Großprojekt in Paris Ein Millionär mischt das Marais-Viertel auf

Eine traditionelle Bäckerei, eine Fromagerie, eine Austernbar, jede Menge Feinkost und Kunst: Ein französischer Millionär will 39 neue Läden im Pariser In-Viertel Marais eröffnen - und damit eine neue Attraktion für Genießer schaffen.

DPA

"Das erste Kind zeugt man manchmal aus einer Laune heraus, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was das alles mit sich bringt" - Cédric Naudon schmunzelt. In wenigen Wochen soll das Baby des französischen Millionärs nun laufen können. Dann eröffnet nach zwei Jahren Planung im eher heruntergekommen Norden des hippen Marais-Viertels Naudons "La Jeune Rue", "Die Junge Straße": Sie soll in der französischen Hauptstadt ein neues Gastronomie- und Designzentrum werden.

36 Lokalitäten wird Naudon insgesamt rund um die Rue du Vertbois eröffnen: eine Bäckerei, die der bekannte Bäcker Roland Feuillas führen wird, der in Cucugnan in Südfrankreich traditionelle Backkunst hat aufleben lassen. Es wird eine Fleischerei, ein italienisches Restaurant, eine Austernbar, einen koreanischen Imbiss, einen Käseladen, eine Eisdiele und eine Tapasbar geben.

Das Angebot stammt von engagierten Produzenten vor Ort und kommt ohne Zwischenhändler im Direktverkauf in die Läden. "Man muss den Wert der Dinge wiederfinden", findet Naudon. Auch ein Kino und eine Kunstgalerie wird es auf der Jungen Straße geben. Rund 30 Millionen Euro hat Naudon dort investiert, wo bislang Textilgroßhändler das Straßenbild dominierten.

Ein elitäres Projekt soll "La Jeune Rue" aber nicht werden. Naudon, der sein Vermögen nach eigenen Angaben mit Immobilien in den USA und Frankreich gemacht hat, versichert, dass es ihm auf "gerechte Preise", den Direktverkauf und die saisonale Auswahl der Produkte ankommt. Er spricht von einem "humanistischen Traum" und davon, dass er die Bürger "besser verköstigen" will.

Bekannte Designer wie die Brüder Campana, Jaime Hayon, Tom Dixon, Paola Navone, Patricia Urquiola oder Michele De Lucchi hat er für die Gestaltung der Läden gewinnen können. "Ich habe eine Mail geschickt. Sie haben geantwortet: Genial, du bist verrückt!" Derzeit arbeiten mehr als hundert Personen an Naudons Vision, über 500 Produzenten aus ganz Frankreich sind beteiligt.

Die bisher in dem Viertel ansässigen Geschäftsleute, Café-Besitzer und kleine Galeristen, reiben sich schon jetzt die Hände: Sie setzen auf den Zustrom eines zahlungskräftigen Großstadtpublikums und auf neugierige Touristen. Die ersten der neuen Läden sollen in wenigen Wochen öffnen, wenn es Sommer wird in Paris.

ele/AFP

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maximizer 15.05.2014
1. Großartig
Zitat von sysopDPAEine traditionelle Bäckerei, eine Fromagerie, eine Austernbar, jede Menge Feinkost und Kunst: Ein französischer Millionär will 39 neue Läden im Pariser In-Viertel Marais eröffnen - und damit eine neue Attraktion für Genießer schaffen. http://www.spiegel.de/reise/europa/la-jeune-rue-in-paris-design-und-gastronomie-im-marais-a-969527.html
Endlich einmal ein vermögender Mensch, der seiner Stadt etwas sinnvolles zurückgibt. Gegen die Verödung der Innenstädte kann gar nicht genug getan werden. In München muss bald eine große Buchhandlung am Marienplatz zumachen, damit der nächste unnütze Telekomladen einzieht. Vielleicht findet sich hier ja auch einmal ein "big spender" der etwas dagegen unternimmt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
HaioForler 15.05.2014
2.
Zitat von sysopDPAEine traditionelle Bäckerei, eine Fromagerie, eine Austernbar, jede Menge Feinkost und Kunst: Ein französischer Millionär will 39 neue Läden im Pariser In-Viertel Marais eröffnen - und damit eine neue Attraktion für Genießer schaffen. http://www.spiegel.de/reise/europa/la-jeune-rue-in-paris-design-und-gastronomie-im-marais-a-969527.html
Sehr gut; besser als in jedem 2. Laden ein Handy-Geschäft oder einen Burger King vorzufinden. Schon alle Bahnhöfe Europas sehen alle gleich aus (bis auf wenige Ausnahmen): McDonalds, Nokia, Nordsee, Starbucks.
pfzt 15.05.2014
3.
Zitat von sysopDPAEine traditionelle Bäckerei, eine Fromagerie, eine Austernbar, jede Menge Feinkost und Kunst: Ein französischer Millionär will 39 neue Läden im Pariser In-Viertel Marais eröffnen - und damit eine neue Attraktion für Genießer schaffen. http://www.spiegel.de/reise/europa/la-jeune-rue-in-paris-design-und-gastronomie-im-marais-a-969527.html
Eigentlich sollte das was dort mit viel Geld zustande gebracht wird, eine pure Selbstverständlichkeit sein. Unglaublich das man jetzt schon Leute dafür feiern muss das sie den Normalzustand wieder herstellen.
loeweneule 15.05.2014
4.
Zitat von pfztEigentlich sollte das was dort mit viel Geld zustande gebracht wird, eine pure Selbstverständlichkeit sein. Unglaublich das man jetzt schon Leute dafür feiern muss das sie den Normalzustand wieder herstellen.
Ich stimme ihnen ja zu, aber es ist alles relativ. Vielleicht wird es in 100 jahren ein furchbares Gejammer geben, weil die letzten McDonald's- und Starbucks-Läden schließen und jemand wird versuchen, die zu retten, weil die doch "immer" schon da waren.
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