Neuer Fernwanderweg Schwarzwald für Schwindelfreie

Steile Felswände, Wasserfälle und reißende Bäche: Der Schluchtensteig im Südschwarzwald wird Wanderer nach seiner Eröffnung ganz nah an die Naturgewalten des Mittelgebirges heranrücken. Trittsicher und schwindelfrei sollte man allerdings sein.

Freiburg - Zwischen Sauschwänzlebahn und Titisee eröffnet der Südschwarzwald einen neuen Weg für Fernwanderer: Der Schluchtensteig ist ein 118 Kilometer langer Wanderweg, der die Wutachschlucht im Nordosten des Südschwarzwalds mit der Wehraschlucht im Südwesten verbindet.

Die Strecke ist durchaus eine sportliche Herausforderung: Wanderer müssen sich auf anspruchsvolle Auf- und Abstiege gefasst machen. "Wir haben bewusst schmale Wege angelegt und abwechslungsreiche Strecken gesucht - mit Höhen und Tiefen", sagt Heike Budig vom Schwarzwald Tourismus.

In sechs Etappen führt der Schluchtensteig von Stühlingen aus entlang der Wutach flussaufwärts durch die Wutachschlucht, über Blumberg, Lenzkirch zum Bildstein. Weiter geht es durch die Windbergschlucht nach St. Blasien und durch den Hotzenwald. Todtmoos und die Wehraschlucht bilden das Ende der Tour. Rund die Hälfte aller Wege sind nach Angaben Budigs naturbelassen. "Muss man trittsicher sein und vor allem schwindelfrei, schließlich führt der Weg durch die schönste und zugleich wildeste Schlucht des Schwarzwaldes", sagt Budig.

Neben steilen Felsstiegen gebe es auch Etappen, in denen Moos- und Moorlandschaften dominieren. "An einigen Stellen hat man einen freien Blick auf die Alpen." Entspannung für die Füße bietet zwischendurch die Sauschwänzlebahn, die ihren Namen durch die kringelförmige Bergauffahrt im Stockhaldkreiskehrtunnel erhielt.

Mit dem Schluchtensteig begegnet der Schwarzwald Tourismus der zunehmenden Nachfrage nach Aktivurlaub auf Schusters Rappen. "Wandern ist deutschlandweit wieder ein Trend", sagt Heike Budig. "Darauf müssen wir mit modernen Wanderwegen reagieren." Dies spiegelt sich auch in der Zertifizierung als "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" wider. Dieses Siegel bescheinigt eine ansprechende Route, ausreichende Rastmöglichkeiten und wanderfreundliche Gasthöfe. "Für die Zertifizierung müssen Gastgeber den Wanderern zum Beispiel ermöglichen, nur für eine Nacht zu bleiben." Das Angebot eines Lunchpakets für die Tour am nächsten Tag sei inzwischen selbstverständlich.

reh

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