Luxemburger Mosel Romantische Wanderungen, genussvolle Pausen

Grüne Hügel, verwunschene Dörfer, edler Rebensaft: Die 42 Kilometer lange Weinstraße "Route du Vin" an der Luxemburger Mosel ist eine ideale Gegend für Radtouren, Wanderungen und genussvolle Pausen.


 Die Mosel bei Schengen: mehr als ein Schauplatz der EU-Geschichte
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Die Mosel bei Schengen: mehr als ein Schauplatz der EU-Geschichte



Steil ist der Weg in die Weinberge von Wormeldange. Von der "Route du Vin" an der Mosel aus führt der Weinlehrpfad durch kleine Gassen und Rebenfelder bergauf. Auf einer Strecke von vier Kilometern erfahren Wanderer hier Schritt für Schritt an 20 Stationen das Wichtigste über den Weinbau an der Luxemburger Mosel.

Heiß brennt die Sonne, der Pulsschlag steigt. Doch oben angelangt, entschädigt die Blick von der kleinen Donatuskapelle ins Tal für die Mühen. Nebenan reifen die Reben: Riesling, Pinot Gris und der luxemburgische Auxerrois sowie Rivaner, Elbling, Pinot Blanc und der gehaltvolle Gewürztraminer.

In den vergangenen zehn Jahren wurde der Weinbau in Luxemburg umgestellt. Früher wurden die Weine des kleinen Landes dank der beiden Rebsorten Elbling und Rivaner oftmals als dünn und sauer abgeurteilt. Doch seit Beginn der neunziger Jahre sind vollmundige, würzige Pinot Gris- und feine, elegante Riesling-Weine immer mehr im Kommen.

 Auf einer Radtour oder Wanderung entlang der Luxemburger Mosel lassen sich nicht nur edle Weine probieren, sondern auch verwunsche Dörfer wie Ehnen entdecken.
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Auf einer Radtour oder Wanderung entlang der Luxemburger Mosel lassen sich nicht nur edle Weine probieren, sondern auch verwunsche Dörfer wie Ehnen entdecken.

Nur etwas mehr als 1300 Hektar Fläche auf Tonmergel und Muschelkalkböden werden heute von den mehr als 500 Weinbauern bewirtschaftet, die entweder ihre Rebensäfte direkt verkaufen oder an die Genossenschaftskellereien in Stadtbredimus, Wellenstein und Wormeldange und an die sieben regionalen Handelshäuser liefern. Jedes Fass wird im Remicher Weininstitut genau kontrolliert.

In der Qualität für gut befunden, bekommt der Rebensaft das Prädikat Marque Nationale. Darüber hinaus haben Weine gehobener Qualität die Bezeichnungen Vin Classe, Premier Cru und als besonders edler Tropfen Grand Premier Cru.

Wie viel Mühe notwendig, ist um gute Weine reifen zu lassen, erfahren die Gäste beim Besuch von Winzer Mathis Bastian und seiner Tochter Anouk auf ihrem Weingut in den Rebhängen oberhalb von Remich. Jeder Hektar Weinberg verschlingt nach Angaben der Bastians 600 Arbeitsstunden im Jahr.

Als Spezialität der Weinbauern im Großherzogtum gilt der fein perlende Cremant de Luxembourg, der von 40 Winzern nach Champagner-Art hergestellt wird. "150 Kilo Trauben erbringen 100 Liter Cremant», sagt Winzer Laurent Kox. Insgesamt kommen so jährlich 1,45 Millionen Flaschen zusammen.

Wandern, Radeln, die Winzer besuchen, Weinkellereien besichtigen und zu feinen Speisen in einem der Restaurants die leichten Weine genießen - das ist eine abwechslungsreiche Kombination für ein längeres Wochenende im Luxemburger Moselland. Dabei hat der Gast die Muße die verwunschenen kleinen Dörfer zu entdecken, unter denen Ahn, Ehnen, Wormeldange und Schengen die schönsten sind. Das Grenzörtchen Schengen im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg mit seinen 430 Einwohnern geriet im Juni 1985 plötzlich ins Licht der Öffentlichkeit. Damals unterzeichneten hier Europas Spitzenpolitiker die Schengener Verträge, in deren Folge Grenzschranken und Passkontrollen zwischen zehn europäischen Staaten wegfielen.

Gut beschildert - der Fernwanderweg verbindet die Weindörfer der Luxemburger Mosel
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Gut beschildert - der Fernwanderweg verbindet die Weindörfer der Luxemburger Mosel

Frühzeitig sollten Urlauber sich um eine Unterkunft bemühen, denn bis auf einige größere Hotels in Remich und dem moselnahen Kurbad Mondorf gibt es nur wenige Herbergen an der "Route du Vin" (auf Luxemburgisch: "Waistrooss"), die sich als breite Autostraße am Moselufer zwischen Grevenmacher und Schengen hinzieht.

Neben den gut gekennzeichneten Rundtouren durch die Weinberge von Wormeldingen, Grevenmacher, Wasserbillig und Mertert führt der Moselhöhenweg über 54 Kilometer durch Rebenfelder und Wälder. Hier sollten die Wanderer allerdings gut zu Fuß sein, da immer wieder Aufstiege auf die rund 300 Meter ansteigenden Höhenzüge zu bewältigen sind. Bequemer und flotter geht es per Fahrrad auf der "Bike-Route" zwischen Wellen und Perl am deutschen Flussufer. Weil die Luxemburger europäisch denken, empfehlen sie gerade diese Tour - denn von dort aus haben die Radler die allerbesten Aussichten auf ihr Moselland.

Von Bernd F. Meier, gms



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