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Mountainbike-Trails: Wohin das Fahrrad trägt

Foto: Stefan Herbke/ www.srt-bild.de

Dolomiten, Gardasee, Ortlermassiv Die schönsten Mountainbike-Trails der Alpen

Endlose Abfahrten, kilometerlange Flowtrails und grandiose Ausblicke - auf der Bucketlist ambitionierter Mountainbiker sollten diese Trails nicht fehlen.
Von Stefan Herbke

Das Herz vieler Mountainbiker schlägt höher, wenn sie den Namen "Goldseetrail" hören: Ein flowiger Trail, der spektakuläre Ausblicke auf das Ortlermassiv bietet. Die Gardaseeberge sind ohnehin bekannt für ihre schönen Mountainbike-Strecken, die Sella Ronda jedoch ist eher Skifahrern ein Begriff - doch immer mehr Biker strömen mittlerweile in die Dolomiten, um die berühmte Runde auch im Sommer zu fahren.

Stefan Herbke hat einige der berühmtesten Trails in den Alpen getestet - und steile Anstiege, rasante Abfahrten und gemütliche Einkehrmöglichkeiten gefunden (Mehr zu den Fahrradneuheiten der Saison 2020 lesen Sie hier).

Gletscherkulisse im Wallis: Saflischpass

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Atemberaubend schön, aber auch ganz schön lang ist die Auffahrt aus dem Rhonetal zum Saflischpass auf 2563 Metern. Über das Bilderbuchdorf Ernen mit seinen alten Holzhäusern geht es hoch über einer Schlucht ins Binntal.

Die kilometerlange Auffahrt aus dem Rhonetal ist dabei nur ein gemütliches Warm-up: Ab dem Talschluss bei Heiligkreuz geht es noch einmal rund 1100 Höhenmeter bergauf, anfangs auf langgezogenen Güterwegen, später auf traumhaften Steigen. Eine anstrengende Plackerei mit reichlich Schiebepassagen, doch der Ausblick auf die vergletscherten Drei- und Viertausender entschädigt.

Zur Belohnung folgt ein Trail der Extraklasse: Wunderschön quert der Pfad die steilen Hänge, wechselt schließlich bei Fleschboden mit seiner Einkehrmöglichkeit auf einen Wiesenrücken und verwandelt sich bei Rosswald in einen wunderbaren Singletrail, der in vielen Serpentinen hinunter nach Brig im Rhonetal führt.

Militärwege am Gardasee: Tremalzo

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Im Grunde passt der Tremalzo gar nicht mehr in die heutige Zeit der Trails, und doch hat die legendäre Strecke hoch über dem Gardasee nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt. Der Tremalzo gehört einfach zum Pflichtprogramm eines Lago-Urlaubs - wegen der Länge der Tour, der Serpentinen und eines schönen Trailabschnitts mit Tiefblick zum See.

Das Bergauf verkürzen mittlerweile viele mit einem Shuttle, zu anstrengend ist der lange 1800-Höhenmeter-Anstieg. Wer allerdings genug Kondition mitbringt, sollte sich die steilen Rampen nicht entgehen lassen - nur wer alles mit eigener Kraft kurbelt, kann die Faszination Tremalzo wirklich nachvollziehen.

Am Scheiteltunnel startet die lange Abfahrt: Im teils tiefen Schotter rollt das Mountainbike über eine serpentinenreiche Strecke entlang eines Gratkamms. Danach passieren die Radfahrer am Passo Nota eine einfache Einkehr und genießen nach ein paar kurzen Gegenanstiegen den hoch über dem blauen See verlaufenden Trail zum Passo Rocchetta. Teilweise sehr steil geht es schließlich hinunter nach Pregasina, wo man sich noch einmal mit Pasta stärken kann, und nach einem letzten Aperol Spritz in der Bar Ponale Alto Belvedere führt der Weg über die kühn angelegte alte Ponalestraße zurück nach Riva (Lesen Sie hier, wo es Alternativen zum teilweise sehr touristischen Gardasee gibt).

Flowtrails und Spitzkehrenmarathon: Goldseetrail

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Eingefleischte Mountainbiker kennen diesen Namen nur allzu gut: Der legendäre Goldseetrail startet oberhalb des Stilfser Jochs und bietet spektakuläre Blicke auf die Gletscher des Ortlermassivs. Atemberaubend zieht der vor allem anfangs flowige Trail mit seinen ausgesetzten Passagen durch die riesigen Hänge.

Für die kräftezehrende Strecke hinauf zum Stilfser Joch empfiehlt sich ein Shuttle, um rechtzeitig am Start des Klassikers zu sein - zwischen 9 und 16 Uhr ist der Weg nämlich den Wanderern vorbehalten.

Bis zur Furkelhütte (2153 Meter) benötigt man vom Start beim Rifugio Garibaldi, das vom Stilfser Joch nach einem 80-Meter-Anstieg erreicht wird, eine gute Stunde, wobei das eher knapp kalkuliert ist. Denn neben zahlreichen Fotostopps gibt es auch immer wieder Passagen, an denen man besser absteigt und schiebt.

Immer beliebter wird daher die Alternative Bimbam-Trail, die in vielen Kehren nach Trafoi führt. Von dort geht es mit der Sesselbahn zur Furkelhütte und zur Fortsetzung der Tour über die Stilfser Alm und den Almenweg. Die finale Abfahrt nach Prad mit ihren unzähligen Spitzkehren beweist eindrucksvoll, warum der Goldseetrail ein Höhepunkt für Mountainbiker ist.

Grandiose Landschaften in Graubünden: Val Mora

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Das Val Mora liegt versteckt zwischen dem Val Müstair an der Auffahrt zum Ofenpass und dem Valdidentro bei Bormio.

Nach einem langen, wenn auch gleichmäßig steilen und gut zu fahrenden Uphill wechselt man bei Döss Radond ins Bergparadies. Lange rollt man durch das Tal mit einem breiten Bachbett.

Zum Finale folgt ein grandioser Trail, der im ewigen Auf und Ab entlang eines Baches den Namen Flowtrail mehr als verdient hat. Satt an Eindrücken fährt man nach dem Passo di Val Mora flussabwärts. Hoch über einem leuchtend blauen, fjordartigen Stausee quert man die Hänge, ehe ein anstrengender Gegenanstieg in die Fuorcla del Gal den Flow unterbricht. Bis auf die kurze Steigung zum Ofenpass führt die Genusstour schließlich zurück ins Val Müstair.

Faszination Dolomiten: Sella Ronda

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Die Skirundtour Sella Ronda ist eigentlich der Traum aller Wintersportler. Seit einigen Jahren aber auch der vieler Mountainbiker. Wie im Winter nutzt man auf der Umrundung der Sellagruppe die Lifte - eine Grundvoraussetzung, um die Tour überhaupt an einem Tag zu schaffen. Die Anstiege reduzieren sich dadurch auf erträgliche 450 Höhenmeter - falls man die Tour im Uhrzeigersinn startet, sonst sind es 1000 Höhenmeter bergauf.

Bergab geht es auf der legendären Runde über vier Pässe auf teils extra angelegten Trails wie vom Grödner Joch Richtung Alta Badia, deren Abfahrten sich auf stolze 3500 Höhenmeter summieren. Ein Traum, ebenso wie die Ausblicke auf die Felszacken der Dolomiten bis hin zur vergletscherten Marmolada. Im Grunde möchte man an jeder Ecke stehen bleiben, um diese Kulisse zu genießen, doch dafür bleibt keine Zeit: Die Sella Ronda mit dem Mountainbike ist trotz Seilbahnunterstützung eine sportliche Aufgabe.

srt
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