Kappadokien in der Türkei Leben zwischen Zipfelhäusern

Noch heute leben in Anatolien Menschen in Höhlen aus Lavagestein. Die Landschaft Kappadokien gehört zum Weltkulturerbe - und sieht mit ihren Häusern in Form von Zuckerhüten aus wie aus einer anderen Welt.

Pilze, Kamine und Zipfelmützen aus Stein, in denen der Legende nach Feen hausten - die Vulkanlandschaft Kappadokien in der Türkei ist ein bizarrer Anblick.

Zwei aktive Vulkane haben die Gegend des heutigen Anatolien vor 50 Millionen Jahren mit einer dicken Lavaschicht bedeckt - erkaltet ergab das eine Mischung aus Basalt, Asche und Sand. Die Masse hat sich im Laufe der Jahre zu Tuff verfestigt, einem weichen Gestein. So konnten Wind und Wasser daraus die abstrakte Landschaft formen.

In der Bronzezeit haben Menschen angefangen, in den weichen Stein Höhlen zu graben - das war der Beginn der wohl seltsamsten Wohnsiedlung der Erde. Im 4. Jahrhundert siedelten sich dann die ersten Christen an. Bis zum 11. Jahrhundert haben sie etwa 3000 Kirchen aus dem Stein gehauen. Hinter den dicken Wänden der Zipfelhäuser befinden sich heute viele prachtvolle bunte Kirchengemälde. Unter der Erde wurden Höhlen gegraben, riesige unterirdische Städte sind so entstanden.

Die Region Kappadokien wurde 1985 zum Weltkulturerbe der Unesco erklärt. Seitdem wird vor allem der Ort Göreme mit gerade mal 2000 Einwohnern von vielen Touristen angesteuert.

Die Fotografin Imke Lass  hat die Tuff-Häuser und ihre Bewohner in Bildern eingefangen. Nur noch vereinzelt wohnen diese in den Felshöhlen. Viele bevorzugen den Komfort einer normalen Wohnung mit Heizung. Anders die Touristen. Seit einigen Jahren werden immer mehr Hotels in und an den Tuffstein gebaut. Die Zimmer, in denen es von der Decke staubt, sind sehr beliebt.

jkö
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