Foto: Daniel Rolider

Vulkaninsel Lanzarote Leben im Lavameer

Schwarze Erde, grüne Weinreben, heiße Vulkane: Auf Lanzarote ticken die Uhren anscheinend etwas langsamer. Der israelische Fotograf Daniel Rolider reiste drei Jahre lang immer wieder hin.
Von Antje Blinda
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Ruhender Vulkan auf Lanzarote: »Wein« nennt der israelische Fotograf Daniel Rolider, 25, sein dreijähriges Dokumentarfilmprojekt über die Kanareninsel – über eine »moderne Phönix, über die Menschen, die aus der Asche aufgetaucht sind«. Lanzarote, bereits vulkanischen Ursprungs, wurde ab 1730 von schweren Vulkanausbrüchen erschüttert, die sechs Jahre lang anhielten und die Insel mit Lava und Gestein bedeckten.

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Ein Weinbauer verbrennt trockenes Schnittgut: »Als die Vulkane schliefen, wachten die Menschen in einer neuen Realität auf – in einer schwarzen Wüste, mitten im Atlantischen Ozean«, schreibt Rolider. Sie entdeckten aber, dass der Picón, das bimsartige Vulkangestein, den Nachttau absorbierte und die Verdunstung minimierte – das Land wurde wieder fruchtbar. Die Bauern bauten Weinreben, Feigen und Gemüse in tiefen, von Steinmauern umgebenen Gruben an.

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So wie Vincente Torres Gonzales, der im Sommer 2020 bei Masdache Weintrauben erntet, in einem der trockensten Jahre überhaupt. Nur ein Bruchteil der Vorjahresernte konnte der Maler und Bauer einbringen. »Ich wurde 1962 auf dieser Insel geboren«, erzählte er Rolider. »Ich erinnere mich an die Ernten im September, als wäre es gestern gewesen. Dieser Geruch der Felder, der Feigenbäume. Wenn man hinunterging und den Weinberg betrat, dieser Geruch von Erde, von Rofe [Asche] ... die Schwefelreste auf den Blättern.«

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Gonzales auf dem Weg zu seinem Weingut in Uga: »Als der Tourismus auf Lanzarote begann, sahen ihn die Menschen als weniger arbeitsaufwendige Einnahmequelle an – die Landwirtschaft wurde vernachlässigt«, sagt der Winzer. Die junge Generation scheine aber wieder interessierter, und auch in der Pandemie seien die Menschen bewusster geworden und konsumierten mehr Produkte von der Insel. »Es gibt mehr Solidarität.«

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Anna Cataldo wäscht sich die Füße nach dem Traubenpressen im Keller des Weinguts Puro Rofe in der Nähe des Dorfes Femés. Die Süditalienerin hat einen Master-Abschluss in Weinbau und in Önologie, der Wissenschaft von Wein und Weinherstellung.

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Steilküste von Famara: Von den 150.000 Einwohnern Lanzarotes arbeiten nur noch 1500 in der Landwirtschaft. Das warme Wetter und die unberührten Küsten ziehen jedes Jahr drei Millionen Touristen an – und, dass die Unesco die Insel 1993 zum Biosphärenreservat erklärt hat.

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Timanfaya-Nationalpark: Schmetterlinge tanzen vor den Montañas del Fuego (Feuerbergen) im Südwesten der Insel. Auf dem Gebiet des heutigen Parks entstanden bei den Ausbrüchen ab 1730 32 Vulkankegel, etwa 420 Häuser wurden zerstört, ganze Dörfer verschwanden. Eine Rundfahrt ist nur per Bus möglich, auch Dromedare bringen Touristen in das Lavameer.

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Traditionelles Landhaus zwischen Weinbergen bei La Geria: Alle Gebäude auf Lanzarote sind weiß gestrichen, um einen dramatischen Kontrast zum schwarzen Boden der Insel zu schaffen. Eine Idee von César Manrique, einem Künstler, der auf Lanzarote geboren wurde und die Insel geprägt hat. Er wollte damit die Insel attraktiver für Touristen machen.

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Ziegen sind genügsamer als Schafe und widerstandsfähiger gegen die Witterungsbedingungen auf der Insel. Hirte Mahak treibt seine Herde von der Weide in den Dünen zurück in das Dorf Sóo. Den örtlichen Bauern zufolge verleiht die Nähe zum Meer der Milch ihren einzigartigen Geschmack, schreibt Rolider.

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Tino Martínez melkt Ziegen auf dem Bauernhof seiner Familie bei Haría im Norden: 2020 »mussten wir zum ersten Mal die Ziegen auf dem Hof halten und selbst füttern, weil sie draußen kein Futter fanden«. Es hätte im ganzen Jahr überhaupt nicht geregnet, erzählt er dem Fotografen, das letzte Mal wäre das vor 70 Jahren passiert. Die Vergangenheit sei ihm aber egal, wichtig sei der »Klimawandel, den wir heute erleben. Das Wetter ändert sich, der Winter wird wärmer und der Sommer kälter. Der Wind ändert sich. Die meisten Menschen spüren diese Veränderungen nicht, aber wir, die Bauern, spüren sie«.

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Vor der Bodega von Sóo haben sich ältere Bauern versammelt. Rund um das Dorf sind die Bedingungen für den Anbau der berühmten Kartoffeln der Insel, die meist in Salz gebacken werden, ideal: Der sandige Untergrund ist mit Vulkangestein durchmischt.

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Kinderspiel in einer Gasse von Famara: Das Surferdorf an der Nordwestküste, nur sechs Kilometer entfernt von Sóo, liegt am Ende der Sandwüste von El Jable. Die starken Winde verteilen den Sand aus der Bucht von Famara über die Insel und schaffen einen langen, menschenleeren Korridor, der von den Einheimischen »Der Sandfluss« genannt wird.

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Auch Fischfang ist auf einer Insel wichtig. Hier nimmt ein Fischer seinen Fang aus, kurz nachdem er den Fisch bei Punta Mujeres erwischt hat.

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José Medina Caraballo gewinnt Salz aus den Salinas de Janubio, Rolider beobachtet ihn dabei mit der Kamera. Die größten Salinen von Lanzarote liegen im Süden der Insel. Ursprünglich wurde das Salz zur Konservierung des Fangs der lokalen Fischer verwendet. Heute wird es hauptsächlich als Souvenir für Touristen verkauft.

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Küste von Famara bei Nacht: Der Schimmer am Horizont ist der Hafen von La Graciosa, einer kleinen Insel im Nordwesten von Lanzarote mit 700 Einwohnern.

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