Golfen auf Zypern Abschlag unter Mandelbäumen

Drei Golfplätze gibt es schon, ein vierter wird gerade gebaut, und sieben weitere sind in Planung: Zypern ist auf dem Weg zur Premium-Destination für Puttkünstler - und bezaubert auch abseits der Greens.


Nikosia - Zypern ist dabei, den etablierten Golf-Destinationen am Mittelmeer Konkurrenz zu machen. Noch sind es erst drei Plätze, die den Golfspieler das ganze Jahr über anlocken, ein vierter soll Anfang 2009 fertig werden, sieben weitere sind in der Planung. Berühmte Platzdesigner wie Jack Nicklaus, Gary Player oder Nick Faldo geben sich dort auf der Suche nach den landschaftlich schönsten Standorten die Klinke in die Hand. Seit der Einführung des Euro im Frühjahr 2008 ist die "Insel der Aphrodite" für Touristen aus Europa noch interessanter geworden. Vor allem Deutsche reisen gerne auf die Insel im östlichen Mittelmeer.

Besonders für geschichtsinteressierte Golfspieler, die den Urlaub nicht nur auf dem Grün verbringen wollen, ist die Insel attraktiv. Aufgrund ihrer exponierten Lage spielte Zypern schon immer eine bedeutende Rolle. An nahezu jeder Straßenecke weisen Hinweisschilder auf Sehenswürdigkeiten hin. Die mehr als 9000 Jahre alte Steinzeitsiedlung bei Choirokoitía zählt ebenso zum Unesco-Weltkulturerbe wie das Aphrodite-Heiligtum von Alt-Pafós und zehn byzantische Kirchen im Tróodos-Gebirge.

Die drei erwähnten Golfplätze liegen alle in der Nähe von Pafós im griechischen Teil der seit der türkischen Invasion im Jahre 1974 geteilten Insel. Der älteste Platz, der Tsada Golf Club, wurde 1994 eröffnet. Tsada liegt rund 550 Meter hoch am Beginn des Tróodos-Gebirges, dadurch weht hier auch im häufig sehr heißen Sommer eine angenehme Brise. Die 18 Löcher von Tsada stammen von Donald Steel. Der Designer hat sie zwischen Walnuss- und Mandelbäumen in die Landschaft rund um das aus dem 12. Jahrhundert stammende Kloster Stavros tis Minthis eingefügt.

Pfeilschnelle Greens und eine 100 Meter breite Schlucht

Zwischen Juli 2006 und Juni 2007 war der Platz wegen einer Sanierung geschlossen. Die Grüns sind seitdem pfeilschnell geworden, und Loch 14, ein Par 4, lässt nicht nur manchem Anfänger den Atem stocken: Am Abschlag gilt es, eine rund 100 Meter breite Schlucht zu überwinden. Ansonsten ist der Platz für Anfänger gut geeignet. Das neue Clubhaus soll Ende 2008 eröffnet werden.

Zwei Jahre nach der Eröffnung von Tsada konnten in Secret Valley die ersten Golfrunden gespielt werden. Zwischen Kakteen-Büschen und anderen exotischen Pflanzen hindurch und immer die gigantischen, rötlichen Felsen im Blick, schlängelt sich dieser penibel gepflegte Platz durch eine wunderschöne Landschaft. Es ist hier so ungewohnt still, dass man fast seinen eigenen Atem hört - nur ein Rasenmäher auf den Grüns oder Fairways stört ab und an die Ruhe. Das vor rund zwei Jahren renovierte Clubhaus ist nach der Runde ein schöner Ort zum Verweilen. Hier - wie übrigens überall auf der Insel - kann man köstlichen Kaffee genießen.

Nichts für schwache Nerven

In unmittelbarer Nähe von Petra tou Romiou, wo die Göttin Aphrodite dem Meer entstiegen sein soll, liegt der jüngste und schönste Golfplatz der Insel: Aphrodite Hills. 300 Meter über dem azurblauen Meer mit teilweise atemberaubenden Ausblicken ziehen sich die 6299 Meter durch so hügeliges Gelände, dass den Göttern wahrscheinlich schwindelig geworden wäre.

Der Weg zum achten Loch führt mit einer 20-prozentigen Neigung abwärts, da darf der Cartfahrer keine schwachen Nerven haben. Ohne Elektrocart ist dieser wunderschöne, nicht zu schwierige Platz gar nicht machbar, da die Entfernungen zwischen den Löchern bis zu einen Kilometer betragen.

Aphrodite Hills ist auch zum Training ideal. Es gibt eine von beiden Seiten zu bespielende Driving Range, eine Drei-Löcher-Akademie, gute Möglichkeiten, das kurze Spiel zu üben und dazu vier ausgebildete Pro's. Als Trainingscamp, um vor der neuen Saison den alten Schwung wiederzufinden, nutzen bereits viele deutsche Golfgruppen das Aphrodite Hills Resort. Qualität hat allerdings seinen Preis: Zypern insgesamt ist keinesfalls eine Billig-Destination und Aphrodite Hills schon gar nicht.

Dagmar Garbe, dpa



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