90 km/h Mallorca senkt Tempolimit auf Landstraßen

Wer Mallorca mit dem Mietwagen erkundet, sollte dies ab sofort etwas langsamer tun als bisher. Die Baleareninsel senkt das Tempolimit um 10 km/h.

Neues Tempolimit auf Mallorca
imago/ imagebroker/ Daniel Schoenen

Neues Tempolimit auf Mallorca


Am Flughafen von Palma schnell das Gepäck in den Kofferraum des Mietwagens hieven - und los geht's! Viele Mallorca-Urlauber erkunden ihre Lieblingsinsel mit dem Auto. Bisher galt auf Landstraßen ein Tempolimit von 100 km/h. Dies wurde nun auf 90 km/h gesenkt. Das hat der Inselrat beschlossen, wie die "Mallorca Zeitung" berichtet.

Das neue Tempolimit ist am heutigen Dienstag in Kraft getreten. Acht Strecken sind betroffen, rund 30 Verkehrsschilder wurden ausgetauscht.

Dem Zeitungsbericht zufolge geht es um folgende Straßen:

  • Landstraße Artà - Capdepera
  • Campos - Sa Ràpita (Ma-6030)
  • Campos - Felanitx (Ma-5120)
  • Felanitx - Manacor (Ma-14)
  • Gewerbegebeit Son Noguera - Llucmajor (Ma-6020)
  • Sa Pobla-Alcúdia (Ma-13)
  • Andratx - Peguera (Ma-1)
  • Manacor - Sant Llorenç (Ma-15)
  • Die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf Mallorca geht auf ein Maßnahmenpaket der spanischen Zentralregierung zurück. Ziel ist, die Zahl der Verkehrstoten zu senken. Die Anpassung des Tempolimits in ganz Spanien wird nach ADAC-Informationen erst im Frühjahr erwartet. Einen genauen Termin gebe es noch nicht, so der Autoclub.

    Gute Erfahrungen mit einem niedrigeren Tempolimit hat bereits Frankreich gemacht. Das Land hatte im Sommer 2018 eine Begrenzung von 80 km/h auf Landstraßen eingeführt, gegen das viele Franzosen heftig protestiert hatten. Zuvor galt eine Obergrenze von 90 Stundenkilometern.

    Daraufhin ist die Zahl der Todesopfer auf Frankreichs Straßen auf ein historisches Tief gesunken. Mit 3259 Verkehrstoten im Jahr 2018 habe es noch nie so wenige Todesfälle gegeben, sagte Premierminister Édouard Philippe in der Gemeinde Coubert südöstlich von Paris. Konkret seien es 189 weniger als im Jahr 2017.

    Auch die Zahl der Unfälle insgesamt und die Zahl der Verletzten seien rückläufig. "Die Maßnahmen, die im vergangenen Jahr eingeführt wurden - das neue Tempolimit und andere - spielen eine Rolle bei diesem Rückgang", sagte Philippe.

    jus/dpa

    insgesamt 23 Beiträge
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    Seite 1
    frandiet.d 29.01.2019
    1. SPON betreibt Meinungsmache und keine Information
    Frankreich hat 67 Millionen Einwohner und mit der gelobten Geschwindigkeitsbegrenzung 3259 Verkehrstote. Deutschland hat 82 Millionen Einwohner und 3177 Verkehrstote ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Mehr ist nicht hinzuzufügen.
    alfons11:45 29.01.2019
    2. Die nackten Opferzahlen geben nur die halbe Wahrheit wieder
    So gehen in Deutschland nur die Todesfälle in die Statistik ein, die innerhalb von 30 Tagen nach einem Unfall passieren. Grob geschätzt sterben hierzulande etwa doppelt so viele Menschen aufgrund von Verkehrsunfällen. Grob geschätzt dürfte hierzulande seit den 70ern auch mindestens die Hälfte des Rückganges der Todeszahlen auf die Verbesserungen im unfallmedizinischen Bereich zurückzuführen sein, einschließlich Beschleunigung von erster Hilfe und Krankentransport. Mit dem Dreisatz kommt man hier also nicht weiter, sondern nur mit recht aufwändiger Recherche, die ein wenig über die Möglichkeiten von Otto Normaleuropäer mit Google hinausgehen dürften. Allerdings spricht die nackte Physik dafür, dass die Unfallfolgen in erster Näherung mit dem Quadrat der Kollisionsgeschwindigkeit steigen (Bewegungsenergie!).
    DiegoMarlasca 29.01.2019
    3. Nicht nur in Mallorca, ...
    sondern in ganz Spanien. Die 90 km/h galten sowieso schon immer. 100 km/h durfte man nur auf einspurigen Strassen mit 1,5m breitem Seitenstreifen (Fuhrwerke) fahren. Damit ist es jetzt aber vorbei.
    wombie 29.01.2019
    4.
    Zitat von frandiet.dFrankreich hat 67 Millionen Einwohner und mit der gelobten Geschwindigkeitsbegrenzung 3259 Verkehrstote. Deutschland hat 82 Millionen Einwohner und 3177 Verkehrstote ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Mehr ist nicht hinzuzufügen.
    Doch, die Frage der Einwohneranzahl als Bezugsgröße. Deutschland ist ein enges Land, Frankreich weitläufiger. Wenn der durchschnittliche Franzose pro Jahr doppelt so viele Kilometer fährt wie der durchschnittliche Deutsche, sieht die Bilanz für Deutschland erheblich schlechter aus. Für die USA mit traditionell großen Entfernungen sähe es für Deutschland noch schlechter aus.Nur so als Anregung zum Gedankenspiel, weitergehende Recherchen und Rechnungen sind mir jetzt zu aufwendig. Das Tempolimit wurde im Sommer gesenkt, somit ergibt sich auf das Jahr gerechnet eine Reduzierung der Todesfälle um die 10 %, also das ist schon erstaunlich wirksam.
    Sibylle1969 29.01.2019
    5. @1
    Dass Frankreich mehr Verkehrstote bezogen auf die Einwohner hat, liegt m.E. daran, dass viel mehr Verkehr auf Landstraßen stattfindet, weil es deutlich weniger Autobahnen gibt, diese Geld kosten und Frankreich in vielen Gegenden sehr ländlich ist, wo es fast keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, so dass man mehr aufs Auto angewiesen ist. Frankreich ist also nicht unbedingt mit Deutschland zu vergleichen. In Deutschland haben die am dünnsten besiedelten Bundesländer die meisten Verkehrstoten pro 1 Mio Einwohner, aus denselben Gründen. Frankreich kann also nicht als Gegenargument herhalten, wenn es um Tempolimits in D geht. Auch in Deutschland würde eine Absenkung des Tempolimits auf Landstraßen auf 80 oder 90 mit Sicherheit zu weniger Verkehrstoten führen. Viele Landstraßen haben keine extra Einschränkungen (dh. Max. 100 erlaubt), haben aber einen Zustand (Breite, Belagqualität, Kurvigkeit), die maximal 60 oder 80 zulassen.
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