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Klosterrepublik Athos: Frauen sind hier nicht erlaubt

Foto: © Grigoris Siamidis / Reuters/ REUTERS

Berg Athos in Griechenland Frauen müssen draußen bleiben

Den Berg Athos in Griechenland dürfen nur Männer betreten - seit tausend Jahren ist das so. Nun wollte der Weltkirchenrat auch Frauen den Zutritt erlauben, doch die autonome Mönchsrepublik stellt klar: Es bleibt alles so, wie es immer war.

Athen - Frauen haben keinen Zutritt, selbst weibliche Tiere - außer Katzen - sind verboten: Auf dem Berg Athos in Griechenland herrschen Regeln wie aus einer anderen Zeit. Und die Mönche, die auf dem Gipfel leben, sind fest entschlossen, dass das auch so bleibt: Der Gouverneur der autonomen Mönchsrepublik, Aristos Kasmiroglou, erklärte, dass Frauen der Besuch weiter nicht erlaubt ist.

Zuvor hatte die griechische Presse berichtet, der Weltkirchenrat habe beschlossen, solche Verbote weltweit abzuschaffen. Dies löste eine umfangreiche Debatte in den griechischen Medien sowie unter den Mönchen auf dem Berg Athos aus.

"Der Kirchenrat ist eine respektable Institution. Er kann aber keine Entscheidungen treffen über eine autonome Region Griechenlands", sagte Kasmiroglou nun im griechischen Rundfunk. Die Selbstverwaltung gelte seit Jahrhunderten und sei verankert in den Beitrittsverträgen Griechenlands mit der damaligen Europäischen Gemeinschaft (1981) sowie im Schengen-Abkommen und der griechischen Verfassung. Kasmiroglou hatte bereits am Samstag jede Änderung des Regelwerkes ausgeschlossen.

Dem Weltkirchenrat, der die Einheit der Christen fördern will, gehören rund 350 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen mit mehr als einer halben Milliarde Christen an.

3000 Mönche leben derzeit auf der Insel

Die rund 335 Quadratkilometer große Mönchsrepublik Berg Athos  ist die östlichste Landzunge auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki. Auf dem Heiligen Berg (Ágion Óros), wie die autonome Region in der christlich-orthodoxen Welt genannt wird, leben zurzeit Schätzungen zufolge rund 3000 Mönche.

Die Mönchsrepublik wird von den Äbten ihrer 20 Kloster verwaltet. Die Regierung in Athen wird von einem Verwalter und der Polizei vertreten. Kirchlich ist die Landzunge Maria, der Mutter Jesu, gewidmet. Um sie zu ehren, ist Frauen der Zutritt untersagt. Ausflugsschiffe mit Frauen an Bord müssen einen Abstand von 500 Metern von der Küste des Berges halten. Männliche Besucher brauchen eine Aufenthaltserlaubnis, die eine Vertretung der Mönchsrepublik in der Hafenstadt Thessaloniki ausgibt.

Immer wieder ist die seit 1045 bestehende Ablehnung von weiblichen Besuchern kritisiert worden, bislang blieb der Protest allerdings ohne Konsequenzen. So hatte auch das Europäische Parlament in einer Resolution 2003  gefordert, das Verbot aufzuheben. Frauen den Zutritt nicht zu gestatten, verstoße gegen das heute allgemein in der EU anerkannte Prinzip der Gleichberechtigung der Geschlechter sowie gegen das Gebot der Nicht-Diskriminierung und Gleichbehandlung, hieß es damals.

2008 hatten sich ein Dutzend Griechinnen Zutritt zum Berg Athos verschafft, Tausende weitere hatten vor den Abgrenzungen des Gebiets demonstriert. Immer wieder seien auch weitere Frauen auf das Gelände gelangt, schrieb die Nachrichtenagentur Reuters damals , so zum Beispiel Touristinnen und Archäologinnen, manchmal als Männer verkleidet.

emt/dpa
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