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14. Januar 2004, 10:10 Uhr

Korfu bis Kreta

Jedem seine perfekte Insel

Die Qual der Wahl haben Urlauber, die zum ersten Mal nach Griechenland reisen wollen. Die Inselwelt bietet eine verwirrende Vielfalt an Möglichkeiten. Ob Surfer oder Sonnenanbeter, Singles oder Familien, Jet-Set oder Individualist - eine passende Insel gibt's für jeden.

Skiathos in den Nördlichen Sporaden wird nur von wenigen Flughäfen in Deutschland aus angeflogen: Entlegenes Griechenland
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Skiathos in den Nördlichen Sporaden wird nur von wenigen Flughäfen in Deutschland aus angeflogen: Entlegenes Griechenland

Frankfurt/Main - Griechenland übt auf viele Deutscheeine große Anziehungskraft aus. In den vergangenen Jahren verbrachtenstets etwa 2,3 bis 2,5 Millionen Bundesbürger einen Urlaub im Landder Hellenen. Wer sich zum ersten Mal für Ferien in der Heimat vonHomer und Sokrates entscheidet, steht allerdings vor der Frage, wohingenau die Reise gehen soll. Vor allem die Inselwelt bietet eineverwirrende Vielfalt an Möglichkeiten: "Jede Insel hat ein eigenesGesicht", sagt Panagiotis Skordas, Direktor der Griechischen Zentralefür Fremdenverkehr (GZF) in Frankfurt. Um das passende Eiland zufinden, müssen Landschaftsbild und Klima, aber auch die Hotellerie amOrt und die Aktivitäten-Wünsche des Einzelnen bedacht werden. Griechenland-Urlauber haben wirklich die Qual der Wahl: In 36.550Hotels und Pensionen stehen nach GZF-Angaben knapp 1,08 MillionenBetten zur Verfügung. 21 Ziele werden direkt von Deutschland ausangeflogen, darunter 11 Inseln. Zu manchen wie Karpathos, Lesbos undSkiathos gibt es allerdings nur einmal pro Woche eine Verbindung vondrei deutschen Flughäfen aus. Grundsätzlich gilt es, bei der Wahl desZiels zwei Regeln zu beachten. Erstens: Je weiter im Süden die Inselliegt, desto heißer der Sommer und karger die Landschaft. Zweitens:Je größer die Insel, desto größer ist auch die Chance, dass auf ihrfür jeden Urlauber-Geschmack das passende Angebot buchbar ist.

Mykonos und die anderen Kykladen-Inseln ziehen viele Individualreisende an: Griechenland für Genießer
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Mykonos und die anderen Kykladen-Inseln ziehen viele Individualreisende an: Griechenland für Genießer

Letzteres spiegelt sich in den Besucherzahlen wieder: UrlaubsinselNummer eins der Deutschen ist Kreta mit 648.000 Besuchern im Jahr2002, gefolgt von Rhodos (330.000) und Korfu (199.000). Auf dieseneher großen Inseln fühlten sich gerade Familien oft gut aufgehoben,weil sich Hotels und Mietwagenfirmen auf ihre Bedürfnisse eingestellthaben, sagt Johannes Mehrer, Vertriebschef bei Attika Reisen inMünchen. Kreta sei die vielfältigste Insel, die neben Strand- undBadeurlaubern auch Wanderer und andere Aktivurlauber anspreche. Für Familienurlaub geeignet seien aber auch die Insel Thassos imNorden der Ägäis und der Westen des Peloponnes, sagt Mehrer. Überalldort gebe es flach abfallende Sandstrände, "der West-Peloponnes istzudem wenig überlaufen, und es gibt viele Schatten spendende Pinienam Strand." GZF-Direktor Skordas empfiehlt auch die "drei Finger" derChalkidiki-Halbinsel im Nordosten des Landes, wo es ebenfalls flachabfallende Sandstrände gibt "und man die Kleinen immer im Auge hat".Unter Surfern sind Kos und Karpathos bekannt Wer sich beim Inselurlaub vor allem sportlich betätigen will, wirdzum Teil auch auf den kleineren griechischen Eilanden fündig. FürWanderer empfiehlt Johannes Mehrer neben Kreta auch Chios. Zu Samosund Thassos rät Dierk Berlinghoff, Bereichsleiter Flugreisen bei derRewe-Pauschaltouristik in Köln, deren Marke Jahn-Reisen daszweitgrößte Griechenland-Programm nach Attika auf dem Markt hat. Als"Surfer-Inseln" seien wegen der ständig starken Winde vor allem Kossowie die zwischen Kreta und Rhodos gelegene Insel Karpathos bekannt.
Rhodos steht in der Gunst der Deutschen nach Kreta an zweiter Stelle: Griechenland für Familien
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Rhodos steht in der Gunst der Deutschen nach Kreta an zweiter Stelle: Griechenland für Familien

Eine Insel, die speziell Golfer anspricht, gibt es in Griechenlandbislang nicht, so die Experten. Taucher müssen mit Einschränkungenleben: Wegen der geschützten Unterwasser-Altertümer darf nichtüberall mit Pressluftflaschen auf dem Rücken ins Meer abgestiegenwerden. Eine Liste mit freigegebenen Revieren gibt es bei der GZF.Die schönsten Unterwasserwelten finden Taucher laut Mehrer rund umdie Ionischen Inseln im Westen des Landes und zwischen den Kykladen.

Diese Inselgruppe im Zentrum der Ägäis hat wohl wie keine zweitedas Griechenland-Bild in den Köpfen geprägt: "Blaues Meer, weißeHäuser, enge Gassen - das alles findet man zum Beispiel auf Mykonos,Naxos, Paros und Santorin", sagt Mehrer. Die wenigen Sandstrände dortsind jedoch zum Teil schwer erreichbar, und nicht alle Inseln werdendirekt von Deutschland aus angeflogen. Mykonos spreche alsJet-Set-Ziel und "Partyinsel mit Clubs und Diskotheken" zudem auchein Publikum an, "das den Bären im Kettenhemd tanzen sehen will".Kykladen sind Griechenland für Individualisten Auch das Wetter ist auf den kargen, wenig bewachsenen Kykladennicht jedermanns Sache: "Wer hitzeempfindlich ist und die Landschaftlieber etwas grüner mag, muss auf die Ionischen Inseln oder nachThassos, Limnos und Samothraki in der Nord-Ägäis", sagt derAttika-Manager. Dort beginnt die Sommersaison auch erst Anfang Mai,während sie zum Beispiel auf Kreta und Rhodos schon im März startet.

Achillion-Palast auf Korfu: Griechenland für Kulturliebhaber
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"Die Kykladen sind Griechenland für Individualisten und Genießer",sagt auch Berlinghoff: Die Inseln sprächen eher Reisende an, "dieabends gerne in die Taverne gehen oder das Essen der Gastgeberfamiliegenießen wollen statt mit 150 anderen in einem Speisesaal zu sitzen". Bei der Auswahl der Unterkunft müsse bedacht werden, dass diegriechischen Hotels oft aus den sechziger und siebziger Jahrenstammen, sagt Berlinghoff. "Hotels werden eher renoviert als neugebaut", bestätigt GZF-Direktor Skordas. Kleinere Hotels seien vorallem auf kleineren Inseln wie Mykonos und Santorin zu finden. Dass sich die Olympischen Sommerspiele vom 13. bis 29. August inder Hauptstadt Athen auf den griechischen Inseltourismus auswirken,glauben die Reisemanager nicht: "Wir werden auf den Inseln eine ganznormale Saison erleben", sind sich Berlinghoff und Mehrer einig.

Von Christian Röwekamp, gms

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