Monaco Im Mekka der Sternchen

Auf dem Meer glitzert die Sonne, im Hafen die Stars und Sternchen des Jetsets - Monaco gilt als Paradies der Reichen und Schönen. Doch auch Otto Normalurlauber kann das winzige Mittelmeer-Fürstentum einigermaßen preiswert erleben. Ein Streifzug durch die Staatsviertel.


Monaco - In Monte Carlo sonnen sich die Stars in edlen Residenzen, aber auch mit wenig Geld ist Monaco ein Erlebnis. In dem Fürstentum gibt es nicht nur Nobelherbergen, sondern im Hafenviertel La Condamine auch günstige Hotelzimmer.

Auf dem Mittelmeer glitzert die Morgensonne, wenn in der Frühe die wenigen Fischerboote die Bucht in Fontvieille verlassen. Das neueste Viertel Monacos wurde ins Meer gebaut, weil am Land einfach der Platz fehlt. Der steile Felsen, auf dem der Palais de Prince steht, grenzt den kleinen Hafen mit den vielen Yachten ab und zeigt das alte Monaco, Monaco Ville, mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Dort begann im 13. Jahrhundert die Geschichte Monacos, als der erste Grimaldi mit einer List den Felsen eroberte.

Über Treppenstufen gelangt der Besucher auf die Terrassen von Fontvieille. Wer keinen Abstecher zum nahe gelegenen Automobilmuseum plant, kann direkt weiter hinabsteigen nach La Condamine. Täglich ist Markt im Hafenviertel, das südfranzösisches Kleinstadtflair ausstrahlt. In den Cafés der kleinen Gassen sitzen großteils Einheimische, die den Noisette - eine Art Espresso - genießen.

Günstig essen mit Panoramablick

In La Condamine herrscht vergleichsweise wenig Verkehr - Mofas und Luxusautos drängeln sich auf den großen Straßen, die um das Viertel herumführen. Trotz des Port de Monaco, in dem Yachtbesitzer miteinander konkurrieren, ist La Condamine ein vergleichsweise preiswertes Viertel. So finden Touristen rund um die Rue Grimaldi Hotels, in denen Zimmer für 55 bis 60 Euro pro Nacht zu haben sind.

Wer dagegen das fürstliche Monaco erleben will, kehrt zurück zur Grenze zwischen Fontvieille und La Condamine. Dort geht es auf steilem Weg den Felsen hoch nach Monaco Ville. Oben angekommen, liegt links das Palais du Prince. Gegenüber eröffnet sich ein Blick auf das Meer, auf Monte Carlo und den Hafen von Monaco.

Es ist Zeit für ein Mittagessen - hier gibt es Tagesgerichte ab acht Euro. Gestärkt geht es anschließend in den Palast. Einige Repräsentationsräume, beispielsweise der Thronsaal, stehen Besuchern offen. Im Südflügel ist das "Musée Napoléon et des Archives du Palais" untergebracht. Dort können unter anderem persönliche Gegenstände Napoleons angesehen werden. Im Anschluss geht es weiter am Rande des Felsens entlang zum "Musée Ozéanographique". In dem Gebäude, das mit der Rückseite zur Küste steht, finden sich riesige Aquarien mit farbenfrohen Fischen und Haien.

Der Monegasse spielt, der Tourist staunt

Der Weg zurück nach La Condamine fällt in der Mittagshitze weitaus leichter als bergauf. Unten fährt der Bus für 1,50 Euro direkt ins Herz von Monte Carlo: Durch Hitze, Abgase und vorbei an unzähligen Baustellen geht es in den Nobelstadtteil. Zu Fuß wäre die Strecke, wie oft in Monaco, kein netter Spaziergang gewesen.

In Monte Carlo kosten die Suiten der großen Hotels bis zu 10.000 Euro pro Nacht. Viele andere Bauten wirken von außen, verdreckt durch die Abgase, wie Sozialwohnungen. Doch der Schein trügt: Sie zu finanzieren, wäre mit einem Durchschnittseinkommen unmöglich.

In jedem Fall lohnt sich in Monte Carlo ein Blick ins Grimaldi-Forum. Von Juli bis September gibt es im kulturellen und geschäftlichen Zentrum von Monaco zum Beispiel die Ausstellung "New York, New York". Berühmt ist auch das Casino von Monte Carlo, schräg gegenüber des "Hotel Paris". Wer über den roten Teppich hineinschreitet, muss an der Kasse zunächst zehn Euro bezahlen. Dann führt der Weg durch eine kleine Bar direkt in den Hauptraum. Schon von weitem ist das Klackern der Chips zu hören. Männer sitzen in ihren Smokings am Tisch und spielen um Tausende Euro. Während manche Besucher schweigend um die Tische herumstehen, ereifern sich andere an den Spielern. Die Touristen staunen.

Ein Ort für den langen Urlaub ist Monaco nicht - die Besucher bleiben im Durchschnitt zweieinhalb Tage. Schließlich gibt es kaum Strand und somit kaum Möglichkeiten, im Meer schwimmen zu gehen oder im Sand zu liegen. Die Kurzzeitbesucher schätzen an Monaco allerdings die kulturelle Vielfalt - so etwas hat an der Côte d'Azur sonst nur Cannes zu bieten.

Constantin von Cossel, gms



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