Initiative gegen Massentourismus Insel in Venedig wird nicht an Unternehmer verkauft

Noch ist Poveglia nicht verloren: Italiens Immobilienagentur hat das Angebot eines Unternehmens für die kleine venezianische Insel abgelehnt. Die Bürgerinitiative gegen Massentourismus feiert ihren Etappensieg.

Venedig - Die kleine Insel Poveglia im südlichen Teil der Lagune von Venedig geht auch nach einer Internetversteigerung wohl nicht als Spekulationsobjekt in privaten Besitz. Die venezianische Domänenverwaltung lehnte das Angebot eines Unternehmers als unzureichend ab, die gut sieben Hektar große Insel für 531.000 Euro 99 Jahre lang zu pachten.

Begrüßt wurde diese Entscheidung von einem Bürgerverein "Poveglia für alle". Er hatte in den vergangenen Wochen gegen eine Privatisierung mobil gemacht und per Crowdfunding mehr als 470.000 Euro gesammelt - ein großer Teil davon ist allerdings für eine Renovierung gedacht. Der Verband teilte mit, weiterhin darauf hinarbeiten zu wollen, aus der aufgegebenen Insel einen öffentlichen Park zu machen. Poveglia war früher ein beliebtes Ausflugsziel der Venezianer.

Dem nur 72.000 Quadratmeter großen Inselchen vor dem Lido, bebaut mit einem Dutzend verfallener Gebäude und einem Glockenturm, drohte ein ähnliches Schicksal wie den benachbarten Eilanden Sacca Sessola, San Clemento und Santo Spirito. Hier werden Luxus- und Spa-Resorts unter anderem von der Marriott-Kette errichtet, die mit Hunderten Zimmern vom Run auf die Lagunenstadt profitieren wollen. Und für Sacca San Biagio gibt es bereits Pläne, die ehemalige Müllinsel in den Freizeitpark "Veniceland" mit Riesenrad und Freilichtmuseum zu verwandeln.

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Klammes Italien: Ausverkauf von Venedigs Inseln

abl/dpa
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