Camper-Stellplatztipps für Irland Bulli & Breakfast

Am Morgen schubbern sich Schafe an der Stoßstange, bei Sonnenuntergang pfeift der Wind durch die Klosterruine: Hier sind die schönsten Camper-Plätze auf der irischen Insel.

Oliver Lück

Von Oliver Lück


Im September, so heißt es, sei das Wetter auf der irischen Insel besonders stabil. Allerdings wird dazu jeder Irland-Fahrer eine ganz eigene Meinung haben. Alle gemeinsam aber werden sie über die wilde Küste im Norden und Westen schwärmen. Und wer mit seinem Wohnmobil übersetzt, wird genau dort jede Menge wildromantische und einsame Stellplätze finden. Wir zeigen eine Auswahl:

Ballyconneely Bay: Wer hier übernachtet, muss damit rechnen, am frühen Morgen von Schafen geweckt zu werden, die sich an der Stoßstange schubbern. Im Dorf Ballyconneely im Westen Connemaras biegt man ab und fährt die einzige Straße der Halbinsel etwa acht Kilometer bis fast zum Ende, noch bis hinter den Golfplatz. Dort gibt es viele versteckte Buchten und Strände mit weißem Sand. Blickt man nach Westen, sieht man die Welt in Blau. Würde man von hier entlang des Breitengrades segeln, kämen zunächst mehr als 1600 Seemeilen Atlantik und dann Neufundland.

(53.414527, -10.173873 E)

White Strand
Oliver Lück

White Strand

White Strand: Der White Strand an der irischen Nordwestküste im County Mayo zählt zu den weißesten, schönsten und zugleich einsamsten Stränden Irlands. Er ist zwei Kilometer lang und an mancher Stelle einen halben Kilometer breit. Vom Dörfchen Louisburgh geht es etwa 15 Kilometer in südlicher Richtung die zerklüftete Küste entlang, vorbei an Feldern, Natursteinmauern und tiefgrünen Hügel. Ein verwittertes Holzschild weist den Weg: "White Strand". Auf dem Schotterparkplatz stehen gelegentlich einige Wohnmobile - mehr nicht.

(53.668444 N, -9.898742 E)

Ross Errilly Friary
Oliver Lück

Ross Errilly Friary

Ross Errilly Friary : Die Ruine des einst größten Franziskanerklosters Irlands, etwa 30 Kilometer nördlich der Hafenstadt Galway, liegt einsam und umgeben von Kuhweiden. Es wurde im 14. Jahrhundert erbaut und bis ins frühe 19. Jahrhundert bewohnt. Der kleine Besucherparkplatz ist ideal für eine entspannte Nacht im eigenen Wohnmobil. Tipp: Wer die Touristenbusse meiden möchte, kommt besser am sehr späten Nachmittag an und kann die Abendstimmung dann meist ganz alleine genießen. Und wenn dann noch der Wind durch die Fenster, Hallen und Kreuzgänge weht, hört sich das an wie Musik.

(53.479352 N, -9.131752 E)

Doolin
Oliver Lück

Doolin

Doolin: Im Hochsommer kann es hier voll werden. Dennoch bietet dieser auf einem leicht geneigten Wiesengelände und durch niedrige Steinmauern begrenzte Campingplatz nicht nur einen grandiosen Blick auf die Steilküste und den kleinen Hafen von Doolin, wo die Schiffe zu den Aran Islands ablegen, sondern auch Ruhe. Die rund acht Kilometer lange Wanderung zu den berühmten Cliffs of Moher ist einfach und dauert etwa zwei Stunden. Eine Nacht im Wohnmobil für zwei kostet 25 Euro.

(53.016328 N, -9.401684 E)

Wer eine Reise auf die irische Insel plant, sollte nicht den Fehler machen und Nordirland vergessen. Er würde eine der spektakulärsten Küstenlinien Europas verpassen, an der es viele Bulli-Stellplätze für die Nacht gibt. Hier sind die besten Tipps:

Torr Head
Oliver Lück

Torr Head

Torr: Die Küstenstraße von Larne nach Waterfoot an der nordirischen Nordwestküste gehört zu den spektakulärsten in Europa. 35 Kilometer geht es Kurve um Kurve und Brücke für Brücke unmittelbar am Meer entlang. Wer nun noch etwas weiter nach Norden fährt, kann Schlafplätze mit besonderem Weitblick finden - zum Beispiel etwas nördlich des Torr Head, der schroffen Landzunge, wo die Klippen senkrecht abfallen. An klaren Tagen kann man bis zum Mull of Kintyre gucken, dem südlichsten Punkt Schottlands.

(55.208690 N, -6.129456 E)

Ballycastle
Oliver Lück

Ballycastle

Ballycastle: Gerade einmal zwei Kilometer entfernt von Torr Head und so ganz anders ist dieser Schlafplatz: Immer schmaler wird die von Steinmauern gesäumte Straße. Sie windet sich hinab bis auf Meereshöhe, bis sie an diesem kleinen Sandparkplatz am Meer unter drei hohen Buchen endet. Tagsüber stehen hier einige Autos. Abends können Sie hier ganz alleine sein. Läuft man den Schotterweg etwas weiter, findet man sogar einen kleinen, von Felsen eingefassten Sandstrand für das morgendliche Bad.

(55.213006 N, -6.122584 E)

White Park Bay
Oliver Lück

White Park Bay

White Park Bay: Auf dem Schotterparkplatz vor der Einfahrt zur Jugendherberge werden Sie problemlos für eine Nacht stehen können. Fünf Minuten sind es zu Fuß zu einem der schönsten Strände Nordirlands. Auch an Tagen mit vielen Besuchern bietet White Park, die viereinhalb Kilometer lange Bucht mit dem weißen Sand, genug Platz für alle. Hin und wieder gesellen sich sogar einige Kühe oder Schafe von den umliegenden Wiesen hinzu.

(55.228782 N, -6.406734 E)

Dark Hedges
Oliver Lück

Dark Hedges

Bushmills: Früher als der Ballyness Caravan Park noch nicht so durchgestylt war und es noch keine asphaltierten Parkbuchten für jedes Wohnmobil gab, hatte er deutlich mehr Charme. Dennoch bietet dieser aufgeräumte Platz südlich der Kleinstadt Bushmills, die vor allem durch ihre über 400 Jahre alte Whiskey-Tradition bekannt ist, die beste Basis für Ausflüge zu den nur wenige Kilometer entfernten Basaltsäulen des Giant's Causeway. Oder zu den Dark Hedges, der von 200 Jahre alten Buchen gesäumten Allee, die bereits Kulisse für diverse Kinofilme gewesen ist. Und die Bushmills Distillery, eine der ältesten der Welt, wo es täglich Whiskey-Führungen gibt, liegt gleich um die Ecke. Sláinte!

(55.194608 N, -6.516775 E)



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
stefan taschkent 05.09.2016
1. Bitte nicht
Kann man das mit diesen "Geheimtipps" mal bitte lassen, lieber SPON? Die sind dann - siehe Beispiel Lonely Planet - ganz schnell keine mehr, und das Reisen wird noch tröger - Medien, Apps und Heerscharen von finanziell bestens versorgten Ruheständlern sei dank.
i_be_em 05.09.2016
2.
@ #1: Schauen Sie sich doch bitte die "Geheimtipps" einmal genauer an, bevor Sie gegen den Verfasser des (guten) Artikels schimpfen: Die Empfehlungen liegen alle direkt an den Touristenbus-Hauptrouten. Seit dem 70ern bekannt - und schon damals von unzähligen 2CVs und T2 befahren.
k70-ingo 05.09.2016
3.
Zitat von stefan taschkentKann man das mit diesen "Geheimtipps" mal bitte lassen, lieber SPON? Die sind dann - siehe Beispiel Lonely Planet - ganz schnell keine mehr, und das Reisen wird noch tröger - Medien, Apps und Heerscharen von finanziell bestens versorgten Ruheständlern sei dank.
Keine Bange, die Sorge ist unbegründet. SPON ist keine Travellerseite, einen merkbaren Einfluß in diese Kreise gibt es nicht. Resonanz von dort auch nicht, siehe die typischen Kommentare hier.
rinhil 05.09.2016
4.
Die Tipps sind ja schön und gut aber wenn man wirklich Irland erleben will, fährt man abseits der großen routen und klopft beim nächsten Bauern und fragt ob man sich auf eine seiner Wiesen stellen kann. So haben wir die vor 3 Wochen die schönsten Tage und ausblicke erlebt.
aus dem pub 05.09.2016
5. fragwürdig...
Wer sucht, der findet. Und es gibt noch überall an der Küste Parkplätze, wo man ungestört übernachten kann. Nur, der Tip für Ballyconneely ist sehr unglücklich. Das ist kein (Wohnmobil-)Parkplatz - sondern die private Schafweide eines Bauern, der freundlicherweise toleriert, dass da das eine oder andere Auto herumsteht. Das hört aber (wie schon andernorts geschehen) sofort auf, wenn es zuviele werden, oder aus der Übernachtung Dauercamping wird. Also, wenn man abseits von offiziellen Parkplätzen übernachtet, immer den Besitzer fragen. Der Tip von Leser Rinhil passt da genau. Heerscharen von Ruheständlern habe ich hier noch nie gesehen, obwohl ich hier an der Westküste wohne. Vielleicht die Insel verwechselt, lieber Stefan Taschkent? ;)
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