreichs Küche Restaurants dürfen mit "Hausgemacht"-Schild werben

Frankreich will das Image seiner Restaurants verbessern. Zuletzt haben die dort servierten Fertig- und Mikrowellengerichte die preisgekrönte französische Küche in Verruf gebracht. Ein Hinweisschild soll es richten.
Französisches Restaurant: Wer Essen frisch zubereitet, darf darauf hinweisen.

Französisches Restaurant: Wer Essen frisch zubereitet, darf darauf hinweisen.

Foto: © Eric Gaillard / Reuters/ REUTERS

Paris - Ab sofort können französische Restaurants ein Schild mit der Aufschrift "fait maison" oder "handmade" an ihr Lokal hängen - "hausgemacht". Dieses soll verkünden, dass der Küchenchef alles frisch zubereitet habe.

Noch 2010 hatte die Unesco die "Cuisine Française" als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. Doch in letzter Zeit war Frankreichs Küche in Verruf geraten. Als Folge der Wirtschaftskrise und hoher Steuern bieten Restaurantbesitzer immer öfter Fertiggerichte an, um Geld zu sparen, und wärmen Speisen in der Mikrowelle wieder auf - eine Entwicklung, von der die Tourismusbranche befürchtet, dass sie dem guten Ruf der Landesküche schaden kann.

Am Sonntag hat die französische Regierung daher ein Dekret veröffentlicht, nach dem Restaurants das "Fait maison"-Schild aushängen und mit dem Begriff auch Speisen auf der Menükarte kennzeichnen dürfen. Wer Fertigprodukte verwendet, darf nicht mit dem Frische-Schild werben. "Das Ziel dieser Anordnung ist es, das Kochen an sich zu würdigen und das Know-how - indem man den Kunden einfache und glaubwürdige Informationen gibt", sagt Carole Delga, Ministerin für Verbraucherschutz.

Restaurants qualifizieren sich für das Schild, auch wenn sie sich fertiges Brot, Nudeln, Wein und Käse liefern lassen. Ebenso wird erlaubt, Produkte zu verwenden, die gefroren oder gekühlt, geräuchert oder geschält gebracht wurden. Kartoffeln hingegen dürften nicht bearbeitet eingekauft werden. "Eingefrorene Pommes Frites sind nicht frisch verarbeitet, daher dürfen Fast-Food-Restaurants ihre Mahlzeiten nicht als selbstgemacht bezeichnen", sagt Delga.

Seit einigen Monaten versuchen Frankreichs Minister, mehr Touristen ins Land zu locken. So wurden die Bürger aufgefordert, freundlicher zu Gästen aus fremden Ländern zu sein. Außerdem werden in Paris chinesische Polizisten eingesetzt, damit sie ihren Landsleuten, etwa im Fall eines Diebstahls, helfen können.

jkö/AFP