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15. Februar 2011, 13:46 Uhr

London-Geheimtipps

Schnäppchen in der Teuer-Metropole

Gratis in die Westminster Abbey, für fünf Pfund zum Shakespeare-Stück: Wer sich auskennt in London, kann auch in der für ihre happigen Preise berühmten Metropole viel Geld sparen - sogar beim Essen mit perfektem Panoramablick.

London - In London können Besucher schnell mal ein paar Pfunde verlieren - und zwar gerade die, die sie lieber behalten würden. Doch selbst in der teuren Metropole kann man sparen - hier ein paar Tipps für Gegenmittel, die nicht im Reiseführer stehen.

Kein Eintrittsgeld zahlen: Der Zutritt zur Westminster Abbey, in der Prinz William und Kate Middleton im April heiraten werden, kostet normalerweise satte 16 Pfund (21 Euro). Was kaum einer weiß: Man muss nur bis 17 Uhr warten, dann ist der Eintritt frei, und man hört beim Evening Song auch noch den wunderbaren Kirchenchor eine Stunde lang gratis. Samstags und sonntags singt der Chor schon um 15 Uhr. Im Gegensatz zu den Kirchen sind die meisten großen Museen in London gratis zugänglich, darunter die Tate Modern, die National Gallery, das British Museum und das Natural History Museum.

Billig essen mit toller Aussicht: Das kann man direkt gegenüber Westminster Abbey und den Houses of Parliament im St. Thomas' Hospital auf der anderen Seite der Themse. Man muss nur am Big Ben vorbei über die Westminster Bridge laufen, dann ist man schon da. Von dem gerade neu eingerichteten Restaurant hat man einen fantastischen Ausblick auf die Parlamentsgebäude. Und das Essen schmeckt richtig gut - nicht zu vergleichen mit deutschen Krankenhauskantinen. Ein schlechtes Gewissen muss man nicht haben: "Unsere Einrichtung steht auch Besuchern offen", sagt Krankenhaussprecherin Joanne Sheperd. Günstig essen können Besucher außerdem in China Town. Curry aus Bangladesch gibt's im East End, Gutbürgerliches im Pub.

Zum Schnäppchenpreis wohnen: Das geht im Studentenwohnheim. Das Zimmer gibt's ab 35 Pfund (41 Euro), mit Bad ab 40 Pfund (47 Euro), und das auch noch zentral. Allerdings ist nicht immer etwas zu haben. Die Unterkünfte sind vor allem in der vorlesungsfreien Zeit von Juni bis September im Angebot.

Preiswert fortbewegen: Die U-Bahn ist teuer. Wer sie häufig nutzt, sollte sich unbedingt eine Oyster Card anschaffen, die automatisch den billigsten Tarif ausfindig macht. Bei vielen Fahrten halbiert sich so der Preis. Man kann einen beliebigen Betrag auf der Karte abspeichern und sie immer wieder neu aufladen. Bei einer Rückkehr nach London auch Jahre später ist sie wieder benutzbar.

Im übrigen ist es aber viel billiger, Doppeldeckerbus zu fahren. Außerdem bekommt man dabei gleich noch eine Stadtrundfahrt geboten. Am besten ist natürlich der Logenplatz auf dem Oberdeck ganz vorne. An besonders vielen Sehenswürdigkeiten fahren die Nummern 11 und 15 vorbei. Ein Tipp für Sportliche: Inlineskates einpacken.

Kostenlose Konzerte, günstige Theaterstücke - mehr Spartipps für London

Kostenlose Open-Air-Konzerte: Die gibt es im Sommer auf dem Trafalgar Square. Berühmt sind auch die Sommer-Konzerte auf Hampstead Heath am Kenwood House. Die kosten zwar einiges, aber man kann sich auch einfach gleich neben die Absperrung auf eine Picknickdecke setzen. Da hört man genauso gut, und es ist umsonst.

Britisches Flair zum Nulltarif gibt es im Old Bailey, dem historischen Strafgerichtshof, der schon in den Romanen von Charles Dickens mitspielt. Alles sieht dort heute noch genauso aus wie damals einschließlich der gepuderten Richterperücken, die man unter anderem aus "Ein Fisch namens Wanda" mit John Cleese kennt. Einfach reingehen und in irgendeinen beliebigen Prozess reinsetzen. Worum es geht, steht auf einer Tafel. Nur Fotoapparate und Taschen darf man nicht mitnehmen, und es gibt auch keine Schließfächer.

Für fünf Pfund zu Shakespeare: Im Globe Theatre am Südufer der Themse können Besucher Shakespeare-Stücke so erleben, wie sie zu seinen Lebzeiten aufgeführt wurden. Ziemlich locker ging es da zu: Die Zuschauer aßen zwischendurch Obst und Nüsse und bewarfen damit auch schon mal den Bösewicht. Ein Stehplatz direkt vor der Bühne kostet nur fünf Pfund (sechs Euro) und bringt sowieso viel mehr Spaß als ein Sitzplatz.

Reduziert einkaufen kann man in fast jedem englischen Supermarkt. Im Kühlregal stehen unter "Reduced" die Lebensmittel, die in ein bis zwei Tagen ablaufen. Die Imbissstände auf Camden Market gehen eine Stunde vor Marktschluss mit den Preisen runter.

Touristenfallen meiden: Dazu gehören das überfüllte und überteuerte Madame Tussauds, die Geisterbahn London Dungeon und der Londoner Zoo, der von jedem deutschen Provinz-Zoo übertroffen wird. Wenn die Kinder unbedingt Tiere sehen wollen und die Erwachsenen ein Stückchen Natur, dann sollte man Mudchute Park & Farm auf der Isle of Dogs ansteuern: einen richtigen Bauernhof mit Kühen, Schafen, Schweinen und Eseln direkt vor der Hochhauskulisse von Canary Wharf. Der Eintritt ist frei. Dafür können auch die Besucher gegen 16 Uhr mithelfen, die etwa 200 Tiere in ihre Nachtquartiere zu lotsen.

Das Beste an London ist "for free": Zum Beispiel an einem schönen Frühlings- oder Sommertag durch den Hyde Park bummeln. Überall gibt es dann Sportler, Akrobaten, Musiker, Zeitungsleser und Schauspieler, die gerade ihren Text lernen. So lebendig ist London.

Christoph Driessen, dpa

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